Heilige Schrift und Tradition
Franz Spirago 1914 

Das Lesen der Hl. Schrift ist katholischen Christen erlaubt und auch sehr nützlich, doch soll nur ein solcher Text gelesen werden, der vom Papst gutgeheißen oder wenigstens mit erklärenden kirchlichen Anmerkungen versehen ist. (Bened. XIV. 13. Juni 1757) Der Kathol. Kirche werfen die Irrlehrer vor, daß sie die Hl. Schrift zu wenig schätze. Niemand beruft sich öfter auf die Hl. Schrift als die Kathol. Kirche. - Die Behauptung der Irrlehrer, erst Luther hätte die Bibel durch seine Übersetzung dem Volke zugänglich gemacht, ist falsch; denn schon vor Luther gab es 22 deutsche Bibelübersetzungen .... - Um die Gläubigen zum Lesen der Hl. Schrift zu ermuntern, ist ein Ablaß von 300 Tagen bewilligt für jene, die wenigstens eine Viertelstunde lang das Evangelium lesen in einer kirchlich genehmigten Ausgabe. (Leo XIII. 13.12.1898)
Das Lesen der Hl. Schrift ist sehr nützlich. Alles, was hier geschrieben steht, ist zu unserer Belehrung geschrieben. (Rom. 15, 14) In der Hl. Schrift lernt man Gott richtig kennen, man sieht seine Allmacht (man denke an die Schöpfungsgeschichte und an die vielen Wunder in der Bibel), seine Güte (man denke an die Menschwerdung und das Leiden Christi) usw. Hier sieht man die erhabensten Tugendbeispiele (man denke an Abraham, Josef, Tobias, Job, Moses und namentlich an Christus) und wird deshalb mächtig angespornt zur Ausübung des Guten. Die Hl. Schrift gleicht somit einer Kriegstrompete, die den Mut der Soldaten aneifert, (hl. Ephr.) Sie zeigt uns den Weg zur Seligkeit, wie ein Leuchtturm den Schiffern auf dem gefahrvollen Meere den Weg in den sicheren Hafen zeigt. - Die Hl. Schrift zeigt uns alle schlimmen Folgen des Lasters und warnt uns vor der Sünde. (Man denke an den Sündenfall im Paradiese, an die Zerstörung Soddomas, an die Sündflut, an das Ende der Söhne des Heli, des Absalom, des Judas, des Herodes und anderer.) Dabei zeigt sie uns wie ein Spiegel das Böse an uns und lehrt es uns verbessern, (hl. Hier.) Liebe die Kenntnis der Hl. Schrift und du wirst die Laster des Fleisches nicht lieben, (hl. Hier.) Das Lesen in der Hl. Schrift erzeugt reine Seelen, (hl. Hier.) Alles, was der Mensch Nützliches anderswo erlernen kann, findet er in der Hl. Schrift, und vieles Nützliche, was er sonst nirgends vorfinden kann, trifft er hier in Fülle an. (hl. Aug.) In der Hl. Schrift kann man nie auslernen; man findet trotz wiederholten Lesens in ihr immer wieder Neues, weil nämlich in sehr vielen ihrer Worte ein vielfacher Sinn liegt. Die Hl. Schrift gleicht einem Acker, der nie abgeerntet werden kann, daher nie öde und leer daliegt (hl. Eph.); sie gleicht einer Quelle, die beständig fließt und umso reichlicher strömt, je mehr man daraus schöpft, (hl. Chrys.) Die Hl. Schrift ist eine gute Weide; wenn wir das öfters verkosten, was geschrieben steht, so werden wir genährt und gestärkt, (hl. Ambr.) - Wer aber die Hl. Schrift lesen und verstehen will, muß den Geist in sich haben, von dem die Verfasser erfüllt waren, sonst wird er in den Sinn der Worte nicht eindringen, (hl. Bern.) Der Hl. Geist muß ihm den Sinn aufschließen (Lk. 24, 45).

Es ist uns aus folgenden zwei Gründen nicht erlaubt, jeden beliebigen Bibeltext zu lesen:
1) Die unveränderte Hl. Schrift und ihre richtige Erklärung ist nur in der Katholischen Kirche zu finden;
2) die Hl. Schrift ist größtenteils schwer verständlich. Nur in der Katholischen Kirche ist die unveränderte Hl. Schrift und die richtige Auslegung der Hl. Schrift zu finden. (K. Tr. 4) Denn nur den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen, also der Kath. Kirche hat Christus den Hl. Geist versprochen (Joh. 14); nur der Kath. Kirche hat er versprochen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden. (Matth. 16, 18) Daher kann die Hl. Schrift, aus der die Katholische Kirche die Lehren schöpft, unmöglich verändert sein. Die Irrlehrer dagegen haben in ihren Bibeltexten einzelne Stellen der Hl. Schrift zu ihren Gunsten verdreht oder auch Bücher und Stellen, die ihnen nicht paßten, ganz weggelassen... Luther ließ den Brief des hl. Jakobus weg, weil hier gesagt wird, daß der Glaube ohne die Werke tot ist. Die Worte: „Der Mensch werde durch den Glauben gerechtfertigt" (Röm. 3, 28), änderte Luther eigenmächtig um in: „Der Mensch werde durch den Glauben allein gerechtfertigt." In der Stelle: „Brüder, befleißiget euch mehr und mehr, eueren Beruf und euere Auserwählung durch gute Werke gewiß zu machen" (2. Petr. 1, 10) läßt Luther die Worte „durch gute Werke" weg! usw. ...
Die Hl. Schrift ist größtenteils schwer verständlich. Sag, ob du die Episteln, die am Sonntag bei der Pfarrmesse gelesen werden, gut verstehst? Wahrscheinlich nicht; denn der hl. Petrus sagt selbst, daß die Briefe des hl. Paulus schwer verständlich seien.
(2. Petr. 3, 16) Sogar ein hl. Augustinus erklärt: „In der Hl. Schrift sind weit mehr Dinge, die ich nicht verstehe, als die ich verstehe." Weder die Propheten, noch der Heiland haben die göttlichen Geheimnisse so deutlich ausgesprochen, daß sie von einem jeden verstanden werden können. (Klem. Alex.) Die verschiedenen Lehrer haben deshalb selbst in einen und denselben Satz der Hl. Schrift die verschiedenartigste Bedeutung hineingelegt. Daher ist es notwendig, daß die Kath. Kirche im Bibeltexte den Sinn schwer verständlicher Worte erkläre. „Wo ein Gesetzbuch ist, muß auch die Behörde sein, die es in zweifelhaften Fällen erklärt. Die Behörde, die Gott zur Aufbewahrung und Erklärung der Heiligen Schrift bestellt hat, ist die Katholische Kirche." (Deh.)
Denn ihr gab er den Hl. Geist. (Joh. 14 und 16) Das Kind trägt die geschenkte NUß zur Mutter, damit ihm diese die Schale zerbreche; der Christ eilt zur Kirche, damit ihm diese den Sinn der Hl. Schrift erschließe, (hl. Ephr.) Nur der Kirche kommt es zu, über den wahren Sinn und die Erklärung der Hl. Schrift zu entscheiden. (Kz. Tr. 4) Daher soll der kathol. Christ nur eine solche Bibel lesen, die mit Anmerkungen versehen ist und sonach die Auslegung der Kirche enthält.
Wer eine solche Hl. Schrift, die keine erklärenden Anmerkungen hat, liest, kann leicht seinen Glauben verlieren; denn in der Hl. Schrift sind manche scheinbare Widersprüche und viele Aussprüche, die nicht wörtlich zu verstehen sind.
In der Hl. Schrift kommen manche scheinbare Widersprüche vor; so z. B. schreibt der eine Evangelist, Christus sei um die 9. Stunde gestorben (Math. 27, 46); auch ein anderer schreibt, Christus sei von der 6. bis 9. Stunde am Kreuze gehangen (Lk. 23, 44); ein anderer Evangelist aber sagt, Christus sei um die 3. Stunde gekreuzigt worden. (Mark. 15, 25) Dieser Widerspruch wird in der Anmerkung aufgeklärt: 9 Uhr bei den Juden ist bei uns 3 Uhr, 6 Uhr ist bei uns 12 Uhr; 3 Uhr ist bei uns 9 Uhr, 11 Uhr bei uns 5 Uhr (nachmittags) usw. Somit wurde Christus 12 Uhr Mittag gekreuzigt (bei den Juden 6) und starb Nachmittag um 3 Uhr (bei den Juden 9). Der hl. Markus, der in Rom schrieb, meint die 3. Tagesstunde (von 12 bis 3 Uhr), da man auch den Tag in 4 Abschnitte zu teilen pflegte: von 6 bis 9 Uhr früh = 1. Stunde, von 9 bis Mittag = 2. Stunde usw. - Der eine Evangelist sagt, beide Schächer haben den gekreuzigten Heiland verhöhnt (Math. 27, 44), der andere Evangelist berichtet, daß der eine von den Schächern Christum gelästert habe. (Lk. 23, 39) Dieser Widerspruch wird in der Anmerkung aufgeklärt: Ursprünglich haben beide Schächer den Heiland verspottet, hierauf bekehrte sich der zur Rechten. - Ein Evangelist erzählt, die Mutter Gottes und die frommen Frauen seien nahe beim Kreuze gestanden, sodaß sie die Worte Christi verstanden (Joh. 19, 25); ein anderer erzählt, die frommen Frauen seien in der Ferne gestanden. (Matth. 27, 55; Mark. 15, 40; Lk. 23, 29) Dieser Widerspruch wird in der Anmerkung aufgeklärt: Zuerst standen die Frauen in der Ferne; dann aber sind sie näher gekommen, als die Spötter beim Eintritt der Sonnenfinsternis wichen. - Der eine Evangelist sagt, 2 Engel seien am Grabe des auferstandenen Heilandes gestanden (Joh. 20, 12); ein anderer Evangelist erwähnt nur einen Engel, der zu den frommen Frauen gesprochen habe. (Mt 28, 5; Mk 16, 5) Dieser Widerspruch wird in der Anmerkung aufgeklärt: 2 Engel waren am Grabe, aber einer hat gesprochen. - Der eine Evangelist schreibt, der Hauptmann von Kapharnaum sei selbst zu Christus gekommen und habe um die Heilung seines Knechtes gebeten (Math. 8, 5); ein anderer Evangelist berichtet, der Hauptmann habe die Ältesten der Juden zu Christus geschickt, damit sie in seinem Namen bitten. (Lk. 7, 3) Dieser Widerspruch wird in der Anmerkung aufgeklärt: Zuerst sandte der Hauptmann die Juden als Vermittler, dann kam er selbst. - Wer diese Erklärungen nicht kennt, kann leicht in Zweifel und Unglauben verfallen.
In der Hl. Schrift kommen Ausdrücke vor, die, wörtlich übersetzt, andere Bedeutung haben. In der deutschen Bibelübersetzung heißt es, Christus habe vom Kreuze herab zu seiner Mutter gesprochen: „Weib, siehe deinen Sohn." (Joh. 19, 26) Auch bei der Hochzeit zu Kana hat er seine Mutter „Weib" genannt. (Joh. 2, 4) Mancher Leser ist nun der Meinung, Christus hätte doch seiner Mutter einen vornehmeren Titel geben können; ihm wird in der Anmerkung folgende Aufklärung gegeben: Das Wort „Weib" bedeutet in der hebräischen und griechischen Sprache soviel wie bei uns „Gnädige" oder bei den Römern „matrone, d. h. erhabene Frau". - In der deutschen Übersetzung der Bibel steht ferner, Christus habe zu seiner Mutter, die ihn bei der Hochzeit zu Kana auf das Fehlen des Weines aufmerksam gemacht hatte, gesprochen: „Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?" (Joh. 2, 4) Wer diese Worte für unehrerbietig hält, wird in der Anmerkung belehrt, daß sie im Urtexte lauten: „Frau, was ist zwischen mir und dir?", was den Sinn hat: Zwischen mir und dir gibt es keine Meinungsverschiedenheit = ich bin einverstanden. - Der Evangelist spricht von Brüdern Jesu (Matth. 13, 55); leicht könnte man da meinen, Christus habe noch Brüder gehabt, und Maria sei also nicht Jungfrau zu nennen. Doch in der Anmerkung wird man belehrt, daß die Juden ihre Blutsverwandten, namentlich ihre Geschwisterkinder „Bruder" genannt haben; schon Abraham nannte seinen Verwandten Loth: Bruder, (1 Mos. 13)

Auch viele Aussprüche Christi sind nicht wörtlich aufzufassen, sondern nur dem Sinn nach; denn Christus sprach oft nur bildlich, um die Leute zum Nachdenken anzuregen. Zum Beispiel: „Leichter geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als ein Reicher ins Himmelreich." (Matth. 19, 14) In der Anmerkung steht der Sinn dieser Worte: „Leichter geht ein Strich aus Kamelhaaren ..." Die Worte Christi: „Wenn dich dein Auge ärgert, reiß es heraus" (Matth. 18, 9) werden erklärt: „Wenn dir etwas so lieb ist wie dein Auge und Ursache deiner Sünden ist, so mußt du dich davon trennen." Die Worte Christi: „Es werden die Letzten die Ersten sein ..." (Matth. 20, 16) werden erklärt:
Viele von denen, die hier auf der Welt die Letzten sind, werden im Jenseits die Ersten sein. - Der Evangelist erzählt, Christus habe am Kreuze gerufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Matth. 27, 46) Wer unüberlegt urteilt, dürfte diese Worte für einen Ausdruck der Verzweiflung halten. In der Anmerkung werden wir aber belehrt, daß Christus auf den 21. Psalm, der mit jenen Worten anfängt, aufmerksam machte und ihn betete; in diesem Psalm wurde nämlich schon viele hundert Jahre zuvor das Leiden Christi am Kreuze genau geschildert.
Daraus ist ersichtlich, warum die Bibel Anmerkungen haben muß. Der hl. Petrus sagt selbst, daß ununterrichtete und leichtfertige Menschen das, was in der Hl. Schrift unverständlich ist, zu ihrem eigenen Verderben mißdeuten. (2. Petr. 3, 16)
Jene von Gott geoffenbarten Lehren, die in der Hl. Schrift nicht niedergeschrieben, sondern nur mündlich der Nachwelt übergeben wurden, nennt man mündliche Überlieferung oder Tradition.
Die hl. Apostel hatten von Christus nicht etwa den Befehl, alles niederzuschreiben, sondern den Befehl, alles zu predigen. (Matth. 28, 19) Daher schrieben nur wenige, und diese waren meistens durch die Notwendigkeit dazu gezwungen. Ihre Berichte sind sehr unvollständig; denn sie berichten meistens nur die Taten und Wunder Christi, sehr wenig aber von der Lehre Christi. Die Verfasser der hl. Bücher erklären auch ausdrücklich, daß sie nicht alles niedergeschrieben haben, sondern vieles den Christen nur mündlich mitteilten. (2. Joh. 12; 1 Kor. 11, 2) Der hl. Johannes sagt geradezu zum Schlusse seines Evangeliums: „Es ist aber noch vieles andere, was Jesus getan hat; wollte man dieses einzeln aufschreiben, so glaube ich, würde die Welt die Bücher nicht fassen, die zu schreiben wären." (Joh. 21, 25) - Wir sind also auf die mündliche Überlieferung angewiesen. Durch die mündliche Überlieferung wissen wir nun z. B., daß Christus 7 Sakramente eingesetzt hat, daß der Sonntag zu heiligen ist, daß die Kindertaufe erlaubt ist; nur durch die Überlieferung wissen wir, welche Bücher zu der Heiligen Schrift gehören. ... In der Bibel steht nichts von einer Sonntagsheiligung, wohl aber von einer Sabbatheiligung. - Das, was in der ganzen Kirche zu allen Zeiten beobachtet worden ist, stammt von den hl. Aposteln. (Vinz. Lerin.)
Wenn wir eine kirchliche Lehre in der Hl. Schrift nicht finden, können wir sie sicher finden auf dem Wege der Tradition. So wie die, denen die Wasserleitung versiegt, sich immer mehr der Quelle nähern und auf diesem Wege untersuchen, wie weit das Wasser fließt, so können es auch wir machen; wir können den geschichtlichen Quellen der Lehre früherer Jahrhunderte nachforschen, und da werden wir auf die betreffende Lehre stoßen, (hl. Cyp.)
Die mündliche Überlieferung findet sich meistens in den Schriften der hl. Väter, in den Beschlüssen der Konzilien, in den Glaubensbekenntnissen und Gebeten der Kirche.
Jene Männer, die sich durch große Gelehrsamkeit und Heiligkeit des Lebens ausgezeichnet und in den ersten Zeiten des Christentums gelebt haben, heißen heilige Väter. Solche waren z. B. der hl. Philosoph Justinus zu Rom, der eifrige Verteidiger der christlichen Religion (t 166), der hl. Irenäus, Bischof von Lyon (t 202), der hl. Cyprian, Bischof von Karthago (t 258) u. a. Manche unter ihnen (7) waren Schüler der Apostel und heißen apostolische Väter, wie z. B. der hl. Ignatius, Bischof von Antiochien (t 107), und der hl. Polykarpus, Bischof von Smyrna (t 167). - Männer, die sich durch große Gelehrsamkeit und Heiligkeit ausgezeichnet haben, pflegt man
Kirchenlehrer zu nennen. Es gibt 4 große griechische und 4 große lateinische Kirchenlehrer. Die griechischen sind: der hl. Athanasius, Bischof von Alexandrien (t 373), der hl. Basilius, Bischof von Cäsarea in Kappadozien (t 378), der hl. Gregor, Bischof von Nazianz in Kappadozien (t 389), und der hl. Johann Chrysostomus (d. i. Goldmund), Bischof von Konstantinopel (t 407). Die lateinischen sind: der hl. Ambrosius, Bischof von Mailand (t 397), der hl. Augustinus, Bischof von Hippo in Nord-Afrika (t 430), der hl. Hieronymus, Priester und Übersetzer der Hl. Schrift (t 420), und der hl. Gregor der Große, Papst und Verbesserer des Kirchengesanges (t604). - Es gibt ferner 4 große Kirchenlehrer aus der Zeit des Mittelalters: Der hl. Anselm, Erzbischof von Canterbury in England (t 1109), der hl. Bernard, Abt von Clairvaux und großer Verehrer der Mutter Gottes (t 1153), der hl. Thomas von Aquin, Dominikaner (t 1274), und der hl. Bonaventura, Franziskaner (t 1274). - In der Neuzeit ragen hervor: der hl. Franz von Sales, Bischof von Genf (t 1622) und der hl. Alphons Liguori, Bischof von Sankt Agatha bei Neapel, Stifter des Redemptoristenordens (t 1787). -
Die Kirche nennt alle Männer von großer Gelehrsamkeit und Heiligkeit, deren Schriften sie gutgeheißen hat, Kirchenlehrer (also auch die hl. Väter); jene Männer aber, die sich zwar durch Gelehrsamkeit ausgezeichnet haben, deren Schriften aber nicht ganz gutgeheißen werden konnten oder deren Leben nicht durchaus heilig war, Kirchenschriftsteller. Solche waren z. B. Origines, Leiter der Katechetenschule in Alexandrien (t 254), Tertullian, Priester zu Karthago (t 240).
Über Konzilien sehe man bei der Lehre von der Kirche; über die Glaubensbekenntnisse bei der Lehre vom Glauben. - Die Gebete der Kirche sind zu finden in den Meßbüchern und in den Büchern, die bei der Ausspendung der Sakramente und Sakramentalien gebraucht werden und Rituale heißen. In den Meßbüchern findet man z. B., daß man stets bei der heiligen Messe für die Verstorbenen betete. Worauf läßt das schließen?
(Quelle: "Dienst am Glauben", Heft 3 - 2011, S. 70ff., Innsbruck)



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