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Im Leben vieler heiliger Mystiker gab es Fälle von Bilokationen,
d.h. von einem Zustand, in dem die betreffende Person sich gleichzeitig
an zwei verschiedenen Orten befindet, die manchmal Tausende von Kilometern
voneinander entfernt sind. Es handelt sich um eine der geheimnisvollsten
Erscheinungen im Leben von Mystikern, welche ebenfalls auf die Existenz
der unsterblichen menschlichen Seele hinweist.
Der heilige Pater Pio besaß die Gabe
der Bilokation und machte oft davon Gebrauch, um Menschen in Not zu helfen.
Bei ihm begann die Zeit der Bilokation,
wenn er sich zur Nachtruhe niederlegte. In den Bilokationen gelangte er
dorthin, wohin ihn Christus mit geistlicher Unterstützung, Rat und
Hilfe sandte - zu konkreten Personen. Bei diesen „Reisen" begleiteten Pater
Pio häufig der hl. Antonius von Padua oder der hl. Franz von Assisi.
Die Tatsache der Bilokation läßt sich nicht rational erklären.
Was geschieht dabei? Der Mensch verläßt mit seinem Geist den
Körper und begibt sich an einen anderen Ort. Die
Bilokationen im Leben des hl. Pater Pio sind umfangreich belegt. Zeugen
waren u. a. Piloten der vereinten Streitkräfte, die seit September
1943 in der Gegend von Bari stationiert waren. Jedes Mal, wenn sie
bei ihren Kriegsflügen in die Nähe von San Giovanni Rotondo kamen,
erschien ihnen ein Ordensmann, der sie daran hinderte, die Bomben abzuwerfen,
und die Flugzeuge umlenkte. Alle Ortschaften in der Nähe wurden stark
bombardiert, doch auf San Giovanni Rotondo fiel keine einzige Bombe.
„Wenn die Piloten von ihren Flügen zurückkehrten", erinnert
sich General Rossini, „erzählten sie, daß in einem gewissen
Augenblick ein Mönch am Himmel erschienen war und die Flugzeuge von
allein ihren Kurs geändert hatten." Anfänglich glaubten viele
nicht an diese unglaublichen Geschichten. Doch als immer mehr Piloten das
Gleiche erzählten (und es waren Menschen verschiedener Herkunft: Amerikaner,
Engländer, Polen, und sie waren auch unterschiedlicher Bekenntnisse:
Juden, Katholiken, Protestanten und auch Atheisten), beschloß der
Oberkommandierende, ein amerikanischer General, sich persönlich von
der Glaubwürdigkeit der Erzählungen zu überzeugen. Er führte
eine Staffel von Bombern an, die ein deutsches Munitionslager in der Nähe
von San Giovanni Rotondo zerstören sollte. Alle warteten mit Spannung,
wie die Mission der Flugzeuge diesmal enden würde.
Als die Staffel ins Basislager zurückkehrte, bemerkte man,
daß der amerikanische General unter Schock stand. Er erzählte,
daß, als sie sich dem Ziel der Bombardierung
näherten, er auf der Höhe der Flugzeuge plötzlich die Gestalt
eines Mönchs mit erhobenen Armen bemerkte. In allen Flugzeugen
machten sich die Bomben von selbst los und fielen auf die darunterliegenden
Wälder. Die Flugzeuge hingegen wendeten ohne Einwirken der Piloten
von alleine in Richtung Basis. Dieses Ereignis wurde zum Hauptgesprächsthema
der ganzen Einheit. Während der Diskussion suggerierte jemand, der
Mönch könnte Pater Pio aus San Giovanni Rotondo sein. Nachdem
sich die Frontlinie verschoben hatte, machte sich der amerikanische General
mit einigen Piloten auf den Weg nach San Giovanni Rotondo. Beim Eintritt
in die Sakristei bemerkte er in einer Gruppe von Ordensleuten denjenigen,
der die Flugzeuge umgelenkt hatte. Pater Pio kam auf den General zu, legte
ihm die Hand auf die Schulter und sagte: „Du bist derjenige, der uns alle
in die Luft jagen wollte!" Als der General diese Worte hörte und Pater
Pio sah, wurde er innerlich erschüttert. Die Männer sprachen
noch lange miteinander. Sie verstanden sich wunderbar, obwohl der General
englisch sprach und Pater Pio in seinem heimischen Dialekt. Nach diesem
Treffen wurde der General katholisch.
Gott gibt uns Zeichen des ewigen Lebens, damit wir die Mühe
eines Lebens aus dem Glauben täglich auf uns nehmen und für den
Himmel reifen. Jesus sagte zur Mystikerin Alicja Lenczewska: „In Schmerzen
wird die Heiligkeit des Menschen geboren, und in Schmerzen wird die Seele
für den Himmel geboren. Deshalb findet der Kampf im Herzen statt -
der endgültige Kampf um dein Leben in Gott. Mein Kind, du mußt
deine Seele für den Himmel selbst gebären. Niemand sonst wird
dies für dich tun. Das ist ein großes Privileg, welches dir
das Recht der Gotteskindschaft und der göttlichen Erbschaft gibt.
Keine anderen Geschöpfe außer den Menschen haben es erhalten,
weder im Himmel, noch auf der Erde. Jede Seele hat
ihr Geheimnis beim Umgang mit Mir, das anderen weder im Himmel noch auf
Erden zugänglich ist" (Wort der Belehrung, 156).
(Quelle: "Liebt einander!",
Nr 3-2019, S. 18, Kloster St. Gabriel, 99894 Leinatal/Altenbergen)
- LINK:
liebt-einander.org