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Eines der erschütterndsten Beispiele opfernder und sühnender Liebe ist das Leben der heiligen Faustine Kowalska. Schwester Faustine ist eine der bemerkenswertesten Begnadeten in der Geschichte der katholischen Mystik. Keine Mystikerin der katholischen Kirche hat ein so großes visionäres Werk hinterlassen wie Schwester Faustine. Unzählige Menschen lernten durch diese begnadete Ordensfrau den spirituellen Reichtum der Kirche kennen. Unzähligen öffnete sie damit den Zugang zu Gott, zu einer unsichtbaren Welt. Aus einer einfachen, aber tieffrommen Familie stammend, wurde sie von Christus in die Tiefen Seiner unendlichen Barmherzigkeit eingeführt, um den suchenden Menschen Mut zu machen, aus diesen wunderbaren Quellen der Gnade Heil und Erbarmen zu schöpfen...
Anschließend bringen wir Auszüge
aus dem Tagebuch der heiligen Schwester Faustine über die beiden Gnadenbilder.
Die „Skapulier-Bruderschaft des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes
der Barmherzigkeit" möchte die Andacht zur Göttlichen Barmherzigkeit
verbreiten anhand der Weisungen des Evangeliums (geistige und leibliche
Werke der Barmherzigkeit), der Kirchenväter, Kirchenlehrer und Heiligen
und aufgrund der kirchlichen Lehre.
Unser besonders Vorbild dafür ist die heilige Faustina Kowalska,
die Gott auf einzigartige Weise dazu auserwählte, die Andacht zur
Göttlichen Barmherzigkeit neu zu beleben. Mitglied der Bruderschaft
kann werden, wer bereit ist, das Skapuher des Barmherzigen Jesus und der
Muttergottes der Barmherzigkeit zu tragen. Die Skapulier-Bruderschaft wurde
in einer ukrainischen Diözese kirchlich errichtet.
Vorteile der Skapulier-Bruderschaft
des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes der Barmherzigkeit:
1. Aufgrund der Offenbarungen Jesu an die heilige Schwester Faustina
Kowalska wissen wir, daß Jesus
besonders die Verehrung des von ihm geoffenbarten Bildes zur Verehrung
seiner Barmherzigkeit wünscht.
„Ich verspreche, daß jene Seele die
dieses Bild verehrt, nicht verloren geht. Ich verspreche auch, hier schon
auf Erden den Sieg über Feinde, besonders in der Stunde des Todes.
Ich selbst werde sie verteidigen, wie Meine Ehre." (TB. 48)
Durch das Skapuher haben Sie die Möglichkeit, das Gnadenbild
des Barmherzigen Jesus zu verehren, indem Sie es auch zu Ihrem Schutz ständig
bei sich tragen.
2. Die Vermittlerin aller Gnaden
der Göttlichen Barmherzigkeit ist die „Muttergottes der Barmherzigkeit".
Sie ist es, die uns diese Gnaden erbittet. Die Gottesmutter hat einen einzigartigen
Anteil am Werk der Göttlichen Barmherzigkeit, denn sie hat Jesus Christus,
unseren Barmherzigen Erlöser geboren. Jesus ist unser Mittler beim
Vater. Durch Sein Kostbares Blut sind wir erlöst und durch die heiligen
Sakramente erlangen wir Anteil an den unendlichen Verdiensten, die uns
Jesus durch Sein Leiden und Sterben erworben hat. Das
Bild der „Muttergottes der Barmherzigkeit" wurde gemalt nach einer Vision
der heiligen Schwester Faustina (TB. 33). Die heilige Faustina war
eine große Verehrerin der Muttergottes der Barmherzigkeit. Die Kongregation,
der sie angehörte, wurde zu Ehren der „Muttergottes der Barmherzigkeit"
gegründet.
3. Die Mitglieder der Skapulier-Bruderschaft erhalten Anteil an
den Heiligen Messen, die zu Ehren des Barmherzigen Jesus, der Muttergottes
der Barmherzigkeit und der heiligen Faustina Kowalska gefeiert werden.
Die Namen der Mitglieder werden beim Reliquiar der heiligen Faustina Kowalska
aufbewahrt.
Patrone der Bruderschaft sind die Muttergottes der Barmherzigkeit,
die heilige Faustina, der heilige Josef und der heilige Erzengel Michael.
Ganz besonders setzen wir uns für die Verehrung der Muttergottes der
Barmherzigkeit ein.
Bildnachweis: Die Bilder des Barmherzigen
Jesus und der Muttergottes der Barmherzigkeit wurden vom bekannten Ikonenmaler
Heinrich Salmannsperger, Roßbach 20, D-84494 Niedertaufkirchen gemalt
(Tel. 0 87 24/91 14 61). Bei Herrn Salmannsperger können Sie schöne
Original-Ikonen, Ölgemälde und hochwertige Drucke bestellen.
Es sind auch Ölgemälde des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes
der Barmherzigkeit erhältlich.
Beschreibung des „Skapuliers
vom Barmherzigen Jesus und der Muttergottes der Barmherzigkeit"
Das Skapulier besteht aus zwei rechteckigen Stoffstücken, die
auf Brust und Rücken an zwei Bändern getragen werden. Das vordere
rote Stück zeigt das Bild des Barmherzigen Jesus und das hintere weiße
Stück das Bild der „Muttergottes der Barmherzigkeit". Das rote Band
des Skapuliers wird über der rechten Schulter getragen und bedeutet
den roten Strahl des Blutes, der das Leben der Seele ist. (Auf dem Bild
des Barmherzigen Jesus ist er vom Betrachter aus links zu sehen). Das weiße
Band des Skapuliers wird über der linken Schulter getragen und bedeutet
den weißen Strahl des Wassers, der die Seelen rechtfertigt (auf dem
Bild des Barmherzigen Jesus ist er vom Betrachter aus rechts zu sehen).
Das Skapulier selbst ist ein Sinnbild für das Schutzkleid des Barmherzigen
Jesus und der Muttergottes der Barmherzigkeit. Die Farben des Skapuliers
sind jene, die Symbole der Göttlichen Barmherzigkeit sind, rot und
weiß.
Das „Skapulier des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes der Barmherzigkeit"
wird auch an Gläubige abgegeben, die nicht Mitglied der Bruderschaft
werden möchten. Nur wer es wünscht, kann sich eintragen lassen.
Als die heilige Faustina den Herrn nach der Bedeutung der Strahlen
auf seinem Bild (des Barmherzigen Jesus) fragte, so sagte Jesus, daß
jene glücklich sind, die im Schatten seiner Strahlen leben. „Glücklich
wer in ihrem Schatten leben wird, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn
nicht erreichen." (TB. 299)
Die Träger des Skapuliers können auf besondere Weise im
Schatten der Strahlen des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes der Barmherzigkeit
leben, da sie diese Bilder ständig durch das Skapulier bei sich tragen.
Beschreibung des Gnadenbildes
des „Barmherzigen Jesus"
Am 22. Februar 1931 erschien unser Herr der heiligen Faustina in
einer Vision. Sie sah Jesus in einem weißen Gewand. Eine Hand war
zum Segnen erhoben, die andere berührte das Gewand auf der Brust.
Von der Öffnung des Gewandes an der Brust gingen zwei große
Strahlen aus, ein roter und ein blasser. „Schweigend betrachtete ich den
Herrn; meine Seele war von Furcht, aber auch von großer Freude durchdrungen.
Nach einer Weile sagte Jesus
zu mir: "Male ein Bild, nach dem, das du siehst,
mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich. Ich wünsche, daß
dieses Bild verehrt wird, zuerst in eurer Kapelle, dann auf der ganzen
Welt. Ich verspreche, daß jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht
verloren geht. Ich verspreche auch, hier schon auf Erden den Sieg über
Feinde, besonders in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen,
wie meine Ehre.'" (TB Nr. 47,48)
„Ich überreiche den Menschen ein Gefäß,
mit dem sie zur Quelle der Barmherzigkeit um Gnaden kommen sollen. Das
Gefäß ist dieses Bild mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue
auf Dich." (TB Nr. 327)
Auf Wunsch ihres geistlichen Vaters fragte die hl. Faustina den
Herrn wegen der Bedeutung der zwei Strahlen auf dem Bild. Sie hörte
folgende Worte des Herrn: „Die zwei Strahlen bedeuten
Blut und Wasser. Der blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt,
der rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seelen ist... Diese
zwei Strahlen drangen aus den Tiefen meiner Barmherzigkeit, damals als
Mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde. Diese
Strahlen schützen die Seelen vor dem Zorn Meines Vaters. Glücklich,
wer in ihrem Schatten leben wird, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn
nicht erreichen. Ich wünsche, daß der erste Sonntag nach Ostern
zum Fest der Barmherzigkeit wird." (TB Nr. 299)
„Durch das Bild werde Ich den Seelen viele
Gnaden verleihen; es soll an die Forderungen Meiner Barmherzigkeit erinnern,
denn auch der stärkste Glaube hilft nichts ohne Taten." (TB Nr. 742)
Als die heilige Faustina betrübt war darüber, daß
das Bild des Barmherzigen Jesus nicht so schön war, wie sie Jesus
sah, tröstete sie der Herr mit den Worten: „Nicht
in der Schönheit der Farben oder des Pinselstrichs liegt die Größe
dieses Bildes, sondern in Meiner Gnade. " (TB Nr. 313)
Jesus wünschte, daß unterhalb des Bildes die Worte:,
Jesus, ich vertraue auf Dich!" zu lesen sind. Über
das Vertrauen sagte er zur heiligen Faustina:
„Seelen, die nach Vollkommenheit streben,
sollten Meine Barmherzigkeit besonders preisen, denn die Fülle der
Gnaden, die Ich ihnen erteile, fließt aus Meiner Barmherzigkeit.
Ich wünsche, daß diese Seelen sich mit unbegrenztem Vertrauen
auf Meine Barmherzigkeit auszeichnen. Ich Selbst befasse Mich mit der Heiligung
solcher Seelen; Ich lasse ihnen alles zukommen, was sie zu ihrer Heiligkeit
benötigen. Aus Meiner Barmherzigkeit schöpft man Gnaden mit nur
einem Gefäß - und das ist das Vertrauen. Je mehr eine Seele
vertraut, um so mehr bekommt sie. Seelen, die unbegrenzt vertrauen, sind
Mir eine große Freude, denn in solche Seelen gieße Ich alle
Meine Gnadenschätze. Es freut Mich, daß sie viel verlangen,
denn es ist Mein Wunsch, viel zu geben, und zwar sehr viel. Es betrübt
Mich dagegen, wenn die Seelen wenig verlangen und ihr Herz verengen." (TB
Nr. 1578)
Der
Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes
1935 hatte die heilige Faustina eine Vision von einem Engel, der
zur Züchtigung einer Stadt ausgesandt worden war. Der Engel konnte
diese Züchtigung nicht mehr ausführen, als die heilige Faustina
zu Gott um Barmherzigkeit flehte mit den Worten, die sie innerlich hörte.
Diese Worte sind der Inhalt des Rosenkranzes. In
den darauffolgenden Offenbarungen erklärte Jesus der heiligen Faustina,
daß dieser Rosenkranz nicht nur für sie bestimmt war, sondern
für die ganze Welt. Jesus gab große Verheißungen für
das Verrichten des Rosenkranzes zur Barmherzigkeit Gottes.
28.1. (1938) Heute sagte mir der Herr: „Tochter,
schreibe diese Worte auf: Alle Seelen, die Meine Barmherzigkeit rühmen,
ihre Ehre ausbreiten und andere Seelen ermuntern, Meiner Barmherzigkeit
zu vertrauen, erfahren in ihrer Todesstunde kein Entsetzen. Meine Barmherzigkeit
wird sie in diesem letzten Kampf beschirmen..."
Meine Tochter, rege die Seelen an, das Rosenkranzgebet
zur Barmherzigkeit zu beten, das Ich dir gegeben habe. Mir gefällt
es, ihnen durch dieses Gebet alles zu schenken, worum sie Mich bitten.
Die Seelen verstockter Sünder werde Ich mit Frieden erfüllen,
wenn sie dieses Gebet beten werden, und die Stunde ihres Todes wird glücklich
sein.
Schreibe für die betrübten Seelen:
Wenn die Seele die Schwere ihrer Sünden sieht und erkennt, wenn sich
vor ihren Augen der ganze Abgrund ihres Elends, in das sie sich gestürzt
hat, ausbreitet, soll sie nicht verzweifeln, sondern sich mit Vertrauen
in die Arme Meiner Barmherzigkeit werfen, wie ein Kind in die Arme seiner
liebenden Mutler. Diese Seelen (TB. 125) haben ein Vorzugsrecht auf Mein
mitleidiges Herz, sie haben ein Vorrecht auf Meine Barmherzigkeit. Sage
Ihnen, daß keine einzige Seele, die Meine Barmherzigkeit anrief,
enttäuscht oder beschämt worden ist. An einer Seele, die Meiner
Güte vertraut, habe Ich besonders Wohlgefallen. Schreibe, wenn dieses
Rosenkranzgebet zur Barmherzigkeit bei Sterbenden gebetet wird, werde Ich
zwischen Meinem Vater und dem Sterbenden nicht als gerechter Richter stehen,
sondern als Barmherziger Erlöser." (TB. 1540,1541)
Einmal, als ich durch den Korridor zur Küche ging, hörte
ich in meiner Seele die Worte: „Bete unablässig
den Rosenkranz (zur Göttlichen Barmherzigkeit), den Ich dich gelehrt
habe. Wer auch immer ihn beten wird, erfährt in seiner Todesstunde
meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern
als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockteste Sünder
sein - falls er nur einmal diesen Rosenkranz betet, wird
ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche,
daß die ganze Welt Meine Barmherzigkeit erkennt. Unbegreifliche Gnaden
will ich jenen Seelen erteilen, die Meiner Barmherzigkeit Vertrauen schenken.
" (TB Nr. 687)
Es empfiehlt sich also besonders den „Rosenkranz zur Barmherzigkeit
Gottes" für Sterbende, bei Sterbenden und für die Bekehrung der
Sünder zu beten. „Seelen, die dieses Rosenkranzgebet
beten, werden von Meiner Barmherzigkeit im Leben umfangen und besonders
in der Stunde des Todes ". (TB 754)
Heute wurde ich von einem gewaltigen Gewitter geweckt. Der Wind tobte und der Regen fiel wie bei einem Wolkenbruch, fortwährend schlugen Blitze ein. Ich begann zu beten, daß das Gewitter keinen Schaden anrichtet. Da hörte ich die Worte: „Bete das Gebet zur Barmherzigkeit, das Ich dir beigebracht habe, und das Gewitter wird vergehen." Ich fing sofort an zu beten und hatte noch nicht geendet, da hörte das Gewitter plötzlich auf. Ich hörte die Worte: „Durch das Gebet erbittest du alles, wenn das, worum du bittest, mit Meinem Willen übereinstimmt." (TB. 1731)
- „Ich erinnere dich daran, Meine Tochter,
daß du, so oft du die Uhr die dritte Stunde schlagen hörst,
dich ganz in Meine Barmherzigkeit versenkst, sie verherrlichst und sie
preist. Ruf ihre Allmacht herab für die ganze Welt, besonders aber
für die armen Sünder, denn jetzt steht sie für jede Seele
weit geöffnet. (145) In dieser Stunde kannst du alles für dich
selbst und für andere erbitten. In dieser Stunde kam die Gnade für
die ganze Welt. Barmherzigkeit besiegte die Gerechtigkeit. Meine Tochter,
bemühe dich in dieser Stunde, den Kreuzweg abzuhalten. Wenn dir das
aber nicht möglich ist, dann gehe für eine Weile in die Kapelle
und verehre Mein Herz, das voller Barmherzigkeit im Allerheiligsten Altarsakrament
verweilt. Falls dir auch das nicht möglich ist, versenke dich, wenn
auch nur kurz, im Gebet, an dem Ort, wo du gerade bist. Ich verlange für
Meine Barmherzigkeit Ehre von jedem Geschöpf, aber zuallererst von
dir, denn dir gab Ich dieses Geheimnis am tiefsten zu erkennen. " (TB 1572)
Aus diesen genauen Anweisungen
ergibt sich, daß unser Herr wünscht, daß wir unsere Aufmerksamkeit
in Liebe auf Seine Passion um drei Uhr richten (besonders für die
Bekehrung der armen Sünder), wie es unsere Pflichten erlauben, und
ihn um seine Barmherzigkeit anrufen und sie preisen.
Der
Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes
Zur Einleitung: Vater Unser...
Gegrüßet seist Du Maria... Glaubensbekenntnis...
Auf den großen Perlen: „Ewiger Vater,
ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines
über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, zur Sühne
für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt."
Auf den zehn kleinen Perlen: „Durch Sein schmerzhaftes
Leiden habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt."
Am Ende dreimal: „Heiliger Gott, heiliger
starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, habe Erbarmen mit uns und mit
der ganzen Welt."
Unser Herr ließ die heilige Faustina wissen, daß der
„Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes" vor dem „Fest der Göttlichen
Barmherzigkeit" (der erste Sonntag nach Ostern) an neun aufeinanderfolgenden
Tagen (ab Karfreitag)
gebetet werden sollte. Dann fügte er hinzu: „In
dieser Novene werde Ich den Seelen alle Gnaden erteilen. " (TB 796)
Es ist ganz besonders angebracht, diesen Rosenkranz während
der „Stunde der großen Barmherzigkeit" um drei Uhr nachmittags zu
beten. In seinen Offenbarungen an die heilige Faustina
bat der Herr um ein besonderes Gedächtnis an sein bitteres Leiden
zu dieser Stunde.
Die
Stunde der großen Barmherzigkeit
„Um drei Uhr flehe Meine Barmherzigkeit an,
besonders für die Sünder. Vertiefe dich wenigstens kurz in Mein
Leiden, vor allem in meine Verlassenheit während des Sterbens. Das
ist die Stunde der großen Barmherzigkeit für die Welt. Ich erlaube
dir, in meine Todestrauer einzudringen. In dieser Stunde versage Ich nichts
der Seele, die Mich durch Mein Leiden bittet." (TB 1320)
Beschreibung
des Bildes der „Muttergottes der Barmherzigkeit"
Einmal hörte ich die Worte: „Gehe zur
Oberin und bitte um Erlaubnis, neun Tage lang eine stündliche Anbetung
abhalten zu dürfen. Während dieser bemühe dich, dein Gebet
mit dem Gebet Meiner Mutter zu vereinen. Bete von Herzen in Vereinigung
mit Maria; bemühe dich auch in dieser Zeit, den Kreuzweg abzuhalten."
Ich erhielt die Erlaubnis, jedoch nicht für eine ganze Stunde, sondern
wie es meine Pflichten gerade zuließen. Ich sollte diese Novene für
das Vaterland abhalten. Am siebten Tag der Novene erblickte ich zwischen
Himmel und Erde die Gottesmutter in einem hellen Gewand. Sie betete, die
Hände auf der Brust gekreuzt, und zum Himmel emporschauend. Aus ihrem
Herzen kamen feurige Strahlen, einige gingen zum Himmel, andere bedeckten
unsere Erde. (TB 32-33)
Anhand dieser Vision der heiligen Faustina
wurde das Bild der „Muttergottes der Barmherzigkeit" gemalt. Dieses
Bild wird aus mehreren Gründen unter dem Titel „Muttergottes der Barmherzigkeit"
verehrt:
1. Das Bild zeigt die gleiche Haltung der Hände wie die „Mutter
der Barmherzigkeit" in Ostra Brama (Wilna).
2. Im Heiligtum der Mutter der Barmherzigkeit von Ostra Brama wurde
das Bild des Barmherzigen Jesus zum ersten Mal ausgestellt (April 1935).
Es
ist sicherlich eine Fügung der göttlichen Vorsehung, daß
das Bild des Barmherzigen Jesus im Heiligtum der Mutter der Barmherzigkeit
ausgestellt wurde. Der Barmherzige Jesus und die Muttergottes der Barmherzigkeit
sind untrennbar miteinander verbunden.
3. Das Heiligtum der Mutter der Barmherzigkeit in Ostra Brama befindet
sich über einem Torbogen. Die Muttergottes wird schon seit alters
her von den Gläubigen angerufen, daß sie ihnen das Tor der Barmherzigkeit
öffnen möge. Die heiligste Jungfrau Maria ist die lebendige Pforte,
um durch ihre Fürsprache als Muttergottes der Barmherzigkeit in das
Reich
des himmlischen Vaters zu gelangen. Aus diesem Grund steht auch
unter dem Bild der Muttergottes der Barmherzigkeit auf einem Band geschrieben:
„O Maria, öffne uns das Tor der Barmherzigkeit!" Die himmlische Mutter
öffnet durch ihre Fürbitte ihren Kindern die Tür zum Herzen
des Sohnes. Ihre Fürbitte erlangt uns die Gnaden, um durch das „Tor
des Erbarmens" in das Reich des himmlischen Vaters Einlaß zu finden.
4. Auf dem Bild der Muttergottes der Barmherzigkeit, das anhand
der Vision der heiligen Faustina gemalt wurde, ist die Muttergottes als
die Vermittlerin aller Gnaden der Göttlichen Barmherzigkeit dargestellt.
Die Muttergottes erbittet von Gott durch ihr Gebet diese Gnaden (siehe
Gebetshaltung auf dem Bild: gekreuzte Hände) und durch ihr Unbeflecktes
Herz fließen die von der Gottesmutter erbetenen Gnaden zu ihren Kindern.
Auf dem Bild sind die Gnaden in Form von Lichtstrahlen dargestellt.
5. Das Bild der Muttergottes der Barmherzigkeit steht in einer engen
Verbindung mit dem Bild des Barmherzigen Jesus. Der Barmherzige Jesus ist
unser Erlöser durch das Vergießen Seines Blutes (dargestellt
als roter Strahl auf dem Bild des Barmherzigen Jesus). Aus Seiner durchbohrten
Seite entströmen die Sakramente. Der weiße
Strahl auf dem Bild kann auch als ein Sinnbild der Taufe gesehen
werden. Diese Gnaden der Erlösung erhalten wir durch die Vermittlung
der Gottesmutter, die sie von ihrem Sohn erbittet (dargestellt als Lichtstrahlen
auf dem Bild der Muttergottes der Barmherzigkeit.)
Rosenkranz
zur Muttergottes der Barmherzigkeit (zum Privatgebrauch)
Zur Einleitung: Vater unser...
Gegrüßet seist Du Maria... Glaubensbekenntnis...
Auf den großen Perlen: „Öffne uns,
gebenedeite Gottesgebärerin, das Tor der Barmherzigkeit, daß
wir, in der Hoffnung auf Dich, nicht verlorengehen, sondern durch Dich
befreit werden aus aller Not, denn Du bist das Heil der Christenheit!"
Auf den zehn kleinen Perlen: „Durch Deine
Teilnahme am Leiden und Sterben unseres Erlösers Jesus Christus, erbitte
der Welt Sein großes Erbarmen."
Am Ende dreimal: „Quelle des Erbarmens, Gottesgebärerin,
würdige uns Deines Mitleids und rette Dein Volk!"
Anmerkung: Dieser Rosenkranz ist ein neues Gebet, um die Muttergottes der Barmherzigkeit zu verehren. Er wurde zum Dank an die Muttergottes der Barmherzigkeit für die Einführung des Textes der Göttlichen Barmherzigkeit und die Heiligsprechung der Schwester Faustina verfaßt. Er soll dazu dienen, durch einen Gebetssturm die Muttergottes der Barmherzigkeit täglich inständig um die Vermittlung der Göttlichen Barmherzigkeit anzurufen. Es ist auch eine neu verfaßte Novene zur Muttergottes der Barmherzigkeit erhältlich (siehe Bestellkarte auf Seite 30). Diese Novene kann während des ganzen Jahres, aber auch besonders ab dem 7. November als Vorbereitung auf das Fest der Muttergottes der Barmherzigkeit gebetet werden, das in Polen am 16. November gefeiert wird.
Die
Muttergottes der Barmherzigkeit
In seiner Enzyklika „Dives in Misericordia" (1980) stellt uns Papst
Johannes Paul II. besonders die einzigartige Stellung und Auserwählung
Mariens als Mutter des Erbarmens vor Augen. „Maria hat auch auf besondere
und außerordentliche Weise - wie sonst niemand - das Erbarmen Gottes
erfahren und ebenso auf außerordentliche Weise mit dem Opfer des
Herzens ihr Teilnehmen an der Offenbarung des Göttlichen Erbarmens
möglich gemacht. Dieses Opfer lebt ganz aus der Kraft des Kreuzes,
unter das sie als Mutter gestellt war; es ist eine einzigartige Teilnahme
an der Selbstoffenbarung des Erbarmens, das heißt an der absoluten
Treue Gottes zu seiner Liebe, zu seinem Bund mit den Menschen, dem Volk
und der Menschheit, den er von Ewigkeit her wollte und den er in der Zeit
geschlossen hat; es ist die Teilnahme an jener Offenbarung, die im Kreuz
ihren Höhepunkt gefunden hat."
„Maria also kennt am tiefsten
das Geheimnis des Göttlichen Erbarmens. Sie kennt seinen Preis und
weiß, wie hoch er ist. In diesem Sinn nennen wir sie auch Mutter
der Barmherzigkeit, Unsere Liebe Frau vom Erbarmen oder Mutter des Göttlichen
Erbarmens. Diese Namen haben einen tiefen theologischen Gehalt; denn Maria
besaß die besondere Fähigkeit der Seele und der ganzen Persönlichkeit,
in den verworrenen Ereignissen der Geschichte Israels und dann des Menschen
und der ganzen Menschheit jenes Erbarmen wahrzunehmen, das uns nach dem
ewigen Plan der heiligsten Dreifaltigkeit ,von Geschlecht zu Geschlecht'
geschenkt wird.
Vor allem aber meinen die genannten Namen Maria als die Mutter des
Gekreuzigten und Auferstandenen; denn nachdem sie in außergewöhnlicher
Weise das Erbarmen erfahren hatte, ist sie in gleicher Weise ,erbarmenswürdig'
geworden - während ihres ganzen irdischen Lebens und vor allem unter
dem Kreuz ihres Sohnes; und sie wurde schließlich durch die verborgene
und zugleich einzigartige Teilnahme an der messianischen Aufgabe ihres
Sohnes ganz besonders dazu berufen, den Menschen die Liebe nahezubringen,
die zu offenbaren er gekommen war und die am konkretesten den Leidenden,
den Armen, den Unfreien, den Blinden, den Unterdrückten und den Sündern
gegenüber sichtbar wird - wie sie von Jesus mit der Prophezeiung Jesajas
beschrieben hat, in der Synagoge von Nazareth zuerst und dann als Antwort
auf die Frage der Abgesandten Johannes des Täufers."
Das Geheimnis der Auserwählung Mariens als Mutter der Barmherzigkeit
ist auf besonders schöne Weise auf dem Bild der Muttergottes der Barmherzigkeit
dargestellt. Im Mittelpunkt des Bildes steht das Unbefleckte Herz Mariens,
jenes Herz, das nach den Worten des Heiligen Vaters mit dem „Opfer des
Herzens" die Teilnahme an der Offenbarung des Göttlichen Erbarmens
möglich gemacht hat. Die Muttergottes wird auf dem Bild verherrlicht
als die Gebenedeite, die das Erbarmen Gottes wie sonst niemand erfahren
hat und die dieses Erbarmen Gottes durch ihre Fürbitte für die
Menschheit erfleht. Sie hat das Erbarmen auf so einzigartige Weise erfahren,
denn ihr Unbeflecktes Herz ist voller Barmherzigkeit und dem Herzen ihres
Göttlichen Sohnes am ähnlichsten. Sie ist Mutter der Barmherzigkeit,
denn durch dieses reinste Herz fließen die Ströme der Gnaden
Göttlicher Barmherzigkeit, die sie von ihrem Sohn erbittet. Niemand
versteht tiefer das Geheimnis der Göttlichen Barmherzigkeit als die
Muttergottes der Barmherzigkeit. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß
gerade die Muttergottes der Barmherzigkeit unablässig angerufen wird,
von ihrem göttlichen Sohn diese Gnaden für die Gläubigen
zu erbitten. Denn sie ist es, die auf besondere Weise die Mission
ihres Sohnes teilt, seine Barmherzigkeit zu erweisen, wobei sie
seine Barmherzigkeit erbittet „von Generation zu Generation".
Die heilige Schwester Faustina
ist unser großes Vorbild für die Verehrung der Muttergottes
der Barmherzigkeit. Für sie war Maria eine beständige Quelle
des Göttlichen Erbarmens, als Mutter, Lehrerin und Fürbitterin.
Von Maria erhielt die heilige Faustina die Gnade einer besonderen Reinheit,
die Muttergottes half ihr und tröstete sie und stärkte sie im
Leiden und gab ihr viele Unterweisungen über das geistliche Leben.
Aus
diesem Grunde schreibt die heilige Faustina in ihrem Tagebuch: „Maria
ist meine Meisterin, die mich allzeit lehrt, wie ich für Gott leben
soll. Mein Geist erstrahlt durch deine Stille und Demut, o Maria. " (TB.
620) An einer anderen Stelle schreibt sie: „Heute,
während der heiligen Messe, war ich ganz besonders mit Gott und seiner
Unbefleckten Mutter vereint. Die Demut und Liebe der Unbefleckten Jungfrau
durchdrang meine Seele. Je mehr ich der Muttergottes nacheifere, desto
tiefer erkenne ich Gott." (TB. 843)
Die heilige Jungfrau war es auch, die nach den Worten der heiligen
Faustina ihr eine der größten Gnaden, nämlich die einer
tiefen Reinheit erbeten hatte. In ihrem Tagebuch schreibt die heilige Faustina
darüber: „Während der heiligen Messe, vor
der heiligen Kommunion, fand die Gelübdeerneuerung statt. Als wir
aus den Kniebänken herausgingen und die Formeln der Gelübde aufzusagen
begannen, stand plötzlich Jesus neben mir, in weißem Gewand
mit goldenem Gürtel. Er sagte zu mir: „Ich erteile dir die ewige Liebe,
damit deine Reinheit unbefleckt bleibt und als Beweis, daß du niemals
unreinen Versuchungen ausgesetzt sein wirst." -Jesus nahm seinen goldenen
Gürtel ab und legte ihn um meine Hüften. Von da an verspürte
ich keine Erregung mehr, die gegen die Keuschheit ist, weder im Herzen
noch im Verstand. Später habe ich begriffen, daß dies eine der
größten Gnaden ist, die mir die heiligste Jungfrau Maria erbeten
hat, denn um diese Gnade hatte ich sie über viele Jahre angefleht.
Seitdem habe ich eine größere Andacht zur Gottesmutter. Sie
lehrte mich, Gott innerlich zu lieben und in allem seinen heiligen Willen
zu tun. Freude bist du, Maria, denn durch dich stieg Gott zur Erde herab
in mein Herz." (TB. 40)
Gebet
der heiligen Faustina zur Muttergottes
„Maria, meine Mutter und meine Gebieterin,
ich überlasse dir meine Seele und meinen Leib, mein Leben und meinen
Tod und was danach folgt. Alles lege ich in deine Hände, o meine Mutter.
Bedecke mit deinem jungfräulichen Mantel meine Seele und schenke mir
die Gnade der Reinheit des Herzens, der Seele und des Leibes. Verteidige
mich mit deiner Macht vor allen Feinden, vor allem vor denen, die ihre
Bosheit mit der Maske der Tugend verdecken. O wunderschöne Lilie,
du bist mein Spiegel, o meine Mutter." (TB.
79)
Die
Verehrung der Göttlichen Barmherzigkeit durch das Gebet und die Werke
der Barmherzigkeit
Es gibt die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit. Die
sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit sind:
1. Die Hungrigen speisen
2. Die Durstigen tränken
3. Die Nackten bekleiden
4. Die Fremden beherbergen
5. Die Gefangenen besuchen
6. Die Kranken besuchen
7. Die Toten begraben
Die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit sind:
1. Die Sünder ermahnen
2. Die Unwissenden belehren
3. Die Zweifelnden beraten
4. Die Betrübten trösten
5. Die Ungerechten ertragen
6. Den Beleidigern verzeihen
7. Für die Lebendigen und Verstorbenen beten
„Denn ohne Erbarmen wird das Gericht über
den ergehen, der nicht Barmherzigkeit übt. Barmherzigkeit aber triumphiert
über das Gericht (Jakobusbrief 2,13)." Unser Herr selber sagte:
Selig
die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen (Mt 5,7).
Diese Anweisung des Evangeliums findet sich auch in den Worten Jesu an
die heilige Faustina, die er wegen der Ausübung der Barmherzigkeit
an sie richtete: „Meine Tochter, wenn Ich durch dich
von den Menschen die Verehrung meiner Barmherzigkeit verlange, mußt
du dich als erste durch Vertrauen auf Meine Barmherzigkeit auszeichnen.
Ich verlange von dir Taten der Barmherzigkeit, die aus deiner Liebe zu
Mir hervorgehen sollen. Barmherzigkeit sollst du immer und überall
deinen Nächsten erweisen, du kannst dich davor weder drücken,
noch ausreden oder entschuldigen. Ich gebe dir drei Möglichkeiten,
dem Nächsten Barmherzigkeit zu erweisen: Erstens - die Tat; zweitens
- das Wort; drittens - das Gebet. In diesen drei Stufen ist die Fülle
der Barmherzigkeit enthalten; sie ist ein unumstößlicher Beweis
der Liebe zu Mir. So preist und verehrt die Seele Meine Barmherzigkeit."
(TB. 742)
Der heiligen Faustina wurden von Gott verschiedene Möglichkeiten
aufgezeigt, die Göttliche Barmherzigkeit zu verehren.
Dazu gehören: Das Bild des Barmherzigen
Jesus; das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit; der Rosenkranz zur
Barmherzigkeit Gottes und die Novene als Vorbereitung für das Fest
der Barmherzigkeit Gottes (bestehend aus neun Rosenkränzen),
die Stunde der Barmherzigkeit und die Ausbreitung der Ehre der Göttlichen
Barmherzigkeit, die auch verbunden ist mit der Übung der Werke der
Barmherzigkeit.
Die
Verbreitung der Ehre der Göttlichen Barmherzigkeit
Hierfür gab Jesus der heiligen Faustina zwei wunderbare Verheißungen,
die uns sehr ermutigen können, die Ehre von Gottes Barmherzigkeit
zu verbreiten. „Seelen, die den Ruhm Meiner Barmherzigkeit
verbreiten, beschütze Ich ihr Leben lang, wie eine zärtliche
Mutter ihren Säugling beschützt, und in der Stunde des Todes
werde Ich ihnen nicht Richter sondern barmherziger Erlöser sein. In
dieser letzten Stunde hat die Seele nichts zu ihrer eigenen Verteidigung
als Meine Barmherzigkeit. Glücklich die Seele, die sich im Leben in
die Quelle der Barmherzigkeit versenkte, denn die Gerechtigkeit wird sie
nicht erreichen. " (TB. 1075)
Die beiden Verheißungen sagen folgendes aus:
1. Jene, welche den Ruhm der Göttlichen Barmherzigkeit verbreiten,
werden von Jesus während der Dauer ihres Lebens beschützt und
zwar auf eine besonders zärtliche Weise.
2. Sie werden vor dem Entsetzen in der Todesstunde bewahrt und die
Barmherzigkeit Gottes beschirmt sie in diesem letzten Kampf. Vor dem Entsetzen
der Todesstunde bewahrt bleiben ist eine ganz einzigartige Verheißung
und ein Ansporn, solange jeder von uns lebt, die Andacht zur Göttlichen
Barmherzigkeit zu verbreiten. Eine
ganz besondere Verheißung gibt unser Herr Jesus noch für die
Priester. Er liebt es, wenn sie über seine Barmherzigkeit sprechen
und predigen. Zur heiligen Faustina sagte er: „Meine
Tochter, lasse nicht nach im Künden Meiner Barmherzigkeit. Dadurch
bringst du Linderung meinem Herzen, das im Feuer des Erbarmens für
die Sünder brennt. Sage meinen Priestern, daß verhärtete
Sünder durch ihre Worte reumütig werden, wenn sie von Meiner
unergründlichen Barmherzigkeit sprechen, vom Erbarmen, das Ich für
sie im Herzen habe. Jenen Priestern, die Meine Barmherzigkeit künden
und rühmen, werde ich sonderbare Macht geben, ihre Worte salben und
die Herzen, zu denen sie sprechen, werde ich bewegen." (TB. 1521)
Heilige Faustina Kowalska, Du Vorbild der Verehrer der Göttlichen Barmherzigkeit, bitte für uns!
Kurzbiographie der hl. Faustina: Sie wird am 25. August 1905 in Glogowiec (Polen) geboren. Am 1. August 1925 wird die hl. Faustina in die Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit aufgenommen. Am 22. Februar 1931 hat Schwester Faustina eine Vision von Jesus und er gibt ihr die Weisung, Sein Bild nach dem von ihm vorgegebenen Muster malen zu lassen. Im November 1932 legt die Heilige die ewigen Gelübde ab. In den Jahren 1934 bis 1938 schreibt die heilige Faustina ihr Tagebuch. Dieses Buch ist ein wunderbarer Lobpreis der Größe und Unendlichkeit von Gottes Barmherzigkeit. Nach einem Leben als vorbildliche Ordensfrau und einer schmerzlichen Todeskrankheit stirbt die heilige Faustina, ganz ergeben in den Willen Gottes, am 5. Oktober 1938 mit 33 Jahren. Ihre Seligsprechung erfolgte in Rom am 18. April 1993 und die Heiligsprechung am 30. April 2000.
Novenengebet
zur heiligen Faustina Kowalska
Heilige Faustina Kowalska, Du hast die Muttergottes
der Barmherzigkeit in Treue und kindlicher Liebe verehrt. Wie Maria hast
du die geistigen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit geübt, um
die Weisungen des Evangeliums zu erfüllen. Du treueste Tochter der
Kongregation der Muttergottes der Barmherzigkeit, führe mich an Deiner
Hand zu Maria, die für uns die
große Vermittlerin der göttlichen
Barmherzigkeit ist. Erbitte mir, vereint mit der Muttergottes der Barmherzigkeit,
beim Throne Gottes die Gnade..., wenn sie mit dem heiligen Willen Gottes
übereinstimmt. Erbitte mir diese Gnade, um der unendlichen Verdienste
des bitteren Leidens Jesu und der Schmerzen Seiner Mutter willen, zur Verherrlichung
der Göttlichen Barmherzigkeit. Amen.
(Es empfiehlt sich, Werke der Barmherzigkeit zu tun und dieses Gebet
neun Tage hintereinander zu verrichten.)
Das
Fest der Göttlichen Barmherzigkeit
Jesus selber tat Schwester Faustina seinen Willen kund, daß
er ein Fest der Göttlichen Barmherzigkeit wünscht, das offiziell
in der Kirche eingesetzt werden soll. Das Tagebuch der Heiligen enthält
mindestens 14 Stellen, in denen berichtet wird, daß Jesus dieses
Fest wünscht. Zum ersten Mal spricht Jesus in Zusammenhang mit dem
Bild über das Fest. Und zwar in Plock im Jahre 1931. Als ich vom Beichtstuhl
wegging, hörte ich wiederum folgende Worte: „In
deiner Seele besteht Mein Bild. Ich wünsche ein Fest der Barmherzigkeit.
Ich wünsche, daß das Bild, welches du mit dem Pinsel malen wirst,
am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll
das Fest der Barmherzigkeit sein. Ich wünsche, daß die Priester
meine große Barmherzigkeit gegenüber sündigen Seelen verkünden
sollen. Die Sünder sollen keine Angst haben, sich Mir zu nähern.
Die Strahlen der Barmherzigkeit verzehren Mich, Ich will sie auf die Seelen
der Menschen ergießen." Jesus beklagte sich bei mir mit den
Worten: „Das Mißtrauen der Seelen zerreißt
Mein Inneres. Mehr noch tut Mir das Mißtrauen einer auserwählten
Seele weh; trotz Meiner unerschöpflichen Liebe trauen sie Mir nicht;
sogar Mein Tod reicht ihnen nicht aus. Wehe der Seele, die Meine Liebe
mißbraucht." (TB. 49,50)
Und an anderer Stelle ist im Tagebuch der heiligen Faustina zu lesen:
„Dieses
Fest kommt aus dem Inneren Meiner Barmherzigkeit und ist in den Tiefen
Meines Erbarmens bestätigt. Jeder gläubigen und Meiner Barmherzigkeit
vertrauenden Seele, wird Barmherzigkeit zuteil." (TB. 420)
Die Erhabenheit
und Einzigartigkeit des Festes der Göttlichen Barmherzigkeit zeigt
sich an den wunderbaren Verheißungen, die Jesus für dieses Fest
gibt: „Wer an diesem
Tag zur Quelle des Lebens kommt, erfährt einen vollkommenen Nachlaß
seiner Schuld und Strafe. Die Menschheit wird keinen Frieden finden, so
lange sie sich nicht mit Vertrauen an Meine Barmherzigkeit wendet." (TB.
300)
Jesus
schenkt den Seelen also an diesem Tag eine ganz einmalige Gnade, nämlich
die
Erneuerung der Taufunschuld (vollständiger Nachlaß von Schuld
und Strafe). Einmal hörte ich die Worte:
„Meine
Tochter, künde der ganzen Welt von meiner unbegreiflichen Barmherzigkeit.
Ich wünsche, daß das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf
für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An
diesem Tag ist das Innere Meiner Barmherzigkeit geöffnet; Ich ergieße
ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle meiner
Barmherzigkeit nähern. Jene Seele, die beichtet und die Heilige Kommunion
empfängt, erhält vollkommenen Nachlaß der Schuld und der
Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden
fließen. Keine Seele soll Angst haben, sich Mir zu nähern, auch
wenn ihre Sünden rot wie Scharlach wären. Meine Barmherzigkeit
ist so groß, daß sie in der ganzen Ewigkeit durch keinen Verstand,
weder von Menschen noch von Engeln, ergründet werden kann. Alles,
was besteht, kam aus dem Inneren Meiner Barmherzigkeit. Jede Seele wird
die ganze Ewigkeit über Meine Liebe und über meine Barmherzigkeit
nachsinnen. Das Fest der Barmherzigkeit ging aus Meinem Inneren hervor;
Ich wünsche, daß es am ersten Sonntag nach Ostern feierlich
begangen wird. Die Menschheit wird keinen Frieden finden, so lange sie
sich nicht zur Quelle Meiner Barmherzigkeit hinwendet. " (TB. 699)
Um dieser
großen Gnaden teilhaftig zu werden, muß man die entsprechenden
Bedingungen
erfüllen. Dazu gehört die Heilige Beichte (Stand der heiligmachenden
Gnade; wichtig ist, keine Bindung an die Sünde zu haben) und auch
der würdige Empfang der Heiligen Kommunion. Außerdem
wünscht Jesus eine Rosenkranznovene zur Barmherzigkeit Gottes,
die als Vorbereitung (ab Karfreitag) für das Fest dient. Von
den Priestern wünscht sich Jesus, daß sie an diesem Tag den
Seelen seine große und unergründliche Barmherzigkeit künden.
Nötig sind auch noch das Vertrauen auf die Güte, auf die Barmherzigkeit
Gottes und die Übung der Barmherzigkeit. Jesus wünschte
eine besondere Verehrung für sein Bild an diesem Tag: „Deswegen
will ich, daß dieses Bild am ersten Sonntag nach Ostern feierlich
geweiht und öffentlich verehrt wird, damit jede Seele es (daß
es ein Fest der Barmherzigkeit gibt) erfahren kann." (TB. 341)
Ganz erhebend ist, daß Jesus sogar zur heiligen Faustina davon
spricht, daß er an diesem Tag ein ganzes Meer von Gnaden über
jene Seelen ergießt, die sich seiner Barmherzigkeit nähern.
Damit hat dieses Fest auch eine besondere Bedeutung für Menschen,
die vom Glauben entfernt waren und sich bekehren möchten. Das Barmherzigkeitsfest
wurde zuerst 1985 vom polnischen Episkopat in einigen Diözesen eingeführt
und am 15. Februar 1995 setzte der Vatikan dieses Fest für ganz Polen
ein und am 11. April 1999 erfolgte die Einsetzung für Italien. Die
Einsetzung des Festes der Göttlichen Barmherzigkeit für die Gesamtkirche
gab der Heilige Vater während der Heiligsprechung der Schwester Faustina
am 30. April 2000 bekannt. Er bezeichnete diese Heiligsprechung als außerordentlich
bedeutsam. Bei seiner Predigt anläßlich der Heiligsprechung
sagte der Heilige Vater: „Daher ist es wichtig, daß wir am heutigen
zweiten Sonntag in der Osterzeit, der von nun an in der ganzen Kirche den
Namen ..Barmherzigkeitssonntag" haben wird, die Botschaft des Wortes Gottes
in ihrer Gesamtheit erfassen. Die Wahl des ersten
Sonntags nach Ostern hat eine tiefe theologische Bedeutung. Sie
zeigt die enge Verbindung zwischen dem Werk der Erlösung und dem Geheimnis
der Barmherzigkeit Gottes.
Die
Novene zur Barmherzigkeit Gottes
Wie schon ausgeführt, wünscht Jesus, daß vor dem
Fest der Barmherzigkeit Gottes eine neuntägige Vorbereitung stattfindet.
Der Herr sagte mir, daß das Rosenkranzgebet neun Tage lang vor dem
Fest der Barmherzigkeit gebetet werden soll. Am Karfreitag soll es begonnen
werden. „In dieser Novene werde ich
den Seelen alle Gnaden erteilen." Es handelt sich also um
eine Novene von Rosenkränzen.
Stoßgebet zu Ehren des
Barmherzigen Jesus
Heute sagte Jesus zu mir: - „Ich möchte,
daß du Meine Liebe, in der Mein Herz zu den Seelen entflammt ist,
tiefer kennenlernst. Du wirst das verstehen, wenn du Mein Leiden betrachtest.
Rufe Meine Barmherzigkeit für die Sünder an. Mich verlangt es
nach ihrer Erlösung. Wenn du für einen Sünder folgendes
Gebet mit zerknirschtem Herzen und im Glauben verrichtest, schenke Ich
ihm die Gnade der Umkehr. Das Gebet ist: O
Blut und Wasser, aus dem Herzen Jesu als Quelle der Barmherzigkeit für
uns entströmt, - ich vertraue auf dich." (TB.
186)
Die heilige Faustina, eine große
Verehrerin des heiligen Josef
In ihrem Tagebuch schreibt die heilige Faustina: Der heilige Josef
verlangte, ich solle mich ununterbrochen zu ihm hingezogen fühlen.
Er sagte mir selbst, daß ich täglich drei Gebete und einmal
das „Gedenke" beten solle. Er schaute voller Güte und gab mir zu erkennen,
wie sehr er das Werk befürwortet. Er versprach mir seine besondere
Hilfe und Obhut. Jeden Tag verrichte ich die von ihm geforderten Gebete
und ich spüre seinen besonderen Schutz.
Nachfolgend
das Gebet des „Gedenke" (Memorare zum heiligen Josef):
Gedenke du reinster Bräutigam der seligsten
Jungfrau Maria, daß es noch niemals gehört wurde, daß
du jemand verlassen hättest, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine
Hilfe anrief und um deine Fürbitte flehte. Von diesem Vertrauen beseelt,
eile ich zu dir, du Pflegevater des Göttlichen Heilandes, verschmähe
meine Worte nicht, sondern höre und erhöre mich huldreich. Amen.
Die heilige Faustina verehrte
auch besonders den heiligen Erzengel Michael und schreibt darüber
in ihrem Tagebuch: „Ich verehre den
heiligen Erzengel Michael sehr, weil er kein Vorbild im Ausüben von
Gottes Willen hatte und trotzdem in Treue Gottes Wünsche erfüllte."
(TB. 667)
Anmerkung: Die ganze Botschaft
der Göttlichen Barmherzigkeit, wie sie uns von der heiligen Schwester
Maria Faustina Kowalska überliefert wurde, können Sie nachlesen
in ihrem Tagebuch, das Sie bei uns bestellen können.
Empfehlung: Wir empfehlen Ihnen,
wenn Sie die Möglichkeit haben, täglich den Rosenkranz zur Barmherzigkeit
Gottes zu verrichten, am besten zur Stunde der Barmherzigkeit um drei Uhr.
Außerdem die Bilder des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes der
Barmherzigkeit zu verehren, sowie das Fest der Barmherzigkeit feierlich
zu begehen mit Beichte und würdiger Kommunion und sich ab Karfreitag
mit der neuntägigen Rosenkranznovene darauf vorzubereiten. Wichtig
ist auch, die Botschaft und Andacht zur Barmherzigkeit Gottes zu verbreiten,
denn Jesus hat ja dafür einmalige Verheißungen gegeben.
Zur Mitgliedschaft
in der Skapulierbruderschaft des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes
der Barmherzigkeit ist nur nötig, daß Sie
die Bilder des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes verehren und das
Skapulier tragen. Das Skapulier selbst wird auch an Gläubige abgegeben,
die nicht Mitglieder der Bruderschaft sind.
Wir würden uns freuen, wenn Sie sich in die Bruderschaft einschreiben
lassen.
Die Skapulier-Bruderschaft des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes
der Barmherzigkeit hat den Apostolischen Segen erhalten:
„Der Heilige Vater Papst Johannes Paul II. erteilt der Skapulier-Bruderschaft
des Barmherzigen Jesus und der Muttergottes der Barmherzigkeit von Herzen
den Apostolischen Segen und erbittet die Fülle der göttlichen
Gnaden (Rom 2. VIII. 2000)."
Heilige
Messen zu Ehren der Göttlichen Barmherzigkeit
Beim Verein „Heilig-Blut-Gemeinschaft vom
Erlöser der Welt" e. V. haben Sie die Möglichkeit Heilige Messen
zu Ehren des Barmherzigen Jesus, der Muttergottes der Barmherzigkeit und
der heiligen Faustina zu bestellen. Die Heiligen Messen werden von
den ukrainisch-katholischen Basilianermönchen gefeiert. Durch Ihr
Stipendium unterstützen Sie auch die Ausbildung vom Ordensnachwuchs.
Der Orden hat derzeit 300 Patres und 110 Novizen. Die Patres sind auch
in der Armenfürsorge tätig.
Die
Barmherzigkeit Gottes im Leben des heiligen Dismas
Im römischen Martyrologium ist am 25. März das Gedächtnis
des heiligen Schächers aufgezeichnet, der am Kreuz die Bitte an Jesus
richtete: „Herr, gedenke meiner, wenn Du in Dein Reich kommst!" Als großes
Geschenk der göttlichen Barmherzigkeit und Ermutigung für uns
alle, erhielt der gute Schächer vom sterbenden Herrn die Antwort:
„Wahrlich, ich sage Dir, heute noch wirst du mit
mir im Paradiese sein!" (Lk 23,43). Die Überlieferung sagt,
daß dieser Schächer Dismas hieß, während man den
linken Schächer Gesmas nennt.
Es wird angenommen, daß Dismas ein Räuberleben geführt
hat und sein Leben mit dem Rauben verbrachte, wobei er sogar gemordet haben
soll. Der heilige Dismas bekehrte sich auf dem Kalvarienberg.
Der heilige Bekenner und Prediger Bernardin von Siena nennt des
heiligen Schächers Liebe eine sehr eifrige und ganz brennende. Er
hält dafür, daß Dismas unter die größten Himmelsfürsten
zu setzen und einer der größten und vortrefflichsten Heiligen
sei.
Hinweis: In der Kleinschrift
„Sankt Dismas - der gute Schächer" können Sie ausführlicher
über die Bekehrung des heiligen Dismas lesen, Sie finden darin Zitate
der Heiligen über ihn, viele schöne Gebete und interessante Gebetserhörungen.
Der heilige Dismas ist Patron gegen Diebe und Einbrecher und ein großer
Helfer gegen Verzweiflung und Depression.
(Quelle: "Der Gefährte", Heft Nr. 6. Nov./dez. 2000, S. 12-30, St. Andrä) - Mediatrix-Verlag - LINK
Hier erhalten Sie auch das "Tagebuch
der Schwester Faustina" oder beim Parvis-Verlag
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