Maria hat in einzigartiger Weise am Werk der Erlösung mitgewirkt
Marienverehrung für die Rettung der Welt
 "Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder/Geschlechter..."

Marienverehrung ist keine religiös-sentimentale Liebhaberei, sondern geradezu die Rettung der Welt, weil sie die unerläßliche Vorbedingung für die neue Geistaussendung ist.

P. Benno M i k o c k i OFM, Wien
Maria hat in freiem Glauben zum Heil der Menschen mitgewirkt
„Maria blickte ratlos von den Altären, auf die sie gestellt wurde. Und sie bangte um ihren Verstand, als immer mehr Leute auf die Knie fielen vor ihr." So der evangelisch-reformierte Pastor Kurt Marti, er ist auch Dichter.
Es wäre falsch, auf diese nicht nur für Maria, sondern auch für die Marienverehrerinnen und -Verehrer verletzenden Worte mit Aggression zu reagieren. Um aufzuzeigen, daß wir in unserer Marienverehrung nicht maßlos übertreiben, schauen wir in die Bibel. Vor kurzem hat der Bibelwissenschaftler Prof. Seeanner ein Werk vollendet mit dem Titel „Siehe, die Magd des Herrn". Er hat in dieser Arbeit den Nachweis dafür gebracht, daß die Antwort Mariens, „Siehe, ich bin die Magd des Herrn" (Lk 1,38), einzigartig in der ganzen Bibel ist. Dadurch wollte er auch aufzeigen, daß Maria aktiv am Werk der Erlösung mitgewirkt hat.
Schon im Konzil heißt es, und zwar im Marienkapitel der Kirchenkonstitution: „Mit Recht also sind die heiligen Väter der Überzeugung, daß Maria nicht bloß passiv von Gott benutzt wurde, sondern in freiem Glauben und Gehorsam zum Heil der Menschen mitgewirkt hat" (LG 56). Der heilige Hieronymus sagt es kurz und knapp und bündig: „Tod kam durch Eva, Leben durch Maria."
Wir lassen also die Marienstatuen mit Recht auf unseren Altären. Aber wenn das noch nicht genug ist, dann möchte ich auf das Wort der Bibel, und zwar aus der Offenbarung des Johannes, hinweisen: „Dem Sieger will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen" (3,21). Und mit Jesus auf dem Thron sitzen, mit Jesus herrschen zu dürfen: Das ist doch mehr, als auf den Altären zu stehen.
Die Frage erhebt sich nun: Wie weit hat Maria am Werk der Erlösung mitgewirkt? Ein Beispiel: Meine guten Eltern haben auch mitgewirkt, daß ich zum Glauben gekommen bin, und sicher auch, daß ich Priester geworden bin. Aber Maria hat in einzigartiger Weise am Werk der Erlösung mitgewirkt, wie es der deutsche Theologe Karl-Heinz Menke schreibt: „Weil der Erlöser seine Menschwerdung ... an das Ja-Wort des Menschen bindet, durch den er eintritt in diese Welt, ist Maria ... Urbild und Stellvertreterin aller Gläubigen." Gott schließt seinen Bund mit dem Menschen nicht ohne dessen freie Zustimmung. Denken wir da nur an die Taufe: Auch den Taufbund schließt Gott mit uns nicht ohne die freie Zustimmung. Anstelle der kleinen Kinder tun es die Eltern, die Paten. Wenn Erwachsene getauft werden, dann tun sie es selber. Diese einzigartige Aufgabe Mariens, daß sie nämlich stellvertretend für die Menschen ihr Jawort gesprochen hat, das muß freilich biblisch noch genau und gründlich begründet werden. Ich sehe das als eine Aufgabe unserer Gebetsgemeinschaft. Und ich bitte Sie ganz herzlich, daß Sie uns dabei helfen, daß wir diese grundlegende Aufgabe Mariens, die sie über alle anderen Menschen erhebt, daß wir diese Aufgabe leisten können. Auch im Hinblick auf das Lutherjahr 2017, in dem ja sicher auch einiges gegen Marienverehrung vorgebracht wird.
Vielleicht sagt nun jemand: In dieser Predigt hat mir aber Jesus gefehlt. Das ist richtig. Im Römerbrief schreibt der Apostel Paulus: „Unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt" (11,29). Maria hat in einzigartiger Weise mitgewirkt am Kommen Jesu. Aber diese Berufung hört nicht auf, sie darf auch heute zu Jesus führen. Es gilt der alte Grundsatz: „Durch Maria zu Jesus." Sie zeigt das auch in Lourdes und Fatima, in Guadalupe und in anderen großen Wallfahrtsorten der Kirche.
Um zu Jesus zu finden, sind zwei Haltungen notwendig: Demut, aber auch Eifer. Demut, ja das verstehen wir. Aber auch Eifer. Maria hat als 13-, 14-jähriges Mädchen eine so große, reife und tiefe Entscheidung getroffen, sie war also sicher auch ein Mensch mit einer großen inneren Stärke, mit einem großen Eifer. So will uns Maria auch im Rosenkranz zu Jesus führen. Es ist eine Aufgabe, die uns Rosenkranzbeterinnen und -betern gestellt ist, daß wir das Rosenkranzgebet wieder als Jesusgebet entdecken. Es geht bei den zehn Ave Maria nicht um irgendein Anliegen, sondern es geht um das Geheimnis in erster Linie, es geht um Jesus, den wir betrachten und dessen Vorbild wir mit der Hilfe Mariens versuchen nachzuahmen.
Der deutsche evangelische Theologe Rainer Riesner hat, wenn ich ihn richtig verstanden habe, bei evangelischen Bischöfen und Bischöfinnen angemahnt oder sagen wir kritisiert, daß sie die Gottheit Jesu eigentlich leugnen. Ich möchte betonen: Wenn ich seine Aussage richtig verstanden habe. Aber die Gottheit Jesu wird ja auch von katholischen Theologen und Christinnen und Christen geleugnet.
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Bedeutung Jesu zunichte zu machen. Die erste ist, daß man einfach Jesus totschweigt. Ich frage mich zum Beispiel: Habe ich in der vergangenen Woche einmal, wo die Gelegenheit war, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, über Jesus zu sprechen? Die zweite Art, die Bedeutung Jesu herabzumindern, ist, daß man ihn mit Buddha, Mohammed, Zarathustra und anderen großen Männern und Frauen, die ein besonderes geistliches Erlebnis hatten, daß man ihn mit diesen Menschen eben gleichstellt: >'Er war einer von den Erleuchteten der Menschheit'<. Unserem Heiligen Vater ist es gerade in seinem ersten Jesusbuch - das zweite kenne ich noch nicht - vor allem darum gegangen, auch die Gottheit Jesu klar herauszuarbeiten. So sehen wir unseren Weg. Maria möchte uns helfen, daß wir zu einem lebendigen, persönlichen, überzeugenden Glauben an Jesus, ihren Sohn Jesus Christus, kommen. Ihren Sohn, der freilich auch der Sohn Gottes ist.
Aber wenn wir sozusagen bei Jesus angekommen sind, dann nimmt er uns bei der Hand und will uns zum Vater führen: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich" (Joh 14,6). So gesehen geht es in der Marienverehrung um das Letzte, Entscheidende, nicht nur in unserem Glauben, sondern man darf ohne Übertreibung sagen, in der ganzen Geschichte der Menschheit, es geht im Letzten um Gott.
(Predigt anläßlich der Sühneandacht in der Basilika zur U. Lb. Frau zur Alten Kapelle in Regensburg am 5. Juni 2011)



Marienverehrung für die Rettung der Welt
"Einer der Hauptgründe dafür, daß der Heilige Geist heutzutage keine auffallenden Wunder in den Seelen wirkt, ist die Tatsache, daß er sie zu wenig mit seiner treuen, unzertrennlichen Braut vereinigt findet" (Grignion de Montfort)

Dieses Wort gilt sowohl für das persönliche innerliche Wachstum der Einzelseele, als auch für das Wachstum der Königsherrschaft Christi in der Welt. Wenn es für diese aus den Fugen geratene Welt überhaupt noch eine Rettung gibt, dann kann sie nur in einem neuen Pfingsten, in einer neuen Geistausgießung erfolgen - alle anderen Mittel sind nutzlos und vergeblich. Dieses neue Pfingsten findet aber nur dann statt, wenn nach den Worten Grignions der Heilige Geist Maria in den Seelen immer mehr ausgeprägt findet. Von daher gesehen ist Marienverehrung keine religiös-sentimentale Liebhaberei, sondern geradezu die Rettung der Welt, weil sie die unerläßliche Vorbedingung für die neue Geistaussendung ist.
Bischof Dr. Rudolf Graber (1903-1992)


"Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder/Geschlechter..."

Wie und warum betet man den Rosenkranz?



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