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2.
Gebet für das Mitleiden mit Christus und seiner geliebten Mutter
Ich
beuge meine Knie vor dir, Herr Jesus Christus, den ich für mich am
Kreuz hängen sehe. Ich grüße dich, o verehrungswürdiges
Bild meines gekreuzigten Herrn Jesus Christus; durch sein Blut bin ich
losgekauft aus der Hand des Feindes. Sei gegrüßt, Heiland der
Welt, du hast diesen
bittersten
Tod für mich ertragen. Ich bitte dich, liebster Jesus, gewähre
mir im Übermaß deiner Barmherzigkeit, mit dir alle Qualen mitzufühlen,
besonders aber mit deiner allerheiligsten Mutter mit ganzer Herzenskraft
mitzuleiden und zusammen mit dem heiligen Apostel Johannes unter dem Kreuz
reichlich zu weinen.
Wisse
aber, daß es für mich jetzt tröstlich wäre, wenn ich
vor dem Bild deines Kreuzes auch äußerliche Tränen als
Zeichen tiefen Mitleids vergießen könnte. Du hast dein Kostbares
Blut für mich allzu oft im Übermaß vergossen.
Weil
aber jede gute Gabe von dir kommt, erfülle diese meine Sehnsucht zu
deiner Ehre: Von dieser Stunde an und für immer möge das Gedächtnis
an dein heiligstes Leiden in mir eifrig entzündet werden, reichlicher
wachsen und immer tiefer empfunden werden - zusammen mit dem einzigartigen
Andenken an deine glorreiche Mutter und deinen Lieblingsjünger Johannes,
ihren stets treuesten Beschützer. Dieses Gedächtnis mache schließlich
meinen
Lebenswandel
vollkommener.
Außerdem
sei deine Kreuzigung das Zentrum meiner Betrachtung, der Schmerz deiner
Mutter mein Trost und die Tränen des heiligen Johannes meine Fürsprache.
Möge der Anblick deines so qualvollen Todes nicht ohne tiefes Mitleiden
meines Herzens bleiben. Sooft ich also dein Leiden mir ins Gedächtnis
rufe oder dich als Gekreuzigten sehe, verleihe, daß ich im Inneren
meines Herzens das fühle, was du schon vielen Frommen erfahren ließest,
der du lebst und regierst als Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
3.
Gebet zur seligen Jungfrau Maria um besonderen Trost
Barmherzigste
Gottesmutter Maria, nimm deinen Diener an, der sich in jeder Bedrängnis
zu dir flüchtet. Nimm mich als jemanden an, gütigste Jungfrau,
der allein keinen Tröster hat. O meine Herrin, sieh an meine Betrübnis
und öffne mir den Schoß deiner Barmherzigkeit. Siehe, ich klopfe
an und rufe, ich bitte und flehe. Ich entferne mich nicht und lasse dich
nicht los, sondern ich werde immer in deiner Nähe bleiben, bis du
dich meiner erbarmst. Ich weiß um deine unvergleichbare Liebenswürdigkeit,
ich kenne die Zärtlichkeit deines mütterlichen Herzens, das aus
dem Reichtum der göttlichen Liebe entspringt, so daß es völlig
unverständlich wäre, an deinem Trost zu zweifeln.
Deshalb
wende ich mich ganz häufig und zuversichtlich an dich: Ob es mir gut
oder auch schlecht ergeht, immer möge ich es verdienen, von deiner
gnadenvollen Hilfe beschützt zu sein und von den süßen
Tröstungen deines Mundes erquickt zu werden. Wenn du nämlich
Trostesworte sprichst, welche Traurigkeit kann dann noch im Herzen sein?
Oder wie wird der Feind jemandem schaden können, dem es freisteht,
immer von neuem zu dir zurückzukehren? Deshalb, o gütigste Mutter,
neige jetzt deine demütigen Ohren meinen Bitten zu. Reiche mir, strahlende
Jungfrau, deinen Krug und gib mir ein klein wenig zu trinken aus der Fülle
deiner Gnade, die im Übermaß in dir verborgen ist. Überschütte
mich mit einer kleinen Stärkung: Sie ist mir im Augenblick sehr notwendig,
zu jeder Zeit willkommen und wegen ihrer Unaufdringlichkeit niemals überdrüssig.
Denn schon ein kleiner Tropfen, der aus deinem Mund über meine Lippen
träufelt, ist von solch großer und vorzüglicher Wirkung,
daß im Vergleich dazu alles Angenehme in diesem Leben wertlos und
ein Nichts ist.
Deswegen,
geliebteste Maria, reich und freigebig in den Gaben, wunderbar und lieblich
in den Worten der Gunst: Kräftige mich durch deine heilsamen Ermahnungen.
In deinem jungfräulichen Schoß wohnte die höchste Weisheit.
Der Heilige Geist nämlich heiligte dich von Anfang an, der Engel behütete
dich, der Erzengel unterrichtete dich und die Kraft des Allerhöchsten
umschattete dich. Sprich nur ein Wort und meine Seele wird getröstet.
Ich
verlange
nicht irgendeine schwierige oder unmögliche Sache, sondern ich erbitte
nur dies eine, meine Herrin: Sage mir ein Wort des persönlichen Trostes,
das meinem Gehör Freude und Wonne gibt. In meiner Not komme ich zu
dir, nimm mich an mit gütigem Blick. Dein Diener wird daran erkennen,
daß er Gnade vor deinen Augen gefunden hat, wenn du ihm etwas Liebevolles
verleihst und wenn du den Trost, den er von dir erwartet, nicht länger
verzögerst.
Geliebteste
Maria, komm mit deiner süß duftenden Gegenwart und besuche mein
Herz in seiner Bedrängnis, weil du am besten verstehst, seine Schmerzen
zu lindern und den früheren Frieden wiederherzustellen. Komm, gütigste
Herrin, mit einer neuen Gnade Christi und richte mit deiner heiligen Rechten
deinen am Boden liegenden Knecht auf. Komm, auserwählte Mutter Gottes,
und zeige mir den wohlbekannten Reichtum deiner Barmherzigkeit, weil ich,
wie du siehst, zunichte gemacht bin. Aber ich habe dich nicht vergessen
und werde in Ewigkeit dich nicht vergessen. Komm also, komm, du meine Hoffnung
und meine Wonne, geliebte und süße Jungfrau Maria. Wenn du nämlich
kommst und mit mir Zwiesprache hältst, wird ebenso alles Gute kommen,
Schlechtes wird dagegen fernbleiben. O wie erwünscht, wie bedeutend
und freudig wird es mir sein, ein Wort der Mutter meines Herrn Jesus Christus
zu hören! Aber welches Wort? Jedenfalls ein liebevolles Wort, ein
sehr zärtliches und vertrautes Wort, das bereits der heilige Apostel
Johannes von seinem geliebten Meister, deinem Sohn, gehört hat, als
er zu ihm sprach: Siehe, deine Mutter! Dieses Wort hörte jener von
seinem Herrn; ich dagegen wünsche dasselbe zu hören von dir,
meine Herrin, im Geist und frommen Gemüte. Sprich also zu mir: Siehe,
deine Mutter! Schau, hier bin ich! Bei dieser deiner gütigsten Stimme
wird meine Seele gesund und sie empfindet in deiner Gegenwart Freude, wie
gewöhnlich der Sohn sich freut, wenn er seine Mutter wiedergefunden
hat. Es trete ein, ja es trete ein diese vertraute Stimme in das Gehör
meines Herzens und aus dem zärtlichen Zuspruch deines Mundes ströme
zugleich ein einzigartig geistlicher Trost des Heiligen Geistes. Mein Herz
schöpfe neue Zuversicht, die Furcht schwinde und Zweideutigkeit beunruhige
mich nicht mehr weiterhin. Die Verzweiflung lahme mich nicht mehr mit verschiedenen
Versuchungen, sondern dieses Wort tröste mich, das ich wünsche
von dir zu hören und meinem Herzen aufmerksam anzuvertrauen: Siehe,
deine Mutter!
Umarme
jetzt, meine Seele, diese Empfehlung, umarme die liebste Maria, umarme
die Gottesmutter mit ihrem kleinen Sohn Jesus, dem Schönsten unter
den Menschenkindern, der stets Dank verdient. Maria selber ist nämlich
gewohnt, die Bitten der Armen anzuhören, und sie entläßt
nicht ungetröstet, deren beharrliches Rufen zu ihr sie wahrnimmt.
Sie ist jene jungfräuliche Gottesträgerin und jener geheimnisvoller
Zweig, der aus königlichem Geschlecht abstammt und den Samen der göttlichen
Blume hervorbrachte, Jesus Christus, den König und Erlöser aller.
Ihm sei die Ehre und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.
4.
Gebet zur seligen Jungfrau Maria bei aufkommender Bedrängnis
Gegrüßt
seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, frohe Jungfrau Maria!
Sei gegrüßt, du einzigartige Hoffnung der Bedürftigen!
Sei gegrüßt, du gütige Mutter der Waisenkinder! O Maria!
Wenn alle Tore des Himmels verschlossen sind und mir wegen meiner Sünden
von allen Seiten der Zugang zu Gott verwehrt ist, wenn mich jede Einsicht
und Kraft des Verstandes verläßt und ich mich in keiner Sache
selber helfen kann, wenn Überdruß an diesem gegenwärtigen
Leben und Ängstlichkeit des Herzens mich so lahmen, daß ich
fast kein Gefallen mehr an dieser Welt habe, wenn die Sonne des Frohsinns
in eine Nacht der Angst und Trauer versinkt, wenn die Kraft der himmlischen
Tröstung schwindet und eine schwere Trostlosigkeit
mich
bedrängt, wenn Stürme von Versuchungen sich erheben und Erschütterungen
durch Leiden aufkommen, wenn sogar eine unvermutete Schwäche eintritt
oder irgendeine andere Widerwärtigkeit mir zustößt: Wenn
das alles auf mich kommt, wohin soll ich flüchten, wohin mich wenden,
wenn nicht zu dir, du gütigste Trösterin der Armen? Und wohin
soll ich blicken, um den Hafen der Rettung zu erreichen, wenn nicht zu
dem hellsten Meeresstern, der immer leuchtet und niemals die Huld seines
Lichtes verbirgt?
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Maria, geliebte und süße Mutter, du bist dieser hellste Meeresstern!
Du spendest allen, die auf dich schauen und zu dir rufen, Trost und geleitest
sicher zum Hafen der Stille. Also nehme ich heute zu dir Zuflucht und erbitte
inständig von dir Hilfe, weil du von deinem Sohn leicht erlangen wirst,
was immer du auch willst. Wenn du, o glorreiche Herrin, für mich bist,
wer wird dann gegen mich sein? Und wenn du mir gnädig bist, wer ist
es, der mich abweisen könnte? Breite also jetzt deine Arme über
mich aus, damit ich mich unter sie flüchte. Sprich zu meiner Seele:
»Ich bin deine Fürsprecherin, fürchte dich nicht. Wie die
Mutter ihren Sohn tröstet, so werde auch ich dich trösten«.
Dies
ist deine Stimme, o geliebte Maria. Aber wer verhilft meinem Herzen, diese
Stimme auch immer zu hören? Wie süß sind deine Worte meiner
Kehle. Sprich, meine Herrin, zum Herzen deines Dieners, weil dein Diener
hört. Ich bin dein Diener und der Diener deines Sohnes.
Aber
ich gehe noch weiter: Du bist meine Mutter und Jesus, dein Sohn, ist mein
Bruder. Ich kann dies zuversichtlich sagen, da du Jesus nicht nur für
dich, sondern für die ganze Welt geboren hast. Deshalb will ich auf
Erden keine andere als meine Mutter anrufen. Ich lehne es ab, eine andere
Mutter zu haben als dich allein, du Gottesgebärerin. Es ist dir keine
ähnlich in der Tugend und Zierde, in der Liebe und Sanftmut, in der
Gottesfurcht und Liebenswürdigkeit, in der Treue und im mütterlichen
Trost, in der Barmherzigkeit und im vielfältigen Mitleid. Heute erwähle
ich dich und nehme dich an. Heute übergebe ich mich dir voll Vertrauen
und wünsche, daß dies durch dich in Ewigkeit bestätigt
wird. Es genügt mir Schwachem nämlich, wenn ich fest mit dir
verbunden bin. Deswegen werde ich mich freuen, bei dir reichlich Trost
erfahren und hochherzig das Lob auf deinen heiligen Namen besingen.
Wie
schön und liebenswürdig bist du, meine Herrin, heilige Maria,
voll jeder Gnade. Wenn jemand die Sterne des Himmels zu zählen vermochte,
könnte er auch deine Tugenden erklären. Wie nämlich der
Himmel von der Erde entfernt ist, so hoch erhoben steht dein Leben über
dem Leben der Menschen. Und der Glanz deines Ruhmes ragt unter allen Chören
der Engel heraus. Möge also jetzt mein ärmliches Gebet zu dir,
meiner edelsten Herrin, aufsteigen und meine Sehnsucht zu dir gelangen,
damit du vor dem Angesicht deines Sohnes für meine Sache eintrittst.
Denn nach seinem Urteil wird von ihm niemand als unschuldig gefunden. O
gütigste Herrin, aus inniger Liebe und tiefem Vertrauen heraus, das
ich zu dir hege, habe ich dir meinen Fall kundgetan und werde ihn gewiß
auch weiterhin kundtun! Ich fühle nämlich, daß von dir
eine große Kraft ausgeht, und das Andenken an deinen Namen wird für
meine Seele immer ein Trost sein.
O
süßester Name Mariens, o Name der Heilung und der Gnade, welcher
immer gedacht, immer ausgesprochen und verehrt werden muß! O himmlischer
und wahrhaft engelgleicher Name, welcher bekanntlich durch den Mund des
Evangelisten den Gläubigen liebevoll offenbart wurde, und zwar mit
den Worten: Und der Name der Jungfrau war
Maria (Lk 1,27). O heiligste und allen Lobes
überaus würdige Maria! Du Pforte des Himmels, du Tür zum
Leben, du Tempel Gottes, du Heiligtum des Heiligen Geistes! Was immer an
Schönheit und Liebenswürdigkeit ich unter den Geschöpfen
sehe, was immer an Größe und Tugendhaftigkeit ich bei den Heiligen
Gottes bewundere: Alles wünsche ich deiner erhabenen Größe
anzugleichen.
Denn
es ist würdig (und recht), daß ich mich zusammen mit allen Geschöpfen
deinem fortwährenden Lob zuwende, die ich mir nun als besondere Mutter
und treueste Fürsprecherin erwählt habe. Und so hoffe ich nach
diesem Leben die Herrlichkeit deines gebenedeiten Sohnes Jesus Christus
zu erlangen. Amen.
5.
Gebet zur seligen Jungfrau Maria um eine gute Todesstunde
O
liebevollste Gottesgebärerin, allzeit Jungfrau Maria, du bist überreich
an wunderbarer Wonne, wie sie der menschliche Geist nicht zu ersinnen und
auszusprechen vermag. Siehe, hier bin ich, dein Diener, und verneige mich
mit inniger Zuneigung meines Herzens demütig vor deinem glorreichen
Thron, der über alle Chöre der Engel im himmlischen Reich erhoben
ist. Du hast dies deshalb verdient, ehrwürdigste Mutter Gottes, weil
du unter allen Töchtern Jerusalems als die Demütigste gefunden
wurdest und du, schöne Jungfrau, in seinen Augen Wohlgefallen fandest
und keine auf der ganzen Erde dir gleich war.
Noch
einmal beuge ich mich vor dem Schemel deiner Füße und verlange
danach, dich mit ehrfürchtigen Lippen und reinem Herzen gebührend
zu grüßen und zu loben. Aber ich weiß, auserwählte
Mutter, daß ich nicht würdig bin, meine unreinen Augen, die
ich allzu oft durch die Begierde des Fleisches, durch die Begierde der
Augen und durch die Hoffart des Lebens beschmutzt habe, zu deinem klarsten
Angesicht zu erheben, das vom göttlichen Lichtglanz strahlt und der
Bewunderung des ganzen himmlischen Heeres würdig ist.
Du
bist mit ganz reinen Lippen, roten Rosen und goldenen Blumen in jeder Hinsicht
voll Anmut geschmückt. Ich bin da wegen meiner Unreinheit verwirrt
und denke traurig an meine Unwürdigkeit. Aber wegen deiner großen
Barmherzigkeit schöpfe ich wieder gute und feste Hoffnung, Gnade und
volle Vergebung rasch zu erlangen. Denn du zeigst dich mir gütig und
trittst für mich ein. Was kann ich anderes von der barmherzigsten
Mutter und
liebevollsten
Jungfrau denken, als daß sie eine barmherzige und zärtliche
Zuflucht für mich und alle Sünder ist? Wegen dieser Milde und
Sanftmut fliehe ich unter deinen Schutzmantel, wo die Schwachen Kraft erhalten
und die Gefangenen die Befreiung. Sei also mir und meinem Herzen eine barmherzige
und gütige Mutter, damit ich nun voll Freude erfahren darf: Du bist
die Trösterin aller, besonders all' deiner Diener, und das zuverlässige
Heilmittel aller, die auf dich hoffen.
Außerdem
bitte ich dich, glorreichste Gottesmutter Maria, nicht darin zu ermüden,
von diesem gegenwärtigen Augenblick an bis zur Todesstunde mit gewogenem,
klarem Blick und liebreichem Herzen auf mich zu schauen.
Nimm
mich vielmehr in deinen Schutz und breite mütterlich deine heiligsten
Arme über mich aus, wohin ich auch gehen mag.
Wenn
aber mein letzter Tag kommen wird, den ich nicht kenne, und die Todesstunde,
die ich sehr fürchte, der ich aber nicht entkommen kann, o gütigste
Herrin - meine einzige Zuversicht in jeder Bedrängnis, besonders aber
in der Todesstunde - dann denke an mich! Steh mir bei, wenn mein Leben
endet, und stärke meine ängstliche Seele. Schütze sie vor
jenen schrecklichen und unreinen Geistern, damit sie sich mir nicht zu
nähern wagen.
Deine
gnadenvolle Gegenwart würdige sich, zusammen mit einer Schar von Engeln
und Heiligen meine Seele zu besuchen. Bevor ich aus diesem Leben scheide,
versöhne auch eifrig mit deinen lauteren Bitten das göttliche
Angesicht deines Sohnes, den ich so oft und so schwer durch meine Sünden
beleidigt habe.
Dann
nimm meine arme Seele auf, die aus dieser Verbannung auszieht, und führe
sie durch die Pforten des Himmels ein in die lieblichen Wohnungen des Paradieses.
Stelle mich neben dir und sprich für mich bei deinem Sohn, dem König
aller Zeiten, ein gutes und sanftes Wort. Du hast aus dem Mund Gabriels
jenen gebenedeiten Gruß empfangen; durch seine Kraft würdige
dich, mich im Leben und im Sterben zu bewahren. Gib mir, ich beschwöre
dich,
daß ich diesen Gruß oft mit andächtigem Herzen kundtun
kann zum Lob und Ruhm deines süßen und gesegneten Namens.
Nimm
schließlich die Bitte deines Dieners an, die er gerade vor dir ausspricht;
und schaue auf mich, barmherzigste Mutter Jesu, Jungfrau Maria, über
alles Geliebte, und denke immer an mich. Sollte ich dich aber einmal vergessen,
passiert dies auf alle Fälle zu meinem großen Bedauern. Aber
du, vergiß mich dennoch nicht! Du hast ja die Barmherzigkeit für
alle Menschen geboren.
Ich
grüße dich nun, Jungfrau Maria: Schau, ich grüße
dich auf den Knien, ich verneige mich in frommer Ergebung vor dir und sage
dir mit gefalteten Händen Dank.
Und
damit du mein Gebet gerne hörst und erhörst, will ich außerdem
dein Antlitz noch einmal mit dem ehrwürdigen Gruß ehren:
Gegrüßt
seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit
unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus Christus.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und
in der Stunde unseres Todes. Amen.