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Missionarin der Göttlichen Barmherzigkeit: die hl. Sr. Faustina Kowalska 

Schwester Faustyna wurde nur 33 Jahre alt, dreizehn von ihren Lebensjahren hat sie im Kloster verbracht - gefüllt mit Gebet und mit unauffälliger, schlichter Hausarbeit. Einhundert Jahre nach ihrem Geburtstag wird sie unter die bekanntesten polnischen Heiligen gerechnet. Der Grund für diese „Karriere" liegt in dem begründet, was man den „Auftrag" der Schwester Faustyna nennen könnte: Die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden. „Verkünde, dass Barmherzigkeit die größte Eigenschaft Gottes ist. Alle Werke Meiner Hände sind durch Barmherzigkeit gekrönt." (TB 301) Jesus nennt sie „die Sekretärin meiner Barmherzigkeit" und versichert ihr: „Ich habe dich für dieses Amt in diesem und im künftigen Leben erwählt. Ich will es so, trotz allen Widerstandes, den man dir entgegenstellen wird." (TB 1605) Schwester Faustyna nimmt diese besondere Berufung von ganzem Herzen an. Ein großes und tiefes Gottvertrauen prägt sie ja bereits seid ihrer Kindheit. Jetzt wird es zur Grundlage der Botschaft von der barmherzigen Liebe Gottes. Es ist ja im eigentlichen Sinn keine neue Botschaft - es ist die Botschaft des Evangeliums, die Botschaft, die immer von der Kirche geglaubt und verkündet wurde: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten." (Mt 9, 12f) Durch die Offenbarungen an Schwester Faustyna wird diese Botschaft noch einmal ausdrücklich betont. Gott setzt alles daran, um den Menschen das Heil zu schenken und ihnen die Angst zu nehmen. Immer wieder versichert er Schwester Faustyna: „Meine Sekretärin, schreibe, dass Ich den Sündern gegenüber freigiebiger bin, als Gerechten. Für sie bin Ich auf die Erde herabgekommen... für sie habe Ich Blut vergossen; sie sollen sich nicht fürchten, sich Mir zu nähern; sie brauchen Meine Barmherzigkeit am nötigsten." (TB 1275) - Heute hörte ich die Worte: „Im Alten Testament habe Ich zu Meinem Volk Propheten mit Blitz und Donner gesandt. Heute sende ich dich zu der ganzen Menschheit mit Meiner Barmherzigkeit. Ich will die wunde Menschheit nicht strafen, sondern sie gesundmachen, sie an Mein barmherziges Herz drücken. Von Strafen mache Ich Gebrauch, wenn sie mich selbst dazu zwingen; Meine Hand greift nicht gern nach dem Schwert der Gerechtigkeit. Vor dem Tage der Gerechtigkeit sende Ich den Tag der Barmherzigkeit." (TB 1588)

Eine der - mittlerweile bereits in die Jahre gekommenen - Forderungen zeitgenössischer Kirchenreformer lautet: „Frohbotschaft statt Drohbotschaft!". Wer die Worte Jesu an Schwester Faustyna liest, der weiß, dass hier offene Türen eingerannt werden. Jesus verkündet wirklich die „frohe" Botschaft - nicht in einem verharmlosenden Sinne, der die Möglichkeit der ewigen Verdammung und die Existenz der Hölle leugnet; aber im Sinne eines nicht mehr überbietbaren Angebotes Gottes: Niemand, auch nicht der größte Sünder, braucht Angst zu haben. Jeder, auch der größte Sünder, darf sich voller Vertrauen auf die Barmherzigkeit des Herrn berufen, der den Sündern gegenüber sogar noch freigiebiger ist als den Gerechten. Es ist Schwester Faustynas Auftrag, diese gute Nachricht zu verkünden. Mitten im unspektakulären Klosteralltag möchte sie diesen Auftrag wie ein „Priester, Missionar und Prediger" erfüllen - und zwar durch die Liebe: „O Ewige Liebe, ich wünsche, dass Dich alle Seelen, die Du erschaffen hast, erkennen. Gerne würde ich zum Priester werden, um den sündigen Seelen, die in Verzweiflung versinken, unaufhörlich von Deiner Barmherzigkeit zu künden. Ich wäre gern Missionar, um das Licht des Glaubens in wilde Länder zu tragen, damit die Seelen Dich kennenlernen und um für sie abgezehrt den Märtyrertod zu sterben, den Du für mich und für sie starbst. O Jesus, ich weiß nur zu gut, dass ich Priester, Missionar und Prediger sein kann, dass ich den Märtyrertod durch völlige Abzehrung und Selbstverleugnung aus Liebe zu Dir und zu den unsterblichen Seelen sterben kann. Große Liebe vermag kleine Dinge in große umzuwandeln, und nur Liebe allein verleiht unseren Taten Wert. Je reiner unsere Liebe wird, desto weniger wird die Flamme der Leiden in uns zu verzehren haben und das Leiden hört für uns auf, Leiden zu sein. - Leid wird für uns zur Wonne. Dank der Gnade Gottes habe ich jetzt eine solche Herzensstimmung erhalten, dass ich niemals glücklicher bin als im Leiden für Jesus, den ich mit jeder Regung meines Herzens liebe." (TB 302f.)

Zu ihrer Aufgabe als „Sekretärin der Barmherzigkeit" gehört es auch, verschiedene konkrete Formen der Andacht zur Barmherzigkeit Gottes zu beschreiben, die Jesus mit verschiedenen Verheißungen verbunden hat: das Bild des barmherzigen Jesus, das Fest der Barmherzigkeit, die Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit, der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes, die Stunde der Barmherzigkeit und das Ausbreiten der „Ehre der Barmherzigkeit".

Rosenkranz zur göttlichen Barmherzigkeit
Er kann auf einem normalen Rosenkranz gebetet werden. Am Anfang betet man das Vater unser, das Gegrüßet seist du Maria und das Apostolische Glaubensbekenntnis. Dann folgt auf den großen Perlen das Gebet: Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, zur Sühne für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt. Auf den zehn kleinen Perlen wird jeweils gebetet: Durch Sein schmerzhaftes Leiden habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt. Man beschließt den Barmherzigkeitsrosenkranz, indem man dreimal betet: Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.
(Quelle: "PUR spezial", 4/2015, S. 9-11, Kisslegg)



Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes  - (doc zum Ausdrucken!)


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