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"Erscheinung des Herrn“ – Epiphanie – bedeutet so viel wie das Offenbarwerden der Herrlichkeit Gottes im Kind von Bethlehem |
THEMEN DES TAGES:
Österreich:
„Medjugorje in normale Pastoral integrieren“
Der
Wiener Kardinal Christoph Schönborn plädiert für eine Integration
des „Phänomens Medjugorje“ in die normale Pastoral. Das sagte der
Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz am Sonntag im Gespräch
mit dem „Pressedienst der Erzdiözese Wien“ Schönborn hatte sich
über die Jahreswende zu einem als privat deklarierten Besuch und einer
Begegnung mit der Gemeinschaft „Cenacolo“ in dem herzegowinischen Marienort
aufgehalten. Kardinal Schönborn wollte den Ort sehen, in dem angeblich
seit 1981 Maria erscheint und von dem nach seinem Eindruck „viele positive
Früchte“ ausgegangen sind.
Er
halte es für nötig, das Phänomen Medjugorje zu „entdramatisieren“,
meinte der Wiener Erzbischof. Zweifellos sei der Anfangsimpuls von den
„Seherinnen und Sehern“ ausgegangen, die 1981 – als es zu den ersten angeblichen
„Erscheinungen“ kam - noch Kinder waren. Inzwischen spielten diese außergewöhnlichen
Vorgänge aber nur noch eine untergeordnete Rolle. Faszinierend habe
er gefunden, dass Medjugorje etwas wie eine „Schule des normalen christlichen
Lebens“ sei: „Es geht dort um den Glauben an Christus, um das Gebet, um
die Eucharistie, um gelebte Nächstenliebe, um das Wesentliche im Christentum,
um die Stärkung im christlichen Alltagsleben“. Kardinal Schönborn
ist im übrigen dafür, das „Phänomen Medjugorje“ im Licht
des Zweiten Vatikanischen Konzils zu studieren: Der „sensus fidelium“,
der Glaubenssinn der Getauften, spiele in den Vorgängen um Medjugorje
eine wichtige Rolle. (kap)
Botschaft an Mirjana vom 2. Jänner 2010
L
1: Jes 60,1-6; L 2: Eph Eph 3,2-3a.5-6; Mt 2,1-12
Die
liturgischen Texte finden Sie im Schott-Meßbuch.
Liebe
Brüder und Schwestern im Herrn!
„Erscheinung
des Herrn“ – Epiphanie – bedeutet so viel wie das Offenbarwerden der Herrlichkeit
Gottes im Kind von Bethlehem. Gott hat sich uns gezeigt, er ist Mensch
geworden, und so beten wir an den wahren Gott und Menschen, Jesus Christus,
der als Kind in der Krippe liegt.
Der
heutige Festtag zeigt uns, daß neben den Hirten aus der Nähe
auch Menschen aus der Ferne – eben die „Heiligen Drei Könige“ – sich
aufgemacht haben, um das Jesuskind zu suchen. Sie stehen in der Geschichte
des Christentums für die unübersehbare Zahl von Glaubenden aus
allen Völkern und Nationen, die den Messias gefunden und ihn angebetet
haben.
Weil
Gott auf das Herz der Menschen sieht, war es ihm wohlbekannt, daß
jene weisen und reichen Männer aus dem Osten in Sehnsucht auf den
Erlöser warteten. Als schließlich ein wunderbares Himmelslicht
erschien (der Stern von Bethlehem), da sahen sie dies als göttliches
Zeichen an, um aufzubrechen in ein fernes, ihnen noch unbekanntes Land.
Bereitwillig überließen sie sich der göttlichen Führung;
es war ihnen wert, das Königskind zu suchen, auch wenn sie vieles
dafür aufgeben und entbehren mußten.
Aber
o Wunder! Nicht im Palast von Jerusalem ließ sich der neugeborene
König der Juden finden, dort wo der grausame König Herodes lebte,
sondern in ärmlicher Umgebung. Mit Jesus Christus beginnt ein neues
Königtum; und von ihm war vorausgesagt, daß er in Bethlehem
geboren werden würde. Es zeigt die Demut und den Glauben der drei
Weisen aus dem Morgenland, daß sie angesichts des Kindes nicht zweifelten,
sondern niederfielen und es anbeteten. Ihr Herz sah tiefer als auf äußeren
Glanz. Sie erkannten, daß im Kind von Bethlehem der Welt der wahre
Retter geschenkt war. Ihm wollten sie fortan ihr ganzes Leben weihen, und
zum
Ausdruck dieser inneren Bereitschaft brachten sie ihm Gold, Weihrauch und
Myrrhe dar.
Wir
freuen uns, daß Gott der Herr zu allen Zeiten Menschen ruft und ihnen
den Weg zum Erlöser Jesus Christus zeigt. Es mag mitunter schwierig
sein aufzubrechen und materielle und geistige Sicherheiten aufzugeben,
um Gott zu finden. Doch der Weg lohnt sich jedenfalls. Auch wer das Glück
hatte, in einer christlichen bzw. sogar katholischen Familie aufzuwachsen
und den Glauben durch seine Eltern kennen zu lernen, ist früher oder
später herausgefordert, ein bewußtes Ja zum Glauben zu sagen.
Der Glaube als solcher ist freilich immer ein Geschenk der Liebe Gottes,
eine Gnade also. Weil uns Gott aber als Menschen ernst nimmt, bezieht er
unsere Freiheit mit ein, soweit wir eben in der Lage sind, diese einzusetzen.
So
sind auch wir aufgerufen, vor dem Kind im Stall von Bethlehem niederzuknien
und es anzubeten. Gott selbst begegnet uns in diesem Kind, weil er einer
von uns geworden ist. Was können wir dem Jesuskind schenken? Das einzige
Geschenk, das es von uns erwartet, ist unser liebendes Herz. Wenn wir unser
Leben ganz Gott anvertrauen, wird es im Guten Bestand haben. Dann werden
wir auch unsere Mitmenschen zu Gott hin führen können.
Amen.