|
P. Fridolin Außersdorfer OFM |
Anbetend
laßt die Knie uns beugen!
Stimme
der kirchlichen Obrigkeit. Sie kann sich stützen auf das Zeugnis der
Heiligen Schrift - der Apostolischen Väter - der heiligen Römischen
Liturgie und auf das Leben der Heiligen.
1.
Stimme der kirchlichen Obrigkeit
Papst
Johannes Paul II.
„Deshalb
ist jede Ehrenbezeugung, jede Kniebeuge vor dem Allerheiligsten so wichtig,
weil sie Ausdruck des Glaubens und der Liebe zu Christus.'"
„Vor
Gott können wir nur in einer Haltung demütiger und freudiger
Anbetung die Knie beugen."
„Als
Zeichen der Anbetung soll die ehrwürdige Praxis der Kniebeuge beibehalten
werden!"
Josef
Kardinal Ratzinger: (Zu Fronleichnam 1978 in München)
„Der
erste Schritt, uns vor der Herrschaft der Götzen zu schützen
wird sein, den Geist der Ehrfurcht wieder zu gewinnen: Wer Gott nicht anbetet, verfällt
alsbald den Götzen!
Auch
heute steht es nicht gegen die Würde - Freiheit und Größe
des Menschen, sein Knie zu beugen
Ehrfurcht
zu haben
Christus
anzubeten
und
zu verherrlichen!"
„Vor
Gott ist der Mensch nicht nur Geist, sondern auch Leib. Deshalb ist die
leibliche Gebärde im Gebet so wichtig: Das Knien!"
„Die
zentrale Gebärde der Anbetung, die heute immer mehr zu entschwinden
droht, ist das Knien. - Wir wissen, daß der Herr kniend gebetet hat
- und Stephanus und Paulus."
2.
Was sagt die Heilige Schrift?
„Als
Salomon (vor dem König Himmels und der Erde kniend) das Weihegebet
gesprochen hatte, erhob er sich von der Stelle, wo er mit zum Himmel erhobenen
Händen gekniet hatte." l Kon 8,54
„Ich
bin Gott! - Und sonst keiner! Jedes Knie wird sich beugen müssen vor
mir!" Is 45,22
„Da
pries die ganze Versammlung den Gott ihrer Väter und warf sich auf
die Knie." 1 Chron 29,20
Jesus
wandelt auf dem See. Die Apostel fürchten sich. Jesus: „Ich bin es!
- Fürchtet Buch nicht!" Petrus schreitet ihm entgegen, aber ob des
starken Windes geriet er in Furcht und begann zu sinken. Jesus streckt
seine Hand aus und ergreift ihn. Dann steigen sie ins Boot. Der Wind legt
sich. Die im Boot aber warfen sich auf die Knie: „Du bist wahrhaft Gottes
Sohn!" Mt 14,33
„Trat
ein Mann zu Jesus hin, warf sich vor ihm auf die Knie nieder und bat: Herr,
erbarme Dich meines Sohnes, der schrecklich leidet." Mt 17,14
„Ein
Aussätziger kam zu ihm - warf sich vor ihm auf die Knie und bat, Herr,
wenn Du willst, kannst du mich gesund machen!" Mk 1,40
„Paulus
kniete sich nieder und betete mit ihnen." Apg 20,36
Erst
als Petrus auf den Knien gebetet hatte, konnte er die tote Tabitha wieder
zum Leben erwecken." Apg 9,40
Von
den Weisen aus dem Morgenlande heißt es:
„Und
sie traten in das Haus, fanden das Kind und seine Mutter, fielen nieder
- und beteten
es an." Mt 2, 1
„Im
Namen Jesu soll jedes Knie sich beugen im Himmel auf der Erde und unter
der Erde." Phil 2,10
Auch
aus Offb4,10/7,ll /11,16 geht hervor, daß das Knien Ausdruck der
Anbetung des wahren und lebendigen Gottes ist.
Laßt
anbetend uns niederknien vor dem Herrn, der uns schuf! Denn er ist unser
Gott! Ps 95,6
3.
Zeugnis der Apostolischen Väter
„Der
Apostel Jakobus aß kein Fleisch und nahm keinen Alkohol. Man fand
ihn meist auf den Knien - und für das Volk um Verzeihung flehend.
Wegen seiner Vorbildlichkeit wurde er ,der Gerechte' genannt."
Eusebius
in seiner Kirchengeschichte 11,23
Origenes:
„Ferner muß man wissen, daß die Kniebeugung notwendig ist, denn
sie dient als Ausdruck dessen, der sich demütigt und sich unterordnet."
Bd
1140
Dionysius
vom Areopag:
„Das
Beugen der Knie verlangt vollständige Unterwerfung und Hingabe an
Gott, allseitige Heiligung und Umgestaltung nach dem Bilde Gottes."
Kirchliche
Hierarchie Kap V
Augustinus:
„Wenn der Leib sich neigt, dann wird auch im Herzen der Affekt der Demut
entweder hervorgerufen, oder, wenn er schon da ist, bestärkt."
Tertullian:
„Das Knie nicht zu beugen oder die Kniebeugung nicht zu machen, gilt als
Abweichung. Da sich diese Abweichung gerade jetzt mit großer Hartnäckigkeit
verteidigt, so gebe Gott seine Gnade, daß diese Leute Abstand nehmen,
Ärgernis zu geben." BKV Bd 1268
Papst
Leo der Große:
„Gewiß
erinnern wir uns oft beim Anblick des heilbringenden Leidens - und
fallen
nieder und beten
an."
BKV Bd 1229
Makarius
von Ägypten:
„Oft
begibt sich der Fromme zum Gebet, beugt seine Knie und sein Geist tritt
in einen Zustand wonnevoller Ruhe ein."
Makarius
von Ägypten, 128
Ephrem
der Syrer:
„Als
die Niniviten auf Grund ihrer Buße, die sie getan, gerettet waren,
beugten sie ihre Knie - zum Gebete."
Ephrem
der Syrer (Rede über Jonas) BKV Bd I 150
Ambrosius
von Mailand:
„Kommt!
Laßt uns anbetend niederfallen - vor
Gott!"
Ps 94,6 BKV Bd II 277
Theoderet
von Cyrus:
Berichtet
von einem Diakon der zum Priester geweiht wurde:
„Alsbald
beugte er die Knie - und erwartete die Gnade. Der Bischof legte ihm die
Hände auf und stellte sich in den Dienst des Heiligen Geistes."
Mönchsgeschichte,
BKV Bd I 119
4.
Kniebeuge im heiligen Ritus romanus
Wie
ist die Kniebeuge auszuführen?
Kniebeuge
mit einem Knie:
„Man
beugt das rechte Knie neben dem Knöchel des linken Fußes bis
auf die Erde - Kopf und Oberkörper aufrecht - und richtet sich, ohne
Verweilen - wieder auf.
Kniebeuge
mit beiden Knien: (wenn das Allerheiligste ausgesetzt ist)
Man
beugt zuerst das rechte, dann das linke Knie macht eine mäßige
Verneigung des Körpers und erhebt sich wieder." Müller, Zeremonienbüchlein,
2
Kniebeugungen
für den Priester:
An
Quatember-Samstagen: Vor jedem Kirchengebet und jeder Lesung
Am
Karfreitag: Achtmal bei den Fürbitten.
Am
Karsamstag: Elfmal nach den Lesungen.
Bei
der heiligen Messe
Bevor
der Priester zum Altar (wo das Allerheiligste aufbewahrt wird) hintritt
- und wenn er den Altar nach der heiligen Messe verläßt
vor
dem Stufengebet
vor
und nach der Erhebung der heiligen Hostie
vor
und nach der Erhebung des Kelches.
Jedesmal
vor und nach der Berührung der heiligen Hostie:
Das
ist: Vor und nach der „kleinen Erhebung".
Vor
und nach Brechung der heiligen Hostie.
Vor
Empfang der heiligen Hostie.
Bevor
der Priester den Speisekelch aus dem Tabernakel nimmt
zur
Spendung der heiligen Kommunion.
Bevor
sich der Priester zum Volk wendet, um die Absolution zu erteilen.
Und
bevor der Priester die heilige Hostie zum „Ecce Agnus Dei" aus dem Kelch
nimmt.
Bevor
der Priester nach Spendung der heiligen Kommunion den Tabernakel schließt.
Man
sieht also, welchen Wert die heilige Kirche, die Braut des göttlichen
Bräutigams, der Kniebeuge - als Zeichen des Glaubens - der Huldigung
und
der Anbetung - beimißt.
5.
Zeugnis der Heiligen
Um
nur einige zu nennen:
Franziskus:
„Und wenn der heilige Leib Christi vom Priester auf dem Altar geopfert
oder irgendwohin getragen wird, dann sollen alle die Knie beugen!
Und
dem Herrn, dem lebendigen und wahren Gott
Lob
Herrlichkeit
und
Ehre erweisen!"
Bruder
Konrad:
Auch
für den hl. Bruder Konrad, den Pförtner von Altötting, war das
heilige Sakrament der geöffnete Himmel. Er sprach: „Mein Leben steht
im Lieben und Leiden, im Staunen und Anbeten und Bewundern der namenlosen
Liebe zu uns armen Geschöpfen. Auch bei meinen vielen Geschäften
bin ich oft umso inniger mit ihm verbunden. Seine Frömmigkeit blieb
den Blicken der Menschen entzogen. Denkt man darüber nach, was ihm
die Kraft gegeben hat, so viele Jahre schweigend seinen strengen Dienst
zu verrichten, so gibt es darauf nur eine Antwort: Es war die Anbetung
des wunderbaren Sakramentes auf den Knien.
Maria
von Agreda:
„Die
Kniebeuge ist eine Art Gottesverehrung, welche die Heiligen aller Zeiten
stets eifrig geübt haben!"
In
Anbetracht solcher Zeugnisse ist es eine Anmaßung sondergleichen,
das Knien zu verbieten, den Gläubigen die Möglichkeit des Kniens
zu nehmen.
Schluß:
„Anbetend knie ich nieder vor Dir, Herr Jesus Christ, der Du mein Gott und
Heiland und einst mein Richter bist!"
Hl.
Paschalis Baylon - bitte für uns!
(Quelle:
"Dienst am Glauben" Heft 3/2008, S. 86ff., Innsbruck)
Impressum