Die biblische Angelologie in ihren Fundamenten
Dr. Gabriele Waste - in memoriam Prof. DDDr. Robert Prantner
Theorie mit praktischen Anleitungen

Vorbemerkungen des Webm.:
Die heiligen Engel entstammen nicht der Einbildung, sondern es gibt zahlreiche wahre Begebenheiten mit heiligen Engeln. In etlichen Büchern sind Engelsgeschichten beschrieben, wo Engel den Menschen geholfen haben. Nach einer theoretischen Abhandlung über Engel im Allgemeinen kommt in diesem Beitrag am Schluß ein kurzer Abschnitt, wie man seinen heiligen Schuztzengel einsetzen soll und kann, wo jeder Mensch erkennen kann, wie wertvoll die Katholische Kirche ist und wieviel Lebensfreude sie jedem schenken kann. So kann niemand mehr sagen: "Ich brauche keine Kirche", "Ich denke daran, aus der Kirche auszutreten", "Was bringt mir denn Deine Kirche, o Gott?" - Das ist alles Unsinn und beruht auf Unkenntnis der Wahrheit. Engel sind unsere Helfer und Diener, die wir gezielt einsetzen sollen! Zunächst zur Theorie:

1. Theologie:
Der Glaube an die Existenz von Engeln im Sinne außerirdischer, leibfreier Geistwesen, die sich in menschenähnlicher Gestalt zeigen, findet sich in den meisten Kulturkreisen der Erde. In der modernen Religionsgeschichte ist sogar die Ansicht verbreitet, daß die Engelvorstellungen in Christentum und Judentum von mythologischen Elementen aus dem assyrisch-babylonischen Bereich und der ägyptischen Anthropologie gespeist werden.  Rein formale Affinitäten der biblischen Engelwelt mit den Engelvorstellungen der übrigen antiken Völker sind sicher vorhanden, dürfen jedoch nicht dahingehend interpretiert werden, als ob der Mythos die Grundlage des biblischen Engelglaubens wäre. In diesem Fall wäre nämlich der Polytheismus der Ausgangspunkt des Monotheismus - eine in gewissen religionswissenschaftlichen Strömungen des 19. und teilweise auch 20. Jahrhunderts verbreitete Ansicht und ein offensichtlicher Irrweg mancher modernen Exegeten. Dies würde nämlich eine Vorrangstellung des Mythos gegenüber dem Logos bedeuten. In Wirklichkeit geht die Bewegung vom Monotheismus zum Polytheismus bzw. vom Logos zur Aufsplitterung in den Mythos:
Nur weil es eine Uroffenbarung gibt, von der her die ursprünglich weltweite Verehrung einer einzigen bedürfnislosen geistigen Gottheit erklärt werden muß, oder, anders formuliert, nur weil es eine Wahrheit göttlicher Offenbarung gibt, die sich in späterer Zeit, [...], am augenfälligsten in der Genesis dokumentiert, konnten im Laufe der Jahrtausende bei den verschiedensten Völkerschaften Mythen und entsprechende Kulte entstehen, die in je besonderen Ausgestaltungen und oft in Vermischung mit willkürlichen und abstrusen Deutungen letzten Endes doch stets noch etwas von dieser ursprünglichen Offenbarung Gottes widerspiegeln.
Daher gehören auch die Engel notwendigerweise zur Uroffenbarung, wie der Dogmatiker Scheeben zu Recht festhält:
Jedenfalls war ihr [der Engel] Dasein auch schon in der Uroffenbarung enthalten, von welcher aus der Glaube daran sich unter den Heiden verbreitet und erhalten hat, und zwar, daß eben die Vielgötterei des Heidentums zum großen Teil nur eine Entstellung dieses Glaubens ist.
Folglich ist auch der Monotheismus die Grundlage des Engelglaubens.  Untrennbar damit verbunden ist auch der biblisch fundierte Schöpfungsglaube, der allen mythologischen Weltdeutungsmustern im Sinne einer dialektischen Verknüpfung von Geist und Materie entgegensteht. Die Engel sind daher reine Geister, deren Dasein ausschließlich auf wahrer und eigentlicher Erschaffung durch Gott beruht, und zwar am Anfang der Zeit aus dem Nichts:

Bild: Engel bewachen die Hl. Familie (C) Karl Preiß, Metten/Mettenbucher Erscheinungen
Ebenso sicher, wie das Dasein der Engel selbst, also de fide, ist der Satz, daß dasselbe ausschließlich auf wahrer und eigentlicher Erschaffung durch Gott beruht. Demnach haben die Engel nicht nur in Gott irgendwie den letzten Grund ihres Daseins; sie entspringen auch aus Gott weder durch Emanation oder Zeugung aus der göttlichen Substanz noch durch Formation aus einem gegebenen Stoffe wie der erste Mensch; und ebenso wenig kann ihr Ursprung wie beim Menschen so gedacht werden, daß ein Teil der Engel von andern durch Zeugung abstammte; denn alle diese Weisen des Ursprungs widersprechen ebenso der geistigen Natur Gottes und der Engel selbst [...].
Da alle Schöpfung nur trinitarisch bzw. als trinitarisches Geschehen gedacht werden kann,  sind auch die Engel in ihrer Erschaffung, ihrem Wesen und ihrem Dienst Abbilder der Trinität. Schöpfung und Trinität gehören also auch in der Angelologie untrennbar zusammen, wie der folgende Rückblick auf die biblischen Grundlagen des Engelglaubens verdeutlicht.

Der Engelglaube im Alten Testament: Schöpfungsglaube
Das Alte Testament enthält zwar keine Angelologie im Sinne eines fertigen dogmatischen Systems mit genauen Aussagen über Wesen und Natur der Engel. Das Fehlen einer metasprachlichen Ebene über die Engelwelt im Alten Testament darf jedoch nicht als Defizit gewertet werden, etwa in dem Sinne, daß die Angelologie des Alten Testamentes „lediglich eine Summe von Formeln und Bildern über die Beziehungen" wäre, „die Gott durch Vermittlung seines oder seiner übermenschlichen ,Boten' mit den Menschen anknüpft".   Die im Alten Testament überlieferten Aussagen über die Engel sind vielmehr vor dem Weltbild der damaligen semitischen Völker zu sehen, denen das Denken in abstrakten Kategorien und Sinnzusammenhängen fremd war. Dennoch ist dieser Engelglaube nicht in der natürlichen Erfahrungswelt des Menschen beheimatet, sondern in der übernatürlichen Sphäre und somit Ausdruck eines reflektierten im Sinne eines vernünftig begründeten Glaubens sowie einer klaren Unterscheidung von Geist und Materie. Für diesen Engelglauben gilt per analogiam, was Papst Johannes Paul II. in Fides et ratio zur Gotteserkenntnis im Alten Testament feststellt:
Die Erkenntnis beruht nach dem Alten Testament nicht nur auf einer sorgfältigen Beobachtung des Menschen, der Welt und der Geschichte, sondern setzt auch eine unerläßliche Beziehung zum Glauben und zu den Inhalten der Offenbarung voraus.
Zu diesen Inhalten der Offenbarung gehören notwendigerweise auch die Engel, nach den Worten des hl. Augustinus, daß wir von der Existenz der Engel nur durch den Glauben wissen.  Folglich sind die Engel „keine Symbole, sondern Objekte des Glaubens".
Ein gewisser Wandel und eine Ausfaltung des Engelglaubens läßt sich aber bereits im Alten Testament feststellen. Dieser Wandel verläuft von der Vorstellung einer „radikalen ,Allkausalität' Jahwes, [...], auf den Israel alles Geschehen zurückführte und der einer breiteren Einwirkung von Zwischenwesen keinen Raum ließ"", zu einer immer differenzierteren Sicht der Engelwelt. Diese Differenzierung betrifft sowohl die Aufgabe als auch die Stellung der Engel und läßt sich anhand der beiden Konzepte vom Boten Gottes und vom Himmlischen Hofstaat mitverfolgen, mit einem deutlichen Entwicklungsschub in der nachexilischen Epoche.
Als „Bote Gottes" {mal'ak jhwh) tritt der „Engel des Herrn" bereits im Pentateuch auf, allerdings eher in den „elohistischen" Berichten als in den „jahwistischen". Seine Erscheinung ist immer mit einem Auftrag Gottes verbunden, weshalb ihm auch in der Geschichte Israels eine besondere Funktion zufällt. Zu den wichtigsten Aufgaben dieses Boten gehören die Verkündung des Willens Gottes (Gen 16,7f; Gen 21,17-21; Gen 22,11.15; Num 22,22-35), die Begleitung der Menschen und besonders der Israeliten auf ihren Wegen (Gen 24,7.40; Ex 23,20; Num 20,16), aber auch der Vollzug der Strafe Gottes (Gen 19; 2 Sam 24,16). Unabhängig aber von seiner jeweiligen Aufgabe beschrieben die alttestamentlichen Texte den Engel als hilfreiches Wesen, als „die persongewordene Hilfe Jahwes für Israel, fast wie ein mittlerischer Amtsträger des Bundesverhältnisses".
Um das Verhältnis zwischen Gott und diesem Boten festzulegen, hat die alttestamentliche Exegese eine Reihe von Theorien entwickelt. Die Repräsentationstheorie gesteht dem Engel nur die Stellung eines Gesandten zu; dagegen spricht jedoch die völlige Identifizierung des Engels mit dem Auftrag Gottes, die bei Botschaftern nie gegeben ist (vgl. Gen 16,7-13; Ex 3,2-6). Die Identitätstheorie hingegen führte zu einer völligen Verschmelzung des Engels mit dem ungeschaffenen Logos unter Zurückstellung des Botenamtes. Diese Theorie steht jedoch im Widerspruch zu späteren Büchern des Alten Testaments, die den Engel als Diener und besonderen Gesandten Gottes betrachten (1 Sam 29,9; 2 Sam 14,17). Die Interpolations- bzw. Interpretationstheorie schließlich beruft sich auf spätere Korrekturen der biblischen Texte, in denen von Theophanien berichtet wird: Die absolute Transzendenz Gottes, deren Erkenntnis sich im Bewusstsein des Volkes Israel und in der theologischen Reflexion immer mehr durchsetzte, sollte durch die „Zwischenschaltung" des Engels verteidigt werden. In Wirklichkeit geht die Gestalt des Engels nicht auf spätere Ergänzungen zurück, sondern auf die ältesten biblischen Überlieferungen.  Alle diese Theorien haben aber einen gemeinsamen Grundtenor: „[...] daß der in der Nähe Gottes stehende Engel die Allgegenwart Jahwes und seine unsichtbare Herrlichkeit präsent werden lassen kann".
" Gerhard von Rad, Theologie des Alten Testaments. München 41962, 299.

Die Engelvorstellungen dieser ältesten biblischen Texte lassen aber gerade unter dem Aspekt der Unsichtbarkeit Gottes noch weitere Deutungen zu. Sie sind einerseits vor dem Hintergrund des „Bilderverbotes" zu betrachten, jener biblischen Maxime, sich von Gott kein Bild zu machen (Ex 20,3-5; Dtn 4,25-31; 27,15). Andererseits machte gerade die absolute Transzendenz Gottes „zur Aufrechterhaltung des Glaubens an die Immanenz seiner Selbstbezeugung in Schöpfung und Geschichte die Annahme vermittelnder Geistwesen notwendig".  Die Engel überbrückten somit „den für das religiöse Gefühl unerträglichen Abstand zwischen der immer weiter ins Jenseitige und unfaßbar Majestätische gerückten Gottheit und der Menschwelt".  Die Mittlertätigkeit der Engel konnte daher nicht auf den Dienst am Menschen beschränkt werden: Engel gehören vielmehr wesentlich zum Bau der Schöpfung, als eine Art „Zwischenwesen".  Als solche sind sie bereits in den Schriften der vorexilischen Epoche genannt. Das zweite Konzept der alttestamentlichen Engelwelt, der Hofstaat, ist erstmals im jahwistischen Bericht von Gen 3,24 erwähnt, wo Gott die Cherubim mit der flammenden Schwertklinge am Eingang des Gartens Eden als Wächter aufstellt. Später begleitet der Hofstaat bzw. Mitglieder desselben Gott bei seiner Escheinung (Gen 28,12) oder wird zum Gegenstand der Schau prophetischer Visionen (1 Kön 22,19). In der Berufungsvision des Isaias tritt der Hofstaat unter dem Namen Seraphim (Wurzel s-r-p = brennen) auf (Is 6,2), wobei einer aus dieser Schar als besonderer Mittler zwischen Gott und Menschheit fungiert (Is 6,6-7).
Seit dem Exil griff der Engelglaube in Israel stark um sich, ohne daß die Ursachen dafür restlos geklärt sind.  Von religionsgeschichtlicher Seite werden zwar vielfach persische Einflüsse auf die weitere Entwicklung des alttestamentlichen Engelglaubens angenommen. Die diesbezüglichen Theorien sind allerdings wenig plausibel, angesichts des strengen Eingottglaubens Israels und der damit verbundenen Ablehnung mythisierender Welterklärungsversuche. Denn gerade das Festhalten am Monotheismus und der Glaube an die Transzendenz Gottes ermöglichte dem Volk Israel, seine Identität auch im Exil zu bewahren. Direkte Anleihen in der persischen Götterwelt sind daher auszuschließen. Die persischen Engel sind nur „Aspekte Gottes", die biblischen hingegen sind „Geschöpfe des Herrn".  Folglich kann man davon ausgehen, daß sich die Erkenntnis des Geschöpfseins der Engel im Volk Israel gerade in Konfrontation mit der polytheistischen Umwelt im Exil durchsetzte.
Diese doppelte Bewußtwerdung, nämlich der Vertiefung des Glaubens an die Transzendenz Gottes einerseits und das Geschöpfsein der Engel andererseits, kann auch als ein Grund für das Auftreten von Engelnamen betrachtet werden. Die stärkere Individualisierung der Gestalt der Engel und die Spezifizierung ihrer Aufgaben in den nachexilischen Büchern führte nämlich dazu, daß manchen Engeln Eigennamen zugewiesen wurden. Die Bibel kennt jedoch nur die der drei Erzengel: Raphael, Gabriel und Michael. Raphael ist jener im Buche Tobias (3,17) erwähnte Engel, der den alten Tobias und dessen Frau Sarah heilt. Sein Name verweist auf seine Aufgabe: „Gott (El) hat geheilt".  Michael ist als Verteidiger des jüdischen Volkes in Dan 10,13 genannt, sein Name bedeutet „Wer ist wie Gott?" . Gabriel ist seinem Namen nach der „Mann Gottes", der im Auftrag Gottes schwierige Visionen erklärt (Dan 8,16), bezeichnet aber zugleich die „Stärke Gottes".  Diese biblischen Engelnamen sind offenkundig theophorische Namen, die den Gottesbezug und Gottesdienst der Engel verdeutlichen. Besonders das Motiv des Hofstaats gewinnt in den nachexilischen Büchern an Bedeutung und findet sich dort unter verschiedenen Bezeichnungen. Beim Propheten Daniel erscheinen Engel als „Herr des Himmels" und als „Streitmacht Jahwes" (Dan 8,10f.). Im Buch Job kommt dem Hofstaat die Aufgabe des himmlischen Gerichts zu (Job 1,6-12); als „Gottessöhnen" obliegt den Engeln der Lobpreis Gottes (Job 38,7; vgl. auch Ps 148,2). Der Prophet Ezechiel schaut in seiner Berufungsvision „vier lebendige Wesen" als Träger des Thrones (Ez 1,4-28), die ebenso wie in Gen 3,24 als Cherubim bezeichnet werden (Ez 10,1). Diese Anschauung von Engeln als Hofstaat und Kronrat Gottes war zwar auch in den Mythen der Nachbarvölker Israels verbreitet; es handelt sich dabei allerdings nur um äußere Anleihen, die an den Schöpfungsglauben des Alten Testaments assimiliert wurden. Denn Engel als Mitglieder des Hofstaats sind bereits in den vorexilischen Schriften genannt, wodurch die Kontinuität des Hofstaats in der alttestamentlichen Überlieferung belegt ist. Außerdem bedurfte „die ganz anders geartete Schöpfermacht Jahwes" der Engel „nicht des äußeren Prunkes wegen", sondern setzt diese „wie die Propheten als Boten und Interpreten seiner Heilsgegenwart ein".  Diese Dienstfunktion sowohl des Boten Gottes als auch des Hofstaats mag der Grund gewesen sein, warum beide Konzepte innerbiblisch zunehmend miteinander verbunden werden: „Der Bote verliert dabei seinen ausgesprochenen Boten-Charakter und wird zu einem Teil der ,himmlischen Schar', wie umgekehrt die Hofstaat-Mitglieder nun in Funktionen und Attributen des Boten begegnen."
Allerdings kann weder die alttestamentliche Angelologie noch die spätere Entwicklung innerhalb des Judentums das Personsein und die Individualität der Engel klären. In den einzelnen Entwicklungsstadien des Alten Testaments ist aber ungeachtet der Einflüsse fremder Kulturen als durchgängiger Faktor bereits jener wesentliche Bestandteil des kirchlichen Engelglaubens grundgelegt, der eine Vertiefung der Angelologie in dieser Richtung zuläßt, nämlich der Schöpfungsglaube. Gerade davon hat sich aber das nachbiblische Judentum immer mehr entfernt. Wo aber der Schöpfungsgedanke verwässert wird oder in den Hintergrund tritt, dort kann auch das Geschöpfsein nicht mehr in seinen wahren Dimensionen erkannt werden. Eine Ausfaltung des Engelglaubens im Sinne des Schöpfungsglaubens war also nur auf der Grundlage des Neuen Testaments möglich.

Die Angelologie im Neuen Testament: trinitarische Bezüge
Für das Neue Testament gilt ebenso wie für das Alte, daß der Name Engel zwar überirdische Wesen bezeichnet, jedoch nach den Worten Gregor des Großen nicht deren Natur, sondern deren Aufgabe im Dienst Gottes.  Die Verfasser der Evangelien, der Apostelgeschichte und der Apokalypse selbst stellten zwar noch keine Reflexionen über die Engel im Rahmen eines philosophischen Systems an. Das Neue Testament bildet aber in Einheit mit dem Alten Testament die Grundlage für die systematische und dogmatische Ausfaltung der kirchlichen Engellehre.

Ein entscheidender Einschnitt der neutestamentlichen Angelologie gegenüber dem alttestamentlichen Engelglauben besteht in der ausschließlichen Hinordnung der Engel
auf die Kirche und damit auf das Erlösungswerk im Gefolge der Menschwerdung Gottes.  Von diesem Zeitpunkt an stehen die Engel ganz im Dienst der endgültigen Erlösungs- und Heilsordnung, nach den Worten Christi in Joh 1,51 im Anschluß an die Vision Jakobs von der Himmelsleiter: „Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen über dem Menschensohn".  Diese Wirksamkeit der Engel im Neuen Bund läßt sich in drei Phasen gliedern: die Ankündigung des Gottesreiches, die Begleitung Jesu in seinem Erdenleben und schließlich der Dienst der Engel an der Kirche nach der Herabkunft des Heiligen Geistes.
Engel sind zugegen an der Schwelle des Alten Bundes zum Neuen, bei der Verkündigung der Menschwerdung Gottes an Maria (Lk 1,26-38), der Geburt des Täufers an Zacharias (Lk 1,5-20), sie übermitteln den Hirten die Frohbotschaft der Geburt Christi (Lk 2,9-15). Sowohl in der Ankündigung kommender Ereignisse als auch im Bezeugen des Heilsgeschehens stehen die Engel in dieser Phase besonders im Dienst des Wortes.  Sie sind auch im Auftrag Gottes des Vaters die Schützer seines menschgewordenen Sohnes und der Hl. Familie: Ein Engel fordert Josef im Traum auf, vor den Nachstellungen des Herodes mit Maria und dem Messias nach Ägypten zu fliehen (Mt 2,13) und nach überstandener Gefahr ins Land Israel zurückzukehren (Mt 2,19f.). Die synoptischen Evangelien berichten von Engeln, die Jesus nach der Versuchung in der Wüste dienten (Mk 1,13; Mt 4,11).

Bild: Erscheinungen von Heroldsbach: Gnadenbild: Die Heiligste Dreifaltigkeit mit Engeln, Armen Seelen im Fegefeuer mit dem Gnadenkreuz von Herolsbach
Während der Lehr- und Wanderjahre Jesu treten die Engel nicht sichtbar in Erscheinung, sie sind vielmehr Gegenstand seiner Verkündigung. Diese Aussagen des Sohnes Gottes selbst über die Engel sind der Kern- und Höhepunkt der Angelologie überhaupt: Jesus bestätigt vor allem die Existenz der Engel gegenüber den Sadduzäern (Lk 20,35-36) und zumindest indirekt auch deren Geistnatur durch den Hinweis auf das engelgleiche Leben im Himmel, frei von sinnlichen Begierden. Die wichtigste Aufgabe der Engel ist die beständige Gottesschau gemäß den Worten Jesu in Mt 18,10: „Ihre Engel im Himmel schauen immerfort das Angesicht meines Vaters, der im Himmel ist." Diese beiden Perikopen enthalten somit klare Aussagen auch über das Wesen der Engel.  Der Dienst der Engel hat stets eine eschatologische Dimension: Die Engel werden Christus bei seinem Kommen in Herrlichkeit begleiten (Mt 16,27; Mt 25,31; Mk 8,38; Lk 9,26), die Übeltäter aussondern und in den Feuerofen werfen (Mt 13,41f.49f.) sowie schließlich das Bekenntnis des Menschensohnes zu den Seinen bezeugen (Lk 12,8f.). Ihr meist verborgenes Wirken, aber auch ihre Herrlichkeit wird zusammen mit der Parusie allen offenbar werden. Daher sehnen sich die Engel danach, das von den Propheten angekündigte Geheimnis der Erlösung in seiner Fülle zu schauen (1 Petr 1,12). Nach der Verkündigung Jesu sind die Engel erst wieder bei weiteren einschneidenden Ereignissen der Heilsgeschichte zugegen, bei der Stärkung Jesu am Ölberg (Lk 22,43) und anschließend beim Ostergeschehen. So hat gemäß Mt 28,2 ein Engel den Stein vom Grab weggewälzt. Die Synoptiker berichten ferner, daß Engel den zum Grab geeilten Frauen auch die Auferstehung bezeugen, verbunden mit dem Auftrag, davon auch den Jüngern zu künden (Mt 28,5-7; Mk 16,5-7; Lk 24,4-9); nach dem Johannesevangelium fragen sie Maria Magdalena, wen sie suche (Jo 20,13), ehe sich ihr der auferstandene Christus zeigt. Nach der Himmelfahrt des Herrn erklären sie den Jüngern, daß Jesus entrückt ist und sich erst bei seinem endzeitlichen Kommen wieder zeigen wird (Apg 1,10-11). Von da an stehen die Engel im besonderen Dienst der Kirche, die ihre Sendung mit der Himmelfahrt und dem Kommen des Geistes antritt. Die Engel erscheinen als Boten mit einem Heilsauftrag, bei der Taufe des äthiopischen Höflings (Apg 8,26) und bei jener des Cornelius (Apg 10,3-6). Sie sind von Gott als Schützer der Apostel bestellt, die Petrus aus dem Kerker befreien (Apg 12,7-11) und Paulus bei der stürmischen Überfahrt nach Rom im Traum seine Rettung verkünden (Apg 27,23-24).
Angesichts dieser ihrer Mithilfe am Heilswerk nennt Paulus die Engel „dienende Geister, ausgesandt zum Dienst derer, die das Heil erben sollen" (Hebr 1,14). Von ihm stammt eine erste Deutung, ja Systematisierung der in den Evangelien überlieferten angelologischen Aussagen, und zwar unter streng christozentrischem Aspekt. Zugleich mit der dienenden Rolle der Engel betont nämlich Paulus die überragende Stellung Christi ihnen gegenüber (Phil 2,8-10; Hebr 1,4-5): Nur in Christus findet die ganze Schöpfung daher auch die Engelwelt ihre Vollendung (Eph 1,10; Kol 1,20). Daher wendet sich Paulus auch gegen einen abwegigen Engelkult, der die Erhabenheit Christi über alles Geschaffene und folglich auch über die Engel verdunkelt (Kol 2,18). Die Engel sind nämlich nicht unmittelbare Träger, sondern lediglich Zeugen (1 Tim 5,21) und zum Teil auch nur Zuschauer des Heilsgeschehens (1 Kor 4,9). Im Gefolge seiner Christozentrik und Betonung der Herrschaftsmacht Christi nimmt Paulus eine erste hierarchische Gliederung der Engelwelt in den Schriften des Neuen Testaments vor (Rom 8,38; 1 Kor 15,24; Eph 1,21; Kol 2,10), am deutlichsten in Kol 1,16: „Denn in Ihm wurde alles erschaffen, was im Himmel ist und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, ob Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten: alles ist durch Ihn und auf Ihn hin erschaffen."
Im Unterschied zu den Paulusbriefen, die gegenüber den Evangelien keine zusätzlichen Erkenntnisse im Bereich der Angelologie aufweisen, öffnet die Apokalypse des Johannes neue Perspektiven in die Engelwelt. Wenn sie auch keine solche Autorität beanspruchen kann wie die Aussagen Christi selbst über die Engel, so ist sie doch die Vollendung der neu-, aber auch der alttestamentlichen Angelologie. Die Engel fungieren hier als Mittler der Offenbarung im Hinblick auf die Vollendung der Herrschaft Gottes (Offb 1,1), entsprechend den bereits im Alten Testament bekannten Engeln, die als Vermittler und Deuter von Visionen erscheinen (Ez 40,3; Dan 8,16-26; Zach 1,8-14). Ferner treten vier Engel auf über die vier Winde (Offb 7,1), vier bislang am Euphrat gebundene Engel als Kämpfer gegen die dämonischen Reiterscharen (Offb 9,14), ein Engel mit Gewalt über das Feuer (Offb 14,18), ein weiterer über das Wasser (Offb 16,5), sieben Engel mit den sieben letzten Plagen vor der feierlichen Eröffnung des Gerichts (Offb 15). Diesen Engeln obliegt vor allem die Bewahrung und der Schutz der Schöpfung, sie treten aber auch als Siegel-Engel auf mit dem Auftrag, die Knechte Gottes zu bezeichnen (Offb 7,2-3) und nach dem Öffnen der Siegel das Gericht zu vollziehen (Offb 8,2-9-21).  Dieses Gericht wird auch von weiteren Engeln angekündigt werden (Offb 14,6-9). Der Höhepunkt der Sendung der Engel ist die Feier der Liturgie vor dem geschlachteten Lamm (Offb 5,12), wobei die ganze Schöpfung in deren Lobpreis eingezogen wird (Offb 5,13). Dazu gehören auch die bereits von Ezechiel geschauten vier Wesen (Offb 5,14).
Eine in der Apokalypse mehrfach auftretende Gruppe sind die „sieben Geister" (Offb 1,4; 3,1; 4,5). Sie waren vielfach Gegenstand theologischer Kontroversen, weil keine Einigkeit darüber herrscht, ob damit wirklich Engel gemeint sind oder der Geist Gottes in seiner Fülle.  Eine etwas differenziertere Deutung liefert Bietenhard, der von der Annahme ausgeht, daß damit keinesfalls die Erzengel gemeint sein können und diese wie andere Engel besonders dem Sohn Gottes in seinem Erdenleben zur Seite standen. Dieser Trinitätsbezug der neutestamenthchen Angelologie wird also besonders in der Apokalypse deutlich. Selbst wenn also das Neue Testament noch keine systematische Deutung der Engellehre und dieser trinitarischen Aspekte liefert, so ist es doch hinreichende Grundlage für eine Weiterentwicklung und Vollendung der Angelologie auf dem Boden der bereits im Alten Testament vorgegebenen Schöpfungslehre.
(Quelle: Dienst am Glauben" Heft 3/2011, S. 84ff. und Heft 4/2011, S. 122ff., Innsbruck)


2. praktische Umsetzung der Theologie am Beispiel des heiligen Schutzengels:
Die Kath. Kirche bzw. Lehre hat 7 Grundpfeiler:
- Jesus in der hl. Eucharistie, das Opfer
- den Hl. Vater
- die hl. Jungfrau Maria
- die Hl. Schrift mit den 7 hl. Sakramenten
- das Gebet
- die Gemeinschaft der Engel und Heiligen im Himmel und
- die Tradition

Die Katholische Mystik liegt voll im Trend und spricht die Menschen an, bes. auch diejenigen, die von der Kirche wenig wissen, ihr fernestehen, nach etwas "Höherem" suchen, sich von ihr abgewandt haben... Leider wenden sich manche Leute unwissend den östlichen Religionen oder "östlichen Heilweisen" zu, die doch nur krank machen. Sie wissen nicht, daß das Gute so nah liegt! Die Menschen, die den Kirchenaustritt vollzogen haben, wissen nicht, welch große Hilfe ihnen allein durch ihren hl. Schutzengel entgeht:
- Mit meiner 91-jährigen Mutter fahre ich seit Jahrzehnten zu den Fatimatagen. Warum bekommen wir jedesmal einen Sitzplatz? obwohl z.B. ein bekannter Kardinal zu Gast war und die hl. Messe zelebrierte und die Kirche ganz voll war, kaum Stehplätze mehr vorhanden? Warum bekommen wir aber 2 Sitzplätze nebeneinander? Weil ich jedesmal vorher 1 Vater unser, 1 Ave und 1 Ehre sei zu meinem hl. Schutzengel bete mit der Bitte, er möge mir doch bitte 2 Plätze für meine Mutter und für mich beschaffen - es funktionierte bisher IMMER, jahrzehntelang! Plötzlich werden 2 Plätze vor uns frei! Das muß man den Leuten aber auch predigen! Die Leute müssen wissen, was sie an der Katholischen Kirche haben, welch große Kostbarkeiten da verborgen sind, die jeder für sich und die Seinen nützen könnte! Dann gibt es auch wieder mehr Kirchenbesucher, weniger Kirchenaustritte, denn die Leute erkennen dann die große praktische Bedeutung der Katholischen Kirche fürs tägliche Leben... - Dann gibt es auch wieder mehr Berufungen zu Priester, Ordensberuf, Klosterleben...
- Oft sucht man vergeblich in Städten nach einem Parkplatz: 1 Vater unser, 1 Ave und 1 Ehre sei mit der Bitte: "Heiliger Schutzengel, bitte suche mir einen Parkplatz!" genügt, dann bekommt man auch wirklich einen Parkplatz. Nun fahren Sie zum Parkplatz, aber es ist doch alles voll - obwohl sie gebetet haben!  Aber vor Ihren Augen wird ein Auto wegfahren - und Sie haben Ihren gesuchten Parkplatz! So einfach ist das! Das ist die Katholische Kirche! Das ist die Katholische Mystik! Das ist die Katholische, in die Praxis umgesetzte Theologie! Sie brauchen nicht mehr zu schimpfen, ihr heiliger Schutzengel läßt Sie einen Parkplatz finden: auch für solch "nebensächlichen" Dinge läßt sich Ihr heiliger Schutzengel einsetzen! - Die hl. Engel dienen Gott und sie dienen auch den Menschen, - wenn Sie es so wollen.
- Warum schreiben manche Jugendliche 30 oder gar 99 Bewerbungen und bekommen doch keinen Arbeitsplatz? wenn nur 1 Bewerbung ausreicht? 1 Vater unser, 1 Gegrüßet seist du, Maria und 1 Ehre sei... genügen! Am nächsten Tag kommt die Anstellung per Post ins Haus! - Probieren Sie bitte alles selber aus!
Die Reihe ließe sich beliebig für jede Lebenssituation fortsetzen! Für größere Anliegen haben wir ein anderes mächtiges Gebet zur Verfügung: Den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit, den wir täglich beten sollten und der viel Gewinn bringt! - Sollte trotz allem doch einmal ein Gebet nicht erhört werden, dann nehmen wir dieses als Opfer an und opfern alles Gott auf, um dadurch wiederum die nächsten - noch reichlicheren!!! - Gnaden in Empfang nehmen zu können, um Seelen zu retten für die Ewigkeit... - kein Gebet geht verloren, kein Gebet ist umsonst! Aber jedes Gebet ist kostenlos! Gott verlangt keine Gebühren! Gratis erhalten Sie einen Arbeitsplatz, eine feste Anstellung ...
Mit dem Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit haben Sie sogar Macht über alle Naturgewalten: Das Gewitter, das Unwetter verzieht sich, sobald Sie mit diesem mächtigen Gebet schon begonnen haben. Sie glauben das nicht? - Probieren Sie's aus! Das steht auch im Tagebuch der hl. Sr. Faustyna! Gott lügt nicht! Gott betrügt nicht!

In der Katholischen Mystik wird Gott erfahrbar! Entscheidend dafür sind unser fester Wille und unser Vertrauen auf die Hilfe Gottes.
Beten Sie auch oft: "Jesus, ich vertraue auf Dich!"

3. Weitere Texte auf meinen Webseiten:
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Betet zu Euren heiligen Schutzengeln!
Gottesmutter Maria als Siegerin - Betet täglich 3mal den "Engel des Herrn"!
Hl. Erzengel Michael
Hl. Joseph und der Engel des Herrn
Priester dürfen berühren, was keiner der Propheten oder ein Engel je durfte!
Rosenkranz zu den neun Chören der Heiligen Engel
Uraltes Engelsgebet



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