Maria - Herz der Kirche

Das Leben in Natur und Übernatur ist auch für die heutige Wissenschaft ein großes Wunder. Jede Mutter staunt über das Wunder des Lebens, das sie bei einer Schwangerschaft in ihrem Leib wahrnimmt. Einerseits ist ein neues Leben mit Ängsten und Unabwägbarkeiten verbunden. Andererseits wundert sich die Mutter und staunt, wenn sie das Mysterium eines lebendigen Menschen unter ihrem eigenen Herzen feststellt. Das größte Wunder des Lebens ist das Leben selbst. Dann kann die Mutter mit ihrem Kind aus Psalm 139 beten: "Mein Herr und mein Gott. Du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke Dir, daß Du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Deine Werke sind staunenswert!"

Nicht anders ist es der hl. Anna ergangen, der Mutter der Gottesmutter Maria. Voller Bereitschaft und Dankbarkeit hat sie das Kommen ihrer Tochter wahr- und angenommen. Vom neuen Leben im eigenen Schoß wurde nicht nur ihr Leib, sondern noch mehr ihr Herz und ihre Seele berührt. Anna hatte ihr Herz und ihre Seele an dieses Kind verloren, längst bevor sie es zur Welt brachte, auf ihren Armen und in ihren Händen trug. Aber bei der Menschwerdung und Geburt der Gottesmutter war Anna nicht die einzige, deren Herz an ihr hing. Gott selbst hatte sein Herz an dieses Geschöpf gehängt, denn Gott hatte Maria seit der Ewigkeit auserwählt, die Mutter seines eingeborenen Sohnes zu sein. So hängt Gott sein Herzblut an Maria, denn nicht nur für Menschen gilt das bekannte Wort Jesu: "Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz."

Weil der göttliche Schatz des ewigen Vaters aber sein eingeborener Sohn ist, deshalb hängt er sein Herz auch in ganz besonderer, einmaliger Weise an Maria, die seinem Sohn eine Wohnung und ein Haus schenkt.
Der hl. Paulus bezeichnet die Kirche als den Leib Christi, dessen gottmenschliches Haupt der Erlöser ist. Wir Christen sind als Getaufte lebendige Glieder dieses geheimnisvollen Leibes. In diesem mystischen Leib ist Maria das Herz, weil Gott sein Herz an sie hängt und ihr das Höchstmaß seiner Liebe schenkt. In unserem Organismus, unserem erschaffenen Leib brauchen wir lebensnotwendig den Kopf und das Herz. Wäre unser Körper kopflos oder herzlos, dann könnte er nicht leben. Ohne Magen und ohne Füße oder Hände kann der Mensch medizinisch, wenn auch entstellt, überleben. Aber ohne Kopf und Herz stirbt er. Viele Glieder lassen sich amputieren, sind ersetzbar und verzichtbar, nicht aber unser Haupt und unser Herz. Das gilt übernatürlich auch für jenen Leib, der die Kirche ist. Ohne ihr Haupt, Christus, ist sie nicht lebensfähig. Und ohne ihr Herz, Maria, kann sie nicht existieren. Maria ist das heilige, unbefleckte und lebensnotwendige Herz der Kirche.

Was das bedeutet, wird uns erst richtig bewußt, wenn wir das zentrale Organ unseres Leibes einmal etwas genauer betrachten. Unser Herz ist eine lebendige, aktive Saug- und Druckpumpe, ein Wunderwerk der Schöpfung Gottes. Jahrzehntelang leistet diese Pumpe Erstaunliches. Ihre Arbeitsleistung übersteigt unsere Vorstellungskraft. Unser so kleines Herz pumpt pro Minute 5 bis 6 Liter Blut durch den ganzen Körper. An einem Tag empfängt das Herz ca. 10000 Liter Blut und pumpt sie weiter, eine unglaubliche Leistung. Im Laufe eines 70-jährigen Lebens schlägt das Herz zweieinhalb Milliarden Mal, ohne eine Pause einzulegen. Keine Erholung, keine Unterbrechung, keinen Urlaub kennt es! Der Schöpfer hat uns einen Motor geschenkt, den keine Menschenhand erfunden hat.
So staunenswert sind Gottes Werke. Und deshalb ist Maria das unermüdliche, fleißige Herz der Kirche. Es versorgt uns, die Glieder der Kirche, mit Blut, mit dem Kostbaren Blut des göttlichen Erlösers, ununterbrochen, rund um die Uhr bis zum Ende aller Zeiten. Nun verstehen wir tiefer und besser die Aussage: Maria ist als Herz der Kirche deren geistliche Lebensquelle und übernatürliche Kraftpumpe. Die Kirche ohne Maria ist ein herzloser Organismus. Eigentlich gar kein Organismus mehr, sondern nur noch äußere, kalte Organisation, die nicht mehr lebt, weil sie nicht mehr atmen kann. Ist die Kirche, die Maria vergißt und verdrängt, nicht zu einer herzlosen Kirche geworden? Wenn die Welt Gott vergißt, dann stirbt sie den Kältetod. Wenn die Kirche Maria vergißt, dann wird sie kränker als krank, ja sie wird sterbenskrank!
Das ist weithin der Zustand der Kirche, wie wir sie zur Zeit erleben: Wir führen ständig Gespräche, Dialoge, Diskussionen, Disputationen. Wir vertrauen auf Organisation und Strukturdebatte, führen Kongresse durch, Synoden. Wir organisieren die Kirche buchstäblich kaputt.

Was landauf und landab fehlt, das ist die Marianität und Fraulichkeit, die Mütterlichkeit der Kirche. Was verlorenging, das ist ihre Magdlichkeit, ihre Marianität, der Geist des selbstlosen Dienstes, die stille, unauffällige Weitergabe des Lebens und des lebendigen apostolischen, katholischen Glaubens. So wurde die Kirche bürokratisch und funktionalistisch, ein hektischer, seelenloser Betrieb ohne Innenleben. Eine Aktion, ein Event soll das nächste jagen. Es fehlen Ruhe, Stille und Anbetung. Alles ist nur noch polemisch, kritisch und langweilig. Die Menschen verlassen fluchtartig dieses aktionistische und öde, ermüdende Tollhaus, in dem man keine Luft mehr holen kann. Alles Mütterliche, Wärmende und Bergende ging verloren. Durch den Mantel der Mutter der Kirche war einmal die Kirche der Schutzmantel für die gläubigen Seelen. Er soll und kann es dann wieder werden, wenn wir die Kirche erneuern durch die persönliche, lebendige Marienverbundenheit.

Die Heiligen der zweitausendjährigen Kirchengeschichte waren Marienverehrer und gehen uns mit gutem Beispiel voraus. An allererster Stelle der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort und die neuen geistlichen Bewegungen und Gemeinschaften sind fruchtbar in dem Maß wie sie die Gottesmutter neu entdecken, lieben und hochverehren. Dann gibt es neue Glaubensfreude und echte geistliche Berufungen. Ohne Maria, das Herz der Kirche, trifft uns der Herztod.

In der Monstranz ist Christus die göttliche Hostie. Maria ist die Monstranz des Herrn, die ihn trägt und uns zeigt. Ohne Hostie ist die Monstranz wertlos und ohne Monstranz ist die Hostie haltlos. Die Muttergottes ist der irdische Halt und Rahmen. Kopf und Herz wirken aufs Engste zusammen zum Wohl des ganzen Organismus. Gesund und fruchtbar kann der Leib Christi, die Kirche, nur mit Haupt (JESUS) und Herz (MARIA) sein, bleiben bzw. wieder werden. Tun wir alles, daß unsere Kirche nicht durch Marienlosigkeit an geistiger Angina pectoris, an Verengung oder Verkalkung der Herzkranzgefäße erkrankt oder einen Herzschlag erleidet. Es wird nicht zum Herztod der Kirche kommen, denn die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Das Herz der Mutter der Kirche ist das unersetzbare, sündenlose Herz der Mutter Kirche. Lieben wir dieses Herz, damit die Kirche nicht herzlos und blutleer werde.

Weihen wir uns dem makellosen Herzen der Mutter der Kirche, um so unserer Mutter, der heiligen Kirche, zu dienen und zu helfen, die Völker zu missionieren, sie zur großen Familie des dreifaltigen Gottes werden zu lassen. Denn die Kirche ohne oder getrennt von Maria gleicht einem Auto ohne Motor, der Luft ohne Sauerstoff und der menschlichen Geistseele ohne Unsterblichkeit.
Oh Maria, du immerwährende, unabsetzbare, unbesiegte und unbesiegbare Siegerin in allen Schlachten Gottes: Wir lieben Dich als das unersetzbare Herz der Kirche Deines Sohnes. Erlange uns die Gnaden, dieser Kirche mit Hand und Fuß zu dienen. Amen.

Per intercessionem Matris et Cordis, ecclesiae benedicat vos omnipotens DEUS, + PATER et + FILIUS et + SPIRITUS SANCTUS.
Amen.

(Quelle: Rundbrief Nr. 114, März 2003, Pfr. Reinhold Lambert)


Gebet:

Gott grüße Dich Maria! Gott grüße Dich Maria! Gott grüße Dich Maria! O Maria, ich grüße Dich 33-tausendmal, wie Dich der hl. Erzengel Gabriel gegrüßt hat. Es erfreut Dich in Deinem Herzen und mich in meinem Herzen, daß der hl. Erzengel zu Dir den himmlischen Gruß gebracht hat.
 Ave Maria   (3mal beten)

Ablaß von 3000 Jahren, der den Armen Seelen zugewendet werden kann.
Aus einem sehr alten Gebetbuch entnommen.
Quelle: Joseph Ackermann (Pfr.) / Kiser: Trost der Armen Seelen



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