|
Skapulierauflage in Wemding im Fatima-Jubeljahr 2017 |
Im
reichen Schatz der Sakramentalien der heiligen Kirche gibt es mehrere Skapuliere
verschiedener Orden. Das bedeutendste aber und am weitesten verbreitete
ist das „Braune Skapulier
vom Berge Karmel"
Die Geschichte des Skapuliers ist eng mit der Geschichte des Karmelitenordens
verwoben. Das Karmelgebirge liegt im Heiligen Land. Es erstreckt sich über
30 km entlang der Mittelmeerküste. Der harte Kalkstein des Gebirges
bildet zahlreiche Höhlen und Klüfte, von alters her eine beliebte
Zufluchtstätte für ein beschauliches Leben in Zurückgezogenheit
und Einsamkeit. Schon der Prophet Elia und sein Schüler Eliseus zogen
sich dorthin zurück. Auch in frühchristlicher Zeit lebten dort
zahlreiche Einsiedler. Um 1209 schlossen sich diese zu einem engeren Eremitenverband
zusammen, und gründeten so das erste Karmelkloster. Nun setzte aus
ganz Europa ein Zuzug von Mönchen ein, so dass in Palästina in
kurzer Zeit 15 weitere Klöster entstanden. Der Orden breitete sich
in Süditalien, Südfrankreich, Aquitanien und Spanien aus. In
England aber lebte zu dieser Zeit ein heiliger Einsiedler namens Simon.
Er hatte sein Vaterhaus schon seit seinem zwölften Lebensjahr verlassen,
um Wohnung zu nehmen im hohlen Stamm einer Eiche. Wahrscheinlich erhielt
der Heilige daher auch seinen Beinamen „Stock". Der hl. Simon Stock war
bereits 48 Jahre alt, als er auf die Karmelmönche stieß. Da
er von ihrer großen Liebe zur Himmelskönigin tief ergriffen
wurde, schloss er sich ihnen an. Als achtzigjähriger Greis wurde er
zum General des Ordens gewählt. Damit aber war ihm eine äußerst
schwere Bürde aufgeladen, denn sein Orden war in Europa nicht gerne
gesehen. In seiner großen Not flehte der heilige Simon unter Tränen
die Gottesmutter an, sie möge die Ordensfamilie nicht verlassen und
ihr ein besonderes
Zeichen ihres mütterlichen Schutzes geben. Daraufhin erschien ihm
am 16. Juli 1251 die heilige Jungfrau, lichtumflossen, und reichte ihm
das Skapulier und sprach zu ihm: „Mein
Sohn, empfange dieses Skapulier deines Ordens; es ist das Zeichen der besonderen
Vergünstigungen, die ich für dich und die Kinder des Karmet erlangt
habe. Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer
bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzkleid in Gefahren,
das Unterpfand eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes.''
Voll Freude nahm der greise Heilige dieses wertvolle Gnadengeschenk der
Gottesmutter an und sorgte schnell für seine Verbreitung.
Das Skapulier sollte jedoch nicht nur den Mönchen und Schwestern
des Karmels vorbehalten sein. Dieses Gnadengeschenk verlieh Maria allen
Gläubigen — auch uns. Schon zu Lebzeiten des heiligen Simon Stock
gründete sich eine Skapulierbruderschaft.
Wie
aber können wir der Gnadenvorzüge, die mit dem Tragen des Skapuliers
verbunden sind, teilhaftig werden? Das Skapulier muss von einem Priester
aufgelegt werden. Die heilige Jungfrau hatte zum heiligen Simon Stock gesagt:
„Wer mit diesem Kleide
sterben wird, wird vor den Flammen des ewigen Feuers bewahrt bleiben. Es
ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzmittel in Gefahren, das Unterpfand
eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes."
Der zweite Gnadenvorzug des Skapuliers besteht darin, dass uns Maria
am ersten Samstag nach dem Tode aus dem Fegefeuer befreien wird, das sogenannte
Samstagsprivileg.
Mit der Übernahme des Skapuliers und den damit verbundenen
Privilegien versprechen wir gleichzeitig:
Die standesgemäße Keuschheit leben (d. h. Priester und
Ordensleute, wie es dem geistlichen Stand entspricht, Eheleute, wie es
sich für den Stand der christlichen Ehe geziemt, Ledige, gemäß
dem Stand der Unverheirateten);
Die sogenannten marianischen Tagzeiten beten, oder sich am Mittwoch,
Freitag und Samstag von Fleischspeisen enthalten, oder täglich den
Rosenkranz beten.
Das Skapulier besteht aus zwei Stückchen braunen Wollstoffes,
die durch zwei Tragebändchen miteinander verbunden sind. Der Name
dieses Sakramentale leitet sich ab vom lateinischen Wort scapulae, Schultern.
Das Skapulier wird über beide Schultern hängend getragen. Da
das Tragen des Skapuliers unter Umständen schwierig ist, gewährt
die heilige Kirche, dass ersatzweise die Skapuliermedaille verwendet werden
darf, die die entsprechenden Bildnisse des Herzens Jesu und Unserer Lieben
Frau vom Berge Karmel trägt.
Das Skapulier
Zeichen des Bundes
und der Gemeinschaft Mariens mit den Gläubigen
Botschaft von Papst Johannes Paul II. anlässlich
der Weihe des Jahres 2001 an die Mutter Gottes und anlässlich des
750. Jahrestages der Übergabe des Skapuliers.
Dieses intensive marianische Leben, das in vertrauensvollem Gebet,
in frohem Lobpreis und in eifriger Nachfolge Ausdruck findet, führt
zur Erkenntnis, dass die reinste Form der Verehrung der seligsten Jungfrau
unter dem schlichten Zeichen des Skapuliers die Weihe an ihr Unbeflecktes
Herz ist. So erwächst im Herzen eine Verbundenheit und Vertrautheit
mit der seligsten Jungfrau "als eine neue Weise, für Gott zu leben
und hier auf Erden die Liebe des Sohnes Jesus zu seiner Mutter Maria fortzusetzen".
So gelangt man - nach einem Wort des sel. Karmelitenmärtyrers Tito
Brandsma - zu einem inneren Einklang mit Maria, der Theotokos, und überträgt
wie sie das göttliche Leben: "Auch zu uns sendet der Herr seinen Engel...
Auch wir müssen Gott in unserem Herzen empfangen, ihn in unserem Herzen
tragen, ihn in uns nähren und wachsen lassen, so dass er von uns geboren
wird und mit uns lebt als der Gott mit uns, der Immanuel" (des sel. Tito
Brandsma). Dieses reiche marianische Erbe des Karmel wurde mit der Zeit
durch die Verbreitung der Verehrung des geweihten Skapuliers ein Schatz
für die ganze Kirche. Wegen ihrer Einfachheit, ihrer anthropologischen
Bedeutung und der Beziehung zur Rolle Marias gegenüber der Kirche
und der Menschheit wurde und wird diese Verehrung vom Volk Gottes bereitwillig
und weitgehend angenommen und nach dem liturgischen Kalender der Kirche
als Gedenktag am 16. Juli gefeiert. Das Skapulier ist zum Inbegriff einer
wirksamen Zusammenfassung marianischer Spiritualität geworden, die
die Marienverehrung der Gläubigen fördert, indem es sie für
die liebevolle Gegenwart der Jungfrau und Gottesmutter in ihrem Leben empfänglich
macht. Das Skapulier ist im Wesentlichen ein "Bekleidungsstück". Derjenige,
der es empfängt, gehört in gewisser Weise dem Karmelitenorden
an oder wird ihm angeschlossen, der sich dem Dienst der Muttergottes zum
Wohl der ganzen Kirche widmet (vgl. Formel der Auflegung
des Skapuliers, in: Ritus der Segnung und Auflegung des Skapuliers).
Wer das
Skapulier trägt, wird also in das Land des Karmel geführt, damit
er "seine Früchte und Güter genießen"
(vgl. Jer 2,7) und die liebevolle und mütterliche Gegenwart
Marias im täglichen Bemühen erfahren kann, Jesus Christus "anzuziehen"
und offenbar zu machen, dass er im eigenen Innern lebt für das Wohl
der Kirche und der ganzen Menschheit (vgl. Formel der Auflegung des Skapuliers).
Zwei Wahrheiten werden also im Skapulier offenbar: einmal der beständige
Schutz der seligsten Jungfrau Maria nicht nur auf dem ganzen Lebensweg,
sondern auch im Augenblick des Eingangs in die Fülle der ewigen Herrlichkeit;
zum zweiten das Bewusstsein, dass ihre Verehrung nicht auf Gebete und Ehrenbezeigungen
bei gewissen Anlässen zu beschränken ist, sondern ein "Habit"
sein soll, das heißt ein immerwährendes Kennzeichen der eigenen
christlichen Lebensführung, die von Gebet und Innerlichkeit, vom häufigen
Sakramentenempfang und der konkreten Übung der geistlichen und leiblichen
Werke der Barmherzigkeit geprägt ist. Auf diese Weise wird das Skapulier
Zeichen des "Bundes" und der beiderseitigen Gemeinschaft zwischen Maria
und den Gläubigen. Denn es übersetzt konkret den Auftrag Jesu
am Kreuz, den er Johannes und durch ihn uns allen hinsichtlich seiner Mutter
gab, und wo er den Lieblingsjünger und uns ihr, unserer geistlichen
Mutter, anvertraut hat.
Alljährlich am 16. Juli feiert die Kirche das Fest der Allerseligsten
Jungfrau Maria vom Berge Karmel. Es soll dem Dank dienen für die Gnaden,
die Maria dem Orden vom Karmel und seinen Freunden besonders unter dem
Zeichen des Skapuliers erwirkt hat.
Beim Auflegen des heiligen Skapuliers
ist folgender Ablauf zu beachten:
Das STOFFSKAPULIER muss von einem Priester aufgelegt werden! Es
muss nach den angegebenen Gebeten und Segnungen aufgelegt werden. Eine
Skapulier-Medaille ersetzt das Tragen des Stoffskapuliers. Verlieren Sie
die geweihte Medaille, können Sie diese jederzeit mit einer anderen
gesegneten Medaille ersetzen.
Zum Jubiläum "100 Jahre
Erscheinungen in Fatima" in Maria Brünnlein:
Bei der letzten Erscheinung in Fatima am 13.10.1917 zeigt sich die
Gottesmutter als „Unsere Liebe Frau vom Berge KarmeP.
Dies ist der Anlass, dass in der Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein
in der Regel am ersten Mittwoch im Monat während dieses Jubiläumsjahres
das Skapulier aufgelegt wird und die Gläubigen dieses Sakramentale
in Anspruch nehmen können. Bereits am 08.12.1754 war in der Wallfahrtskirche
die Bruderschaft vom „Himmelblauen Skapulier der Unbefleckten Empfängnis"
eingeführt und am 30.12.1767 konfirmiert worden. Der linke Seitenaltar
des hl. Johannes Nepomuk zeigt am oberen Auszug den hl. Kajetan, wie er
das „Himmelblaue Skapulier" in Händen hält, die beiden Putten
daneben reichen Skapulier und Statuten der Bruderschaft an. Leider ist
die Bruderschaft des eigenen Himmelblauen Skapuliers am Heiligtum nicht
mehr existent. Die Auflegung des Skapuliers Unserer Lieben Frau vom Berg
Karmel soll ein kleines Aufleben dieses Gnadenmittels sein.
Termine
für die Auflegung: jeweils
zum Gebetsvormittag „In der Schule Mariens": 8.15 - 8.50 Uhr Beichtgelegenheit,
9.00 Uhr Hl. Messe, anschließend Betrachtung des Rosenkranzes und
Auflegung des Skapuliers:
15. März,
05. April, 03. Mai, 07. Juni, 05. Juli, 03. August, 12. September, 04.Oktober,
08. November, 06. Dezember 2017
Stoffskapulier bzw. Medaille werden den Gläubigen dabei überreicht!
Aus dem Segensgebet:
Empfange dieses Skapulier
als Zeichen deiner besonderen Liebe zu Maria, der Mutter Jesu, die du nachahmen
willst Es erinnere dich stets an deine Würde als Christ und an deine
Bereitschaft, für andere da zu sein und Maria nachzuahmen. Trage es
als Zeichen ihres Schutzes und deiner Zugehörigkeit zur Familie des
Karmel. Sei fest entschlossen, den Willen Gottes zu erfüllen und am
Aufbau einer Welt mitzuarbeiten, die den Plan Gottes unterstützt,
der Welt Gerechtigkeit, Frieden und Liebe zu bringen.
Weitere Informationen:
Wallfahrt Maria Brünnlein, Oettinger
Straße 103, 86650 WEMDING, 09092-96880.