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Gott wählt die Kleinen und Schwachen aus 
und macht sie stark durch seinen Hl. Geist

Den Heiligen Geist bittend einladen - Pfingsten tiefgreifend für sich erleben

"Wenn man es einmal ganz menschlich betrachtet: Wie konnte Gott die Verkündigung seines Evangeliums und die Gründung seiner Kirche zwölf dahergelaufenen ungebildeten Fischern im hintersten Winkel Israels anvertrauen? Einer war ein Verräter, der andere ein Feigling und Hitzkopf! War das nicht ein Wahnwitz?" Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Hätte ich nicht gewußt, daß da ein Bischof zu mir sprach, ich hätte ihn für einen der größten Ketzer gehalten. Aber es war der frühere Trierer Bischof Hermann Josef Spital, den ich da vor mir hatte. „Menschlich betrachtet", antwortete er sich selbst, „wäre das natürlich ein Wahnwitz. Aber daß es trotzdem funktioniert hat und heute trotz allen Schwächen das Evangelium bis an alle Enden der Erde verkündet wird, zeigt, daß hier wirklich der Heilige Geist am Werk sein muß."
Hätte Jesus nicht doch besser in unserem hoch-technologischen Kommunikations-Zeitalter kommen sollen, dann hätte er schnell die ganze Welt erreicht. Aber das - wie Bischof Spital klarmacht - hat der Heilige Geist freilich auch so erreicht, ohne Fernsehen, ohne Rundfunk, ohne Internet, ohne PR-Strategen - ausgehend von zwölf „dahergelaufenen ungebildeten Fischern im hintersten Winkel Israels".
Die Worte des Bischofs gelten nicht nur für Medienleute, sie gelten für jeden, der da meint, etwas für Gott „machen" zu müssen, anstatt Ihn machen zu lassen. Wer die Heilsgeschichte betrachtet, dem wird auffallen, daß Gott fast immer so arbeitet wie vor 2000 Jahren mit den zwölf Fischern: Er wählt die Kleinen und Schwachen aus und macht sie stark durch seinen Geist, um die, die sich in der Welt für stark halten, zu beschämen. Als die Jungfrau Maria erwählt wurde, Mutter Christi zu sein, rief sie im Magnificat aus: „Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut... die Hohen stürzt er vom Thron und erhöht die Niedrigen." Auch waren die Empfänger von Erscheinungen und Botschaften selten gelehrte Köpfe, sondern einfache Menschen, oft erst Kinder. Der französische Schriftsteller Georges Bernanos hat daher einmal zynisch der Katholischen Kirche vorgehalten, daß ihre großen mystischen Gestalten fast nur aus solchen Personen bestehen und weniger aus Theologen, Bischöfen oder Päpsten.
Christus selbst hat den himmlischen Vater dafür „gepriesen, daß Du dies vor Weisen und Klugen verborgen, den Kleinen aber geoffenbart hast." (Mt. 11, 25). Seinen Aposteln, den „ungebildeten Fischern" riet er, sich vor Königen und Statthaltern keine Worte zurechtzulegen, sondern Er werde ihnen (durch seinen Heiligen Geist) Mund und Weisheit geben. (Lk. 21,15).
Starker Tobak, heute wie vor 2000 Jahren. So wie Jesus damals bei den Pharisäern und Schriftgelehrten angeeckt hat, so dürften solche Worte besonders in einem Zeitalter anecken, das Kommunikation gleichsetzt mit Verhandlungstrainings, Werbekampagnen, Powerpoint-Seminaren und möglichst effektvoll gestalteten Internet-Auftritten und in dem alles gering geschätzt wird, was nicht vor vernünftiger Argumentation und rhetorischer Überzeugungskraft strotzt.
Es kommt nicht von ungefähr, daß kopflastige Menschen häufig besondere Schwierigkeiten haben, das Pfingstfest für sich zu erleben und vom Geist Gottes erfüllt zu werden. Der Geist Gottes kommt nicht durch Seminare und Schulen, weil er nichts mit dem Wissen der Welt gemein hat. Im Gegenteil: Der Geist Gottes und der Geist der Welt stehen miteinander in Feindschaft, schreibt Paulus im ersten Kapitel des Korintherbriefs und ergänzt: „Gott hat die Weisheit zur Torheit und die Torheit zur Weisheit gemacht".
Die Weisheit, die der Geist Gottes lehrt, kann man nicht auf Kursen erlernen und nicht durch Wissen vermittelt bekommen. Der Geist Gottes fließt durch Gnade in demütige Herzen ein, die nicht mit weltlichem Ballast zugeschüttet, sondern wie kleine Kinder noch offen sind für die Logik der Liebe, des Friedens, der Freude und der Demut - einer göttlichen Logik, die nach weltlichen Maßstäben verrückt erscheinen muß. MUß es nicht verrückt erscheinen, aller Macht zu entsagen und sich freiwillig am Kreuz wie einen Verbrecher hinrichten zu lassen?
MUß es nicht verrückt erscheinen zu fordern, seine Feinde zu lieben und die rechte Wange hinzuhalten dem, der auf die linke schlägt?
MUß es nicht verrückt erscheinen, auf Familie, Haus, Hof, Geld zu verzichten um des Himmelreiches willen? Und doch kam der Sohn Gottes auf die Erde, um genau dies als höchste Weisheit zu lehren und bis zur letzten Konsequenz vorzuleben. Und immer wieder erfüllt Er mit seinem Geist Menschen, die von dieser Liebe entzündet werden, in seiner Nachfolge ihre Freude finden und zu jedem Opfer bereit sind, weil sie die eine Perle gefunden haben, deren Wert alles andere übersteigt.
Sich von Gott dermaßen begeistern zu lassen, ist nicht schwer. Christus hat verheißen, daß der Heilige Geist dem gegeben wird, der ernsthaft darum bittet. Man muß also um den Heiligen Geist bitten, man muß beten! Man muß die Einladung nur wörtlich meinen, wenn man beim Pfingsthymnus singt: „Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein". Dann nimmt auch Gott einen wörtlich. Man muß ihn nur einziehen lassen durch die Tore des Herzens - und nicht durch die Tore des Kopfes. Und man muß, wenn man jene Tore öffnet, zuerst einmal Platz machen, sich klein machen und eigene Klugheiten, Stolz, Besitzgier und was es da sonst noch alles an mitgebrachten weltlichen Torheiten geben mag, in hohem Bogen hinauswerfen.
Denn „ein demütiges, zerschlagenes Herz", betete schon König David, „wirst du, Gott, nicht verschmähen. Ein reines Herz erschaffe mir, Gott, und gefestigten Geist mach' neu in meiner Brust." (PS. 51, 12.19)
S.T.

Mutter Gottes - Mutter der Kirche - ein Musterbeispiel der Demut!
Die Mutterschaft Mariens, die mit dem "fiat" von Nazareth begonnen hat, findet ihre Vollendung unter dem Kreuz. Wenn es wahr ist, daß - wie der heilige Anselm schreibt - "Maria von dem Augenblick an, in dem sie das "fiat" gesprochen hatte, uns alle unter ihrem Herzen zu tragen begann", dann begann tatsächlich die Berufung und mütterliche Sendung der Jungfrau gegenüber denen, die an Christus glauben, in dem Moment, als Jesus zu ihr sagte: "Frau, siehe, dein Sohn!" (Joh 19,26). Als der sterbende Christus vom Kreuz herab die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, erkannte er die Erstlingsfrucht der neuen Familie, die in der Welt ins Leben zu rufen er gekommen war, die Keimzelle der Kirche und der neuen Menschheit.

Deshalb wandte er sich an Maria und nannte sie "Frau" und nicht "Mutter"; diese Bezeichnung hingegen gebrauchte er, als er sie dem Jünger anvertraute: "Siehe, deine Mutter!" (Joh 19,27). So vollendete der Sohn Gottes seine Sendung: Geboren von der Jungfrau Maria, hat er wie wir als Mensch gelebt, in allem uns gleich außer der Sünde, und hinterließ im Augenblick seiner Rückkehr zum Vater in der Welt das Sakrament der Einheit der Menschheit (vgl. Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 1): die "in der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes verbundene" Familie (hl. Cyprian, De Orat.Dom.23:PL 4,536), deren ursprünglicher Kern eben diese neue Verbindung zwischen der Mutter und dem Jünger ist. Auf diese Weise bleiben die göttliche Mutterschaft und die Mutterschaft in Bezug auf die Kirche unauflöslich miteinander verbunden. Und Maria ist auch DEINE HIMMLISCHE MUTTER! Vergiß das NIE!


Der Leib, den sie gebar
Ich beschwöre euch, geliebte Brüder, erwägt, wie sehr wir der seligen Mutter Gottes verpflichtet sind und welche Gnadenerweise wir ihr vor Gott schuldig sind, für diese so große Tat.

Denn dieser Leib Christi, den sie in ihrem Schoß empfangen und geboren hat, den sie mit so großer mütterlicher Fürsorge in Windeln gewickelt und an ihrer Brust genährt hat, ist derselbe Leib, den wir vom Altar empfangen; es ist sein Blut, das wir im Sakrament unserer Erlösung trinken. Das ist, was der katholische Glaube festhält und die Heilige Kirche lehrt.

Es gibt keine menschlichen Worte, die imstande wären, jene würdig zu ehren, von der der Mittler zwischen Gott und den Menschen Fleisch angenommen hat. Welche Ehren wir auch immer ihr angedeihen lassen, sie sind unter der Würde ihrer Verdienste, denn sie ist es, die in ihrem jungfräulichen Schoß den reinen Leib vorbereitet hat, der die Seelen ernährt.



Betet den Rosenkranz!

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