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Heiliger Benedikt Joseph Labre (1748-1783) - ein großer Heiliger

Julia Wächter
Beruf: Bettler Berufung: ewiger Pilger
Der heilige Benedikt Joseph Labre (1748-1783)

Während zu seiner Zeit in vielen Köpfen die allgemeinen Grundlagen der Aufklärung, nämlich Vernunft, Wissen, Fortschritt und Wohlfahrt, feste Verankerung gefunden hatten und sich ihm eine Welt zeigte, die sich in zahlreiche Widersprüche zwischen Prunk und moralischem Elend verstrickt hatte, fand Benedikt Joseph Labre, seinen eigenen Weg: Es war ein Weg, von dem er gewiss war, Gott fügte ihn, auch wenn dieser hinaus auf die Straßen Europas führte.
1770 begann seine Pilgerschaft. Er verließ Familie und Heimat und alle Annehmlichkeiten der Welt, um als ewiger Pilger ohne festen Wohnsitz die großen christlichen Wallfahrtsstätten aufzusuchen. Immer war er dabei auch auf der Suche nach Marienheiligtümern. Bei sich trug er nichts als das Neue Testament und ein Brevier, lebte als Zeuge für Christus beschaulich auf den Straßen, und stellte mehr und mehr seine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund. In der dauernden Suche nach Demütigung und Buße sowie in der stetigen Sorge, nicht würdig genug zu sein, wurde er nicht müde, sich der kontemplativen Betrachtung zu widmen. Die Kirchen besuchte er besonders gerne zur Zeit der eucharistischen Anbetung und verharrte meist stundenlang vor dem Ausgesetzten Allerheiligsten. In Rom, wo er ausreichend bekannt war, nicht zuletzt wegen seiner selbstlosen Wohltaten an Kranken und anderen Bedürftigen, wurde er der ,Arme des 40-stündigen Gebets' genannt, denn er betete fast ohne Unterlass und lebte selbst lediglich von Almosen. Eine Bleibe für die Nacht fand er meist nur im Kolosseum oder in öffentlichen Armenherbergen. Im April 1783 brach er zum Klang des abendlichen Angelus auf den Stufen der Freitreppe vor der Kirche "Madonna dei Monti" sterbend zusammen.

Dies ist ein Auszug aus dem wunderbaren Gnadengebet des Benedikt Joseph Labre, das er einem kranken Mädchen aus Dank für die empfangene Gastfreundschaft hinterließ:

Ewiger Vater, um des Blutes Jesu willen Barmherzigkeit! Tröste uns in unseren gegenwärtigen Anliegen und Trübsalen, wie du Job, Anna und Tobias in ihren Bedrängnissen getröstet hast! Und du, Maria, Trösterin der Betrübten, bitte und versöhne Gott für uns und erlange die Gnade, die wir demütigst begehren!
Ewiger Vater, um des Blutes Jesu willen Barmherzigkeit! Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe. Gib uns um deiner Barmherzigkeit willen Zeit zur Buße, damit wir bekehrt und reuig ob unserer Vergehen, die die Ursache jeglichen Übels sind, im heiligen Glauben leben, in der Hoffnung und Liebe und im Frieden unseres Herrn Jesu Christi! Und du, Maria, Zuflucht der Sünder, bitte und versöhne Gott mit uns und erlange uns die Gnade, die wir demütigst begehren.

Als der große Büßer wurde Benedikt Joseph 1881 durch Papst Leo XIII. heiliggesprochen. Am 16. April, dem Todestag des Heiligen, feiert die Kirche seinen Gedenktag und hält die Erinnerung an ihn so immer neu am Leben.
Am selben Tag im April feiert auch Papst em. Benedikt XVI. seinen Geburtstag. Sein päpstlicher Name Benedikt vereint sich mit seinem Taufnamen Joseph zu den beiden Vornamen des Heiligen.
(Quelle: Julia Wächter in "Bote von Fatima" April 2015, Jgg. 73/Nr. 4, S. 12, IMR, Regensburg)



Beten auch Sie täglich den Rosenkranz, wie die heilige Jungfrau Maria das von uns allen wünscht!


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