.
Der Mensch und seine unsterbliche Seele 

Katholischer Volkskatechismus 1914
Franz Spirago (Fortsetzung)
 

Die Erschaffung des Menschen.

Von der Erschaffung des Menschen berichtet uns Moses zu Beginn seines ersten Buches.
Wann der erste Mensch erschaffen worden ist, steht nicht genau fest; gewöhnlich nimmt man an, dass von Adam bis Christus wenigstens 4000 Jahre verflossen sind.

Die Hl. Schrift gibt keine genaue Auskunft, wann Adam erschaffen wurde. Die Hl. Schrift sucht nämlich nur das Seelenheil der Menschen zu befördern und legt daher auf Zeitrechnungen weniger Gewicht. Ihre Zeitangaben sind daher unvollständig. Die geschichtlichen Nachrichten der verschiedenen Völker sind fabelhaft hoch und daher unglaubwürdig; auch scheinen deren Jahre oft nur 3 oder 4 Monate betragen zu haben. Die Chinesen schreiben sich eine 60.000-jährige Geschichte zu (berechnen aber ihre wirkliche Geschichte mit der „Flut" um 2400 v. Chr.), die Babylonier schreiben sich eine 470.000-jährige Geschichte zu (so ihr Geschichtsschreiber Berosus um 300 v. Chr.), obzwar die babylonischen Denkmäler höchstens etwas über 3000 Jahre v. Chr. zurückreichen. Die Ägypter (so ihr Geschichtsschreiber Manetho um 250 v. Chr.) suchen wieder dadurch eine lange Geschichte zu erhalten, dass sie 30 Königsgeschlechter (Dynastien), von denen viele gleichzeitig nebeneinander regierten, als hintereinander folgend aufzählen. - Man hat auch aus verschiedenen Funden auf das Alter des Menschengeschlechtes Schlüsse zu ziehen versucht, so aus Knochen, Schädeln und Skeletten, aus Werkzeugen, Waffen, Wohnungen, Grabdenkmälern u. dgl. Da wurden aber bald die unglaublichsten Dinge behauptet. Manche Gelehrte schrieben Gegenständen, die sich als 1000 bis 3000 Jahre alt erwiesen, gleich ein Alter von 10.000 bis 200.000 Jahren zu. Dass bei Bestimmung des Alters von Gegenständen, die in der Erde gefunden werden, sehr leicht Irrungen vorkommen, ergibt sich zum Beispiel aus Folgendem: Die Stadt Troja hatte man unter einem Schutte von 20 bis 30 Metern ausgegraben; in ähnlichen Fällen hat man gleich viele tausend Jahre angenommen, und doch ist Troja erst um 1100 v. Chr. in Trümmer gesunken. In der Nähe der Rhone-Mündung fand man eine Kanone in krystallinischen Kalksteinschichten (sie befindet sich im Museum zu Montpellier); bei Flensburg fand man in etwa 11 Meter Tiefe im Torf römische Schilde; in Groningen in einer Tiefe von 30 Metern im Torf eine Münze aus der Zeit des Kaisers Gordianus (um 240 n. Chr.). In derartigen Fällen pflegte man gewöhnlich gleich 10.000 bis 20.000 Jahre und noch mehr anzunehmen. In diesen Fällen aber würde man sich lächerlich machen, wollte man ein so hohes Alter ansetzen. - Es bleibt also nichts übrig, als die Berichte der Hl. Schrift über das Lebensalter der zehn Patriarchen vor der Sündflut (von Adam bis Noe) zu prüfen; danach hätte die Sintflut (Sündflut) 1656 Jahre nach Erschaffung des Adam stattgefunden. (Es muss aber der hebräische Text zur Hand genommen werden; in den Übersetzungen, zum Beispiel in der Septuaginta, sind stellenweise andere Zahlen).
Dass die Zeit von der Sintflut (Sündflut) bis Christus etwa 2400 bis 2200 beträgt, dafür sprechen mehrere Keilinschriften des Altertums und sonstige geschichtliche Berichte. Von Adam bis Christus sind also mindestens 4000 Jahre verflossen. Bemerkenswert ist, dass die große Seherin Katharina Emmerich sagt, von Adam bis Christi Geburt hätten noch drei Jahre zu 4000 gefehlt. Auch die jüdische Zeitrechnung zählt von Erschaffung Adams bis heute nur etwa 5700 Jahre. (1917 ist das Judenjahr 5678.) Auch die vier Wochen des Advents scheinen auf 4000 Jahre vor Christus hinzuweisen. 40 Jahrhunderte vor der Ankunft des Erlösers wären nicht ohne Bedeutung; denn 40 ist die Zahl der Buße! (Man beachte die 40-tägige Fastenzeit Christi, die 40 Jahre der Juden in der Wüste usw.) Viele Theologen schätzen aber doch das Alter des Menschengeschlechtes auf 8.000 bis 10.000 Jahre. (Unter diesen befindet sich der hl. Cyprian, der hl. Beda, der hl. Julian v. Toledo.)

1. Gott bildete aus Erde den Leib des Menschen und hauchte ihm eine Seele ein (l.Mos 2,7).
Dass eine Seele im Menschen ist, erkennen wir aus den Bewegungen des Leibes (hl. Theoph. Ant.). Die von dem elektrischen Telegrafen herrührende Zeichenschrift setzt eine denkende Person voraus; ebenso setzen die Worte, welche die von den Nervenröhren in Bewegung gesetzten Sprachwerkzeuge hervorbringen, ein im Körper denkendes Wesen voraus. Jemand behauptete, er habe keine Seele, weil man sie nicht sehe; da sagte ihm ein anderer darauf: „Da hast du auch keinen Verstand, weil man den auch nicht sieht." - Statt „Seele" sagt man auch „Geist". Man sagt „Seele" wegen ihrer Verbindung mit dem Leibe, „Geist" wegen ihrer geistigen Fähigkeiten, des Verstandes und des Willens (Kz. Konstp. IV. 869). Daraus, dass der Mensch verschiedene Neigungen hat, zum Beispiel auf der einen Seite zum sinnlichen Genüsse hingezogen, auf der anderen Seite wieder zur Bekämpfung dieser Begierden angetrieben wird, wollten manche schließen, dass der Mensch zwei Seelen habe, eine sinnliche und eine geistige. Nun, die verschiedenen Neigungen kommen nur daher, weil die eine Seele von verschiedenen Gütern angezogen wird, von sinnlichen und von geistigen.
Es sind im Irrtum, die da meinen, der menschliche Leib habe sich aus niederen Wesen (etwa aus dem Affen) entwickelt.
Manche sagen, der Mensch, zum mindesten der menschliche Leib, habe sich aus anderen niederen Wesen entwickelt. Sie erklären, man könne die Worte der Hl. Schrift „Gott der Herr bildete den Menschen aus Erde" (1. Mos 2,7) in diesem Sinne auslegen. Diese Auslegung ist aber von der Kirche verworfen worden. Zu den genannten Männern gehört insbesondere Darwin, ein englischer Naturforscher (+ 1882), der meinte, der Mensch habe sich allmählich aus dem Affen herausgebildet. Dies ist ebenso unmöglich, wie das, dass sich zum Beispiel aus einer Erbse ein Kastanienbaum herausgebildet habe. Der Mensch und der Affe unterscheiden sich wesentlich voneinander, insbesondere im Knochenbau und in der Schädelbildung. Huxley sagt: „Jeder einzelne Knochen des Gorillas trägt Zeichen an sich, wodurch er leicht von dem entsprechenden Knochen des Menschen unterschieden werden kann." Insbesondere ist der Schädel des Menschen von dem des Affen verschieden. Beim Affen tritt die Stirne zurück, beim Menschen tritt sie hervor. Auch bei den am tiefsten stehenden Menschenrassen ist der Gesichtswinkel größer als der des Affen. (Daher beim Menschen der vornehme Gesichtsausdruck.) Ferner ist der Schädelraum beim Menschen im Durchschnitt etwa dreimal so groß als der Schädelraum des Affen. Auch ist das Gehirn des niedrigsten Menschen bedeutend größer und schwerer als das Gehirn des höchsten Affen. Der Mensch hat die Sprache, der Affe nicht. Die edelsten Gefühle und die mannigfaltigsten Gemütsbewegungen des Menschen spiegeln sich in seinem Gesichte ab, beim Affen nicht. Der Affe kann auch nicht lächeln. Der Affe hat keine Füße wie der Mensch, sondern sogenannte Greiffüße; der Daumen des Fußes ist nämlich beim Affen den Zehen gegenüberstellbar, wodurch sein Fuß zum Klettern geeignet ist. Während beim Menschen die Arme kürzer sind als die Beine, ist es beim Affen umgekehrt. Der Mensch hat einen aufrechten Gang, der Affe nicht. Der Mensch braucht zum Wachsen viele Jahre und hat eine lang andauernde Kindheit, der Affe dagegen wächst schnell empor. Der Mensch kann über 100 Jahre alt werden, der Affe, auch der menschenähnliche, höchstens 30. Die verkommensten Menschen sind der größten Bildung fähig, aber keineswegs ein Affe. Man hat auch die Erfahrung gemacht, dass sich Tiere und Pflanzen von selbst nicht veredeln, sondern immer mehr verwildern. Die Altertumsforscher oder Paläontologen finden in der Erde keine Knochengerüste, die einen Übergang vom Affen zum Menschen bekunden würden; sie ersehen, dass im Laufe der Jahrtausende nicht die geringste Veränderung am menschlichen Körper stattgefunden hat; auch erkennen sie aus den ältesten Denkmälern der Kunst und der Wissenschaft, dass die Menschen keineswegs mit dem Zustande tierischer Rohheit begonnen haben. Die Überlieferungen und selbst die Sprachen der Völker weisen vielmehr auf bessere Zeiten und Zustände zurück und lassen auf eine Stufe geistiger Bildung schließen, von der die Völker zufolge der Sünde immer mehr und mehr herabsanken. Endlich sind alle Affen, die dem Menschen ähnlich sind, nur in einem einzigen Stücke, zum Beispiel in der Hand-, Fuß- und Schädelbildung ähnlich: je mehr sie sich aber entwickeln, umso unähnlicher werden sie dem Menschen. Daher lässt sich der Grundsatz aufstellen: „Je mehr sich der Affe entwickelt, um so tierischer wird er" (Dr. Virchow, 1896). Die Affen, namentlich die, die dem Menschen in der Gestalt ähnlich sind, scheinen wegen ihrer großen Dummheit und Gemeinheit von Gott hauptsächlich deswegen erschaffen zu sein, um dem Menschen zu Gemüte zu führen, was er ohne seinen unsterblichen Geist wäre, und welchen Dank er dem Schöpfer schuldig sei. - „Das will ich kaum glauben, dass der Mensch aus dem Affen entstanden ist; nur das ist wahr, dass manche Menschen zu Affen werden" (Seb. Brunner). Ein Herr brachte einmal in einer Gesellschaft einen Darwinisten, dessen sittenloses Leben bekannt war, durch folgende Worte zum Schweigen: „Wenn ich den Lebenswandel mancher Menschen betrachte, will ich gern zugeben, dass sie von den Tieren abstammen; doch nicht von den Affen, sondern von den Schweinen, weil sie wie die Schweine leben" (Spirago, Beispiele). Wer wie ein Tier lebt, hält es leicht für möglich, dass der Mensch vom Tiere stammt. Kinder und junge Leute, die gegen das sechste Gebot sündigen, bekommen ein affenähnliches Gesicht (A. Stolz). Dem Darwin, der also den Menschen nur für ein entwickeltes Tier hält, gelten die Worte der Hl. Schrift: „Der Mensch, der da in Ehren war, hat es nicht begriffen; mit den unvernünftigen Tieren hat er sich verglichen und sich ihnen ähnlich gemacht" (Ps 48,13).
Die ersten Menschen, die Gott schuf, waren Adam und Eva.
Die Eva wurde aus einer Rippe des schlafenden Adam erschaffen (1. Mos 2,21). Der Schlaf des Adam war nach der Lehre der hl. Väter eine Verzückung, weil Adam später genau wusste, was mit ihm vorgegangen war. - Es wird fast allgemein angenommen, dass die Wiege des Menschengeschlechtes in Asien und zwar in der Nähe von Mesopotamien (also wo die beiden Flüsse Euphrat und Tigris sind) zu suchen sei. Sicher ist aber nur das, dass sich nach der Sündflut die Menschen von dieser Gegend aus in die anderen Länder ausgebreitet haben. Nicht ohne Grund hat der weise Gott das Menschengeschlecht in jene milde und fruchtbare Gegend Asiens gesetzt. Die Menschen waren nämlich ursprünglich ganz unbeholfen in der Herbeischaffung zweckmäßiger Nahrung, Kleidung und Wohnung und hätten sich daher in rauhen und unfruchtbaren Gegenden keineswegs erhalten können. Erst nachdem sie mit zunehmender Kultur größere Geschicklichkeit erlangt hatten, stand der Ausbreitung in andere ungünstige Landstriche nichts mehr im Wege. Man sieht ferner, wenn man die Landkarte Asiens zur Hand nimmt, sofort, dass von Mesopotamien aus die Ausbreitung des Menschengeschlechtes in alle Teile der Erde am leichtesten möglich war.

Von Adam und Eva stammen alle Menschen ab.
Der hl. Paulus sagte am Areopag zu Athen: „Gott hat aus einem das ganze menschliche Geschlecht gemacht, dass es wohne auf der ganzen Oberfläche der Erde" (Apg 17,26). Alle Menschen bilden also eine Familie und sind Kinder eines und desselben Vaters (hl. Chrys.). - Manche weisen auf die Menschenrassen hin. Man nimmt gewöhnlich fünf Rassen an: die weiße (kaukasische) mit 700 Millionen, gelbe (mongolische) mit 500 Mio., schwarze (äthiopische) mit 230 Mio., braune (malaische) mit 50 Mio., kupferrote (amerikanische) mit 10 Mio. Diese fünf Rassen, die wie die Regenbogenfarben ineinander übergehen, sind nicht wesentlich voneinander verschieden. Die Verschiedenheit der Hautfarbe und der Schädelbildung ist die Folge des verschiedenen Klimas und der verschiedenen Lebensweise. Denn mit Veränderung des Ortes verlieren sich allmählich (gewöhnlich erst in den Nachkommen) die Rassenunterschiede. Auch bei den Tieren finden wir, dass sie bei Ortsveränderungen eine ganz andere Körpergestalt bekommen; Rinder verlieren im Norden ihre Hörner und bekommen einen anderen Schädelbau; Schafe werden in Guinea an der Westküste Afrikas ganz den Hunden ähnlich; in Angora tragen fast alle Tiere langes Seidenhaar usw. Die wichtigsten Eigentümlichkeiten des Leibes, wie Bau, Lebensdauer, Körpertemperatur, Pulsfrequenz, Krankheitsfähigkeit usw. sind allen Menschen gemeinsam; auch haben alle dieselben Geisteskräfte, als Verstand, Wille, Gedächtnis usw. Die Sprachen und die ältesten Sagen aller Völker, wie die von der Erbsünde, Sündflut u. dgl. lassen auf einen gemeinsamen Ursprung schließen. Auch haben die Nachkommen der Menschen verschiedener Rassen wieder Nachkommen. (Bastarde bleiben aber ohne Nachkommen.)
Manche Menschen wenden ein: Woher kommen die Menschen in Amerika und in Australien? Antwort: Über die Beringstraße, die im Winter zugefroren ist, kommt man ganz leicht von Europa nach Amerika. Man sieht auch dort von der einen Küste die andere. In früheren Zeiten hing vielleicht das beiderseitige Festland miteinander zusammen. Nach Australien konnte man aus Europa ganz gut gelangen, da sich ein langer Gürtel von Inseln gegen Australien hinzieht und sich von da gegen Amerika fortsetzt. Man sieht gewöhnlich von der einen Insel auf die andere. Vielleicht hingen diese Inseln in früheren Zeiten zusammen.
Doch stammen die Menschen nur dem Leibe nach von Adam ab; denn die Seele des Menschen wird von Gott erschaffen.
Die Seele eines jeden Menschen wird von Gott erschaffen. Nicht der Mensch, sondern Gott ist es, der den Leibern die Seele mitteilt (Kz. Kat. V.). Gott hat den Geist im Menschen geschaffen (Zach 12,1). Christus sagt auch, dass Gott Vater und er selbst bis zur Stunde fortwirken (Jh 5,17). Gleichwie sich der Hl. Geist bei der Taufe oder Buße in den Menschen versenkt und ihn geistig lebendig macht, ebenso teilt Gott jedem bereits gebildeten menschlichen Leibe die Seele mit und macht dadurch den menschlichen Leib lebendig. Wie Gott dem bereits erschaffenen Leibe des Adam die Seele eingehaucht hat, so haucht er sie auch bis heute noch dem bereits gebildeten Leibe eines jeden Menschen ein. Erst in jenem Augenblicke, wo Gott die Seele dem Leibe einhaucht (eingießt, einsenkt), wird die Seele erschaffen. Das Einhauchen ist das Erschaffen (hl. Bonav.). Es sind also jene im Irrtume (Plato, Origenes), die meinen, Gott habe die Seelen der Menschen schon zu Beginn der Schöpfung gleichzeitig mit den Engeln erschaffen. Auch jene (Tert.) irren, die meinen, die Seele der Kinder entstehe aus der Seele des Vaters ebenso wie das Licht einer Kerze vom Lichte der zweiten Kerze. Manche waren sogar so töricht zu erklären, dass alle Menschen eine und dieselbe Seele hätten. Nun, da müssten ja alle Menschen auch ein und dasselbe Bewusstsein haben. Das ist jedoch nicht der Fall.

Die Seele des Menschen.
1. Die Seele des Menschen belebt den Leib und ist der Leiter des Leibes, der Leib dagegen ist die Wohnung und das Werkzeug der Seele.
Die Seele ist es, die den Leib belebt, das heißt, ihm das Leben gibt. Wie der Dampf die Maschine in Bewegung setzt, so bewirkt der dem menschlichen Leibe von Gott mitgeteilte Hauch, dass der menschliche Leib Leben hat. Erst dann, als Gott dem Leibe die Seele eingehaucht hatte, ward der Mensch zum lebenden Wesen (1. Mos 2,7). Und sobald die Seele den Leib verlässt, hört dieser zu leben auf und kehrt zur Erde zurück (Pred 12,7). Der Leib ohne Geist ist tot (Jak 2,26). Die Seele ist der Leiter des Leibes. Was der Wagenlenker für den Wagen, der Steuermann für das Schiff, das ist die Seele für den Leib (hl. Chrys.). So wie der Soldat das Pferd leitet, so soll die Seele den Leib leiten und durch Mäßigkeit zähmen (hl. Vinz. F.). Leider lässt sich die Seele oft von den schlechten Begierden des Leibes leiten und macht so den Menschen dem Tier ähnlich und ewig unglücklich. „Bedenke, welch ein Missbrauch das ist, wenn die Frau dient und die Magd gebietet" (hl. Bern.). Der Leib ist die Wohnung oder der Aufenthaltsort der Seele. So wie sich in der Nußschale der Kern, im hölzernen Futterale ein kostbarer Edelstein, im Kleide der Mensch, in der Zelle der Einsiedler befindet, so ist im Leibe die Seele. Der Leib ist das Werkzeug der Seele, dessen sich die Seele bedienen soll zur Erwerbung der ewigen Seligkeit. Was Säge, Hobel und Hammer dem Zimmermann, was der Pinsel dem Maler, was dem Orgelspieler die Orgel, das ist der Leib der Seele. Mittels des Leibes soll die Seele gute Werke verrichten und sich dadurch die Seligkeit verdienen. - Die menschliche Seele ist wesentlich verschieden von der Tierseele; denn diese hat ganz andere Fähigkeiten und Bedürfnisse als die menschliche. Die Tierseele ist unfähig, nach Vervollkommnung zu streben (die Schwalbe baut durch Jahrhunderte ihr Nest immer in gleicher Weise); sie vermag nicht, die Ursache der einzelnen Dinge zu erforschen, deshalb auch nicht sich zur Erkenntnis des Schöpfers zu erheben. Vom bloßen Naturtriebe (Instinkt) geleitet, vermag sie sich auch nicht Rechenschaft zu geben über ihre Handlungen. Das Tier hat ferner keine geistigen Bedürfnisse und kein Verlangen nach höherer Glückseligkeit; es ist vollkommen zufrieden mit sinnlichen Genüssen. Die Tierseele kann deshalb unmöglich geistiger Natur sein wie die Menschenseele. Man könnte also sagen: Das Tier hat eine Seele, aber keinen Geist.

2. Die Seele des Menschen ist ein Ebenbild Gottes, weil sie ein Gott ähnlicher Geist ist.
Jedes Werk ist seinem Werkmeister ähnlich. Deshalb hat auch der Mensch Ähnlichkeit mit Gott. Der Mensch ist aber Gott mehr ähnlich als alle anderen sichtbaren Geschöpfe. Während die anderen sichtbaren Geschöpfe nur Spuren Gottes sind, so ist der Mensch das Ebenbild Gottes. Deshalb sprach auch Gott vor der Erschaffung des Menschen ausdrücklich: „Lasset uns den Menschen machen zu unserem Ebenbilde und Gleichnisse, der da herrsche über die Tiere und über die ganze Erde ..." (1. Mos 1,26). Die Gottesähnlichkeit des Menschen zeigt sich vor allem an der menschlichen Seele. Wie ein kunstvoll angefertigter Globus ein schönes, aber schwaches Abbild der Erde ist, so ist die menschliche Seele ein schwaches Abbild der Gottheit. Die Menschenseele hat mit Gott folgende Ähnlichkeiten: Sie hat wie Gott Verstand und freien Willen und ist dadurch befähigt, das Schöne und Gute zu erkennen und zu lieben und außerdem durch diese beiden Vermögen die sichtbare Welt zu beherrschen, sodass der Mensch wirklich der König der sichtbaren Schöpfung wird, so wie Gott der Herr des Weltalls ist. Nicht ohne Absicht hat also Gott in seinen Worten vor der Erschaffung des Menschen dessen Gottähnlichkeit und dessen Herrschaft über die Erde nebeneinandergestellt. (Siehe die oben angeführten Worte Gottes.) Ein noch vollkommeneres Ebenbild Gottes ist der Mensch dann, wenn er ein heiliges Leben führt, wenn er also Gottes Gebote befolgt und demütig, sanftmütig, barmherzig, freigebig usw. wie Gott ist. „Die Gebote Gottes sind ein Spiegel, worin man erkennt, wie sehr man dem Ebenbilde Gottes ähnlich und unähnlich sei" (hl. Gr. G.). Wer ein heiliges Leben führt, ist im Zustande der Gnade Gottes. In seiner Seele wohnt dann Gott. Gleich wie das Eisen, das im Feuer gelegen ist, dem Feuer vollkommen ähnlich wird, so wird die Seele, die durch ein heiliges Leben mit Gott vereinigt ist, Gott vollkommen ähnlich. Die Seele, die also schon von Natur aus ein natürliches Ebenbild Gottes ist, kann durch ein heiliges Leben und durch die Gnade ein übernatürliches Ebenbild Gottes werden. Das natürliche Ebenbild verhält sich zum übernatürlichen etwa so, wie ein Porträt, das bloß mit schwarzen Strichen auf Papier entworfen ist, zu einem solchen, das mithilfe von Farben kunstvoll hergestellt ist. - Die Seele ist sogar ein Abbild der Hl. Dreifaltigkeit; die Seele hat nämlich drei Kräfte: Gedächtnis, Verstand und Willen, und doch nur eine Wesenheit; durch das Gedächtnis ist sie dem Vater ähnlich, durch den Verstand dem Sohne, durch den Willen dem Heiligen Geiste (hl. Bern.). Sonach hatten die Worte, die Gott vor der Erschaffung des Menschen sprach: Lasset uns ... (die Mehrzahl deutet auf die Dreifaltigkeit), eine tiefe Bedeutung: Gott wollte dadurch andeuten, dass die Hl. Dreifaltigkeit dem Menschen ihr Bild aufprägen wolle. Groß ist daher der Wert einer Menschenseele in den Augen Gottes. Das zeigt die Erlösung. Eine Menschenseele ist mehr wert als alle Himmelskörper zusammen (hl. Chrys.).
Der Leib des Menschen ist kein Ebenbild Gottes; doch prägt sich die Gottähnlichkeit des Menschen zum Teile auch am Leibe aus.
Der Leib ist kein Ebenbild Gottes; denn Gott hat keinen Leib, weil er ein reiner Geist ist. Somit ist der Mensch nur der Seele nach Gott ähnlich. Allerdings prägt sich die Gottähnlichkeit der Seele auch im Leibe, dem Werkzeuge der Seele, aus. Insbesondere erscheint der Mensch zufolge der aufrechten Haltung und der ganzen Einrichtung seines Körpers als König der Schöpfung. Seine Hände sind zu allen Arbeiten geschickt, und er kann mittels seiner Hände alle Werkzeuge und Waffen leicht handhaben und sich so die Herrschaft über jedes Tier erringen. David ruft daher aus: „Herr unser Gott! Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkest ... Du hast ihn nur wenig unter die Engel erniedrigt, mit Ehre und Herrlichkeit ihn gekrönt und ihn gesetzt über die Werke deiner Hände" (Ps 8,2-7). Auch die menschliche Familie deutet hin auf die Gottähnlichkeit des Menschen. Die menschliche Familie, die aus Vater, Mutter und Kind besteht, ist ein Abbild der Hl. Dreifaltigkeit.

3. Die Seele des Menschen ist unvergänglich, das heißt, sie kann nicht aufhören zu sein.
Man pflegt auch zu sagen: Die Seele ist unsterblich. Damit ist aber nur gemeint, dass die Seele unvergänglich ist. „Die Seele kann sterben und auch nicht. Sie kann nicht sterben, weil sie ihr Selbstbewusstsein nimmermehr verliert, sie kann sterben, wenn sie Gott verlässt" (hl. Aug.). Die Seele kann somit aufhören zu leben. Die Seele kann sich nämlich durch eine Todsünde von Gott trennen und dadurch ihr Leben, die heiligmachende Gnade, verlieren. Die Seele ist dann geistig tot; wenn der Mensch in diesem Zustande stirbt, dann ist die Seele ewig tot. Es verhält sich mit der Seele wie mit einem Zweige. Ein Zweig, vom Baume getrennt, verdorrt und stirbt ab, existiert aber fort. Ebenso ist es mit der Seele, die eine schwere Sünde begangen hat; sie ist von Gott getrennt, also tot, existiert aber trotzdem fort. Mit der Sünde verhält es sich auch so wie mit dem Leibe. Dieser kann nie ins Nichts zurücksinken, wohl aber hört er einmal auf zu leben, und zwar dann, wenn ihn die Seele verlässt. Geradeso ist es mit der Seele; sie kann zwar nie aufhören zu sein, wohl aber zu leben aufhören. Dies ist der Fall, wenn der Mensch eine Todsünde begeht; denn da verlässt sie Gott. „Die Sünder sind tot, auch wenn sie leben; die Gerechten leben, auch nachdem sie gestorben sind" (hl. Chrys.). - Um die Unvergänglichkeit der Seele zum Ausdruck zu bringen, pflanzen wir auf den Gräbern unserer Angehörigen Efeu und Immergrün. Diese Pflanzen bleiben auch im Winter, wo das Leben in der Natur erstorben ist, grün; ebenso lebt auch die Seele fort, wenn der Leib tot ist. Der Körper stirbt in kurzer Zeit, die Seele bleibt in Ewigkeit.
Dass die Seele des Menschen unvergänglich ist, wissen wir aus den Worten Christi.
Christus sagt nämlich: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können" (Mt 10,28); ferner sagte er zum reumütigen Schächter: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein" (Lk 23,43). Auch in der Geschichte vom reichen Prasser und armen Lazarus lehrte Christus die Unsterblichkeit der Seele (Lk 16,19). Christus sagt, dass der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs kein Gott der Toten, sondern der Lebendigen sei (Mt 22,32). Auch sind schon zahlreiche Erscheinungen der Verstorbenen vorgekommen. Bei der Verklärung Christi auf dem Berge Tabor erschien Moses, der schon lange tot war (Mt 17,3). Beim Tode Christi erschienen viele Verstorbene in Jerusalem (Mt 27,53). Der Prophet Jeremias und der Hohepriester Onias erschienen dem Feldherrn Judas vor der Schlacht (2. Mach. 15). Die seligste Jungfrau Maria ist im Verlaufe der Jahrhunderte oft erschienen; man denke zum Beispiel an die Erscheinungen in Lourdes im Jahre 1858. „Es gab nach der Ankunft Christi kein Jahrhundert, in dem nicht viele Erscheinungen heiliger Seelen vorgekommen wären, die teils aus dem Himmel zum Troste der Lebendigen herabstiegen, teils aus dem Fegefeuer kamen und um die Fürbitte flehten" (Scar.). So erschien zum Beispiel 1820 der hl. Klemens Hofbauer, der Apostel Wiens, seinem Freunde Zacharias Werner zu Wien: Er war glänzend, hatte eine Palme, eine Lilie und einen Ölzweig in der Hand und kündigte ihm den nahen Tod an (Spirago, Beispiele). Ähnliches geschah nach dem Tode vieler Heiliger. Wenn es möglich ist, dass wir mit dem Fernrohre die entlegensten Gegenstände deutlich schauen, so kann Gott durch seine Allmacht auch bewirken, dass wir Geister aus dem Jenseits vor uns sehen (Scar.). - Obzwar man derartigen Berichten nicht gleich Glauben schenken soll (man soll erst die Sache gehörig prüfen), so darf man auch nicht jede Erscheinung, von der man hört, sofort als Hirngespinst belächeln und bespotten. Menschen, die so handeln, sind wie die Tiere, für die nur das existiert, was sie sehen (Scar.). Manche wollen von Erscheinungen nichts hören, weil sie, wenn sie auf die Untersuchung der Erscheinung eingingen, dann ihr Leben ändern müssten; das aber wollen sie nicht. Auch unsere Vernunft sagt uns, dass die Seele unsterblich sein muss. 1. Der Mensch hat in sich den Trieb oder das Verlangen nach dauernder und vollkommener Glückseligkeit. Dieser Trieb ist allen Menschen gemeinsam; daher vom Schöpfer selbst in den Menschen hineingelegt. Nun kann er aber auf Erden nie vollkommen gestillt werden, nicht einmal durch alle irdischen Güter und Genüsse. Könnte er überhaupt nie gestillt werden, dann wäre der Mensch noch unglücklicher als das Tier, das durch diesen Trieb nicht gequält wird; dann wäre Gott, das allervollkommenste Wesen, nicht gütig, sondern grausam. Das lässt sich aber nicht denken. -
2. Wäre die Seele des Menschen sterblich, dann würde der Bösewicht, der auf Erden Schlechtigkeiten verübt hat und der irdischen Strafe, zum Beispiel durch die Flucht nach Amerika, entging, straflos ausgehen; der Fromme, der sich durch Selbstbeherrschung das irdische Leben verbittert hat und auf Erden verkannt und verfolgt wurde, würde unbelohnt bleiben. Dann wäre Gott, das allervollkommenste Wesen, ungerecht. Das lässt sich nicht denken. Wenn also ein Gott existiert, dann muss die Seele unsterblich sein. - 3. Die Seele ist in ihrem Sein vom Leibe unabhängig. Denn unser Selbstbewusstsein, unsere Jugenderinnerungen, unser Gewissen behalten wir auch dann, wenn nach ungefähr sieben Jahren alle Stoffteile unseres Leibes ausgeschieden und durch neue ersetzt worden sind; wir behalten sie auch dann, wenn wir wesentliche Teile des Leibes, zum Beispiel Arme und Füße, die Augen, verloren hätten. Es muss also im Leibe etwas sein, was vom veränderlichen Stoff unabhängig ist und trotz aller Veränderung des Leibes, also auch durch den Tod, nicht zerstört werden kann. - 4. Zu demselben Schlusse kommen wir auch, wenn wir betrachten, dass der Geist des Menschen trotz des hohen Alters und der Gebrechlichkeit des Leibes nichts an Frische verliert. Das sehen wir namentlich bei berühmten Gelehrten, Feldherren und Staatsmännern. Alexander von Humboldt wurde 90 Jahre alt und schrieb noch vor seinem Tode gelehrte Abhandlungen; der berühmte Naturforscher Linne schrieb mit 70 Jahren gelehrte Werke; der berühmte österreichische Feldherr Radetzky errang noch als 82-jähriger Greis glänzende Siege auf den Schlachtfeldern. - 5. Die Erfahrung zeigt, dass der Verstand des Menschen umso mehr erleuchtet und sein Wille umso mehr gekräftigt wird, je mehr er sich in der Selbstüberwindung übt, sich also von der Außenwelt freimacht. Daraus lässt sich folgern, dass der Menschengeist die größte Selbstbetätigung erlangen wird, wenn er vom Leibe vollkommen frei sein wird. - 6. Im Traume sehen, hören und sprechen wir, obgleich unsere Augen, Ohren und unser Mund untätig sind. Ebenso werden wir nach dem Tode Leben und Empfindung haben, obwohl unsere leiblichen Sinne ganz untätig geworden sind. Der hl. Aug. erzählt, dass Gennadius, Arzt zu Karthago, der an die Unsterblichkeit der Seele nicht glauben wollte, folgendes Traumgesicht hatte: Er sah vor dem Erwachen einen wunderschönen, weißgekleideten Jüngling vor sich stehen. Dieser fragte ihn: „Siehst du mich?" Er sprach: „Ja, ich sehe dich." Der Jüngling sagte weiter: „Siehst du mich mit deinen Augen?" Der Arzt sprach: „Nein, denn diese schlafen." Der Jüngling sagte: „Womit siehst du mich also?" Der Arzt sagte: „Das weiß ich nicht." Dann fragte der Jüngling weiter: „Hörst du mich?" Der Arzt sagte: „Ja." Der Jüngling fragte weiter: „Hörst du mich mit deinen Ohren?" Der Arzt sagte: „Nein, denn diese schlafen." Da sagte der Jüngling: „Womit hörst du mich also?" Der Arzt sagte: „Das weiß ich nicht." Endlich fragte der Jüngling: „Sprichst du jetzt?" - „Ja." - „Mit deinem Munde?" -„Nein." - „Womit also?" - „Das weiß ich nicht." Da sagte endlich der Jüngling: „Nun siehe, du schläfst jetzt, und siehst und hörst und sprichst. Es kommt die Stunde, wo du wirst ganz gestorben sein, und du wirst sehen, hören, sprechen und fühlen." Der Arzt erwachte und erkannte, dass ihn Gott durch einen Engel über die Unsterblichkeit der Seele belehrt hat (Spirago, Beispiele). - 7. Nicht einmal das kleinste Stäubchen geht in der Natur verloren. Die Materie nimmt zwar verschiedene Formen an, doch bleibt in der Natur immer dasselbe Quantum von Materie. Deshalb kann auch der Leib nie vernichtet werden. Nun sollte der über die ganze sichtbare Welt erhobene Menschengeist schlechter daran sein als die tote Materie, als der armselige Leib? Die Sterne über uns und die Erde unter uns, die weder denken noch empfinden, noch hoffen, bewahren durch eine lange Reihe von Jahrhunderten ihre äußere Gestalt unversehrt; und der Mensch, die Krone der Schöpfung, sollte nur für ein paar flüchtige Stunden erschaffen sein? Wenn der Leib, das Werkzeug der Seele, stirbt, so geht das geistige Erkennen und die anderen Tätigkeiten der Seele ebenso wenig verloren wie die Kunst des Orgelspielers nicht verloren geht, wenn die Orgel, sein Werkzeug, zerstört wurde.
Alle Völker der Erde glauben an die Unsterblichkeit der Seele.
So die Juden; Jakob wollte zu seinem Sohne Josef ins Totenreich hinabsteigen (1. Mos 37,35). Bei den Juden war verboten, die Toten zu beschwören (5. Mos 18,11). Die Griechen redeten von Tartarus und Elysium. Die Ägypter glaubten an eine dreitausendjährige Seelenwanderung. Sie meinten, dass sich die Seelen der verstorbenen Menschen in Tierleibern aufhalten müssen, um so für die Fehler zu büßen, eine Meinung, die sich auch heute noch bei manchen Völkern Asiens vorfindet. (Daher unterstehen sich diese nicht einmal, das Ungeziefer zu töten.) Die Gebräuche aller Völker, zum Beispiel die ehrenvolle Bestattung der Toten, die Opfer für die Verstorbenen, lassen darauf schließen, dass die Völker an die Unsterblichkeit der Seele glaubten. „Der Glaube an ein künftiges Leben ist so alt wie die Welt, so ausgebreitet wie das Menschengeschlecht" (Gaume). - Manche Leute sprechen wohl: „Mit dem Tode ist alles aus." Das sind meist solche, die in Todsünden leben und sich vor der künftigen Vergeltung fürchten. Sie wollen durch derartige Reden ihre geheime Angst vertreiben; sie gleichen dem Knaben, der in der Dunkelheit pfeift, um seine Gespensterfurcht zu verbergen und zu bannen. Was ein Einzelner sagt, ist nie maßgebend; einer kann einen falschen Geschmack haben, aber keineswegs alle. Wer lieber als Vieh leben will, wünscht sich allerdings keine Fortdauer nach dem Tode. „Selbst dem Selbstmörder, der zu feige ist, die Leiden des Lebens zu tragen, liegt die Absicht fern, sich in Nichts zu stürzen. Er will nur den Frieden finden, den er hienieden vergeblich sucht" (hl. Aug.).

(Quelle: "Dienst am Glauben", Heft 2 - 2016, S. 42-51,  A-6094 Axams)



Impressum
zurück zur Hauptseite