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Hochzeit zu Kana zeigt die große Bedeutung der Mittlerschaft der hl. Jungfrau Maria in Gottes Heilsplan 

Don Guiseppe de Virgilio
DIE ANKUNFT DES BRÄUTIGAMS
Nur im Evangelium nach Johannes steht das »erste Zeichen«, womit Jesus sich seinen Jüngern als Sohn Gottes zu erkennen gibt: zu Kana verwandelt er Wasser in Wein (vgl. Joh 2,1 -12). Die Erzählung der »Hochzeit in Kana« muss in einem richtungsweisenden Sinn gesehen werden, im Hinblick auf die progressive Offenbarung Jesu für die Welt. Es ist von besonderer Bedeutung, dass das Wunder im Zusammenhang mit einer Hochzeit geschieht, vor dem Hintergrund des festlichen Miteinanders, das sinnbildlich durch den Überfluss an »gutem Wein« dargestellt wird. Es ist der Beginn der messianischen Zeichen, an die die Jünger glauben (vgl. Joh 2,11). Das Kapitel beginnt mit dem Hinweis auf den »dritten Tag« (vgl. Ex 19,11), nach den Szenen mit dem Täufer und den ersten Jüngern (vgl. Joh 1,35-51), so als wolle uns der Evangelist auf die Begegnung mit dem Bräutigam, der in unsere Familie kommt, vorbereiten. Er kommt als Messias und bringt dem jungen Paar, das im Begriff ist, das Abenteuer der Ehe anzutreten, mit dem Geschenk des neuen Weins die berauschende Freude der Liebe.

DIE ANWESENHEIT DER MUTTER
Die Rahmenhandlung des Textes ist gekennzeichnet von der Gestalt der Jungfrau Maria. Ihre Rolle ist für den Verlauf der Erzählung sehr wichtig. Der Evangelist betont, dass es »die Mutter Jesu« ist, die zum Hochzeitsmahl eingeladen war. Maria wird nicht mit eigenem Namen genannt, sondern als »Mutter« oder als »Frau« bezeichnet In ihrer Gesellschaft sind Jesus und seine Jünger. Auch an anderen Stellen wird Maria in den Evangelien Mutter genannt. Elisabeth begrüßt sie nach der Verkündigung als »Mutter meines Herrn« (Lk 1,43) und im Verlauf der Mission des Sohnes wird erwähnt, dass die Mutter ihn suchte, um mit ihm zu sprechen (vgl. Mk 3,31; Lk 8,19). Als die Leute ihn als Nazarener erkennen, erinnern sie sich auch an den Namen seiner Mutter (vgl. Mk 6,3; Lk 4,22; Joh.6,42). Über die Anwesenheit der Mutter wird nicht nur bei der Geburt (vgl. Mk 1,18; Lk 2,11 geschrieben, sondern auch bei der Präsentation im Tempel (vgl. Lk 2,33) und vor allem zu Füßen des Kreuzes (vgl. Joh 19,25-27). Diese letzte Szene steht in engster Verbindung mit dem Zeichen von Kana wegen der Wiederholung von zwei Worten: die Bezeichnung der Mutter als »FRAU« und die Ankündigung der kommenden »Stunde« des Sohnes.

DER MANGEL AN WEIN
Genau genommen steht im Mittelpunkt der Szene weder das Brautpaar noch dessen Familien, sondern Christus. Die Hochzeitsfeier wird jedoch durch den unvorhergesehenen Mangel an Wein getrübt. Das Fest droht ein trauriges Fest zu werden, ohne die Freude, die trunken macht. Hier greift Maria ein, um die prekäre Situation, in der sich die Brautleute und alle Gäste befinden, in die Hand zu nehmen. Ihr Handeln muss als eine persönliche Bitte an Jesus interpretiert werden: »Sie haben keinen Wein mehr« (Joh 2,3). In diesem Zusammenhang muss dieser Hinweis als ein messianischer Appell gewertet werden. In dem Mangel an Wein muss man die biblische Symbolik lesen, wo der Wein gleichbedeutend ist mit dem Glück der ehelichen Liebe. (vgl. Ps 104,15; Hld 1,2). Die berauschende Freude des Weins verweist auf das Fest und die brüderliche Gemeinschaft, die auf der Erde stattfinden wird, wenn der Messias die Verheißungen Gottes verwirklichen wird (vgl. Gen 49,11; Dtn 33,28).

DIE FRAU UND DIE STUNDE
Die Antwort, die Jesus seiner Mutter gibt, ist recht geheimnisvoll: »Was willst du von mir, FRAU? Meine Stunde ist noch nicht gekommen« (Joh 24). Der Ausdruck lässt eine Botschaft vermuten, die über den engeren Zusammenhang hinausgeht. Jesus verweigert das Wunder nicht, nutzt aber die Gelegenheit, um seiner Mutter (die er »FRAU« nennt) einen genauen Plan zu enthüllen: Maria wird zu Beginn seines öffentlichen Lebens voll in die Mission des Sohnes einbezogen bis zum Ende, wenn »seine Stunde« sich erfüllt. Das Thema der Stunde erlangt im vierten Evangelium eine bemerkenswerte Bedeutung. Der Samariterin erklärt Jesus, dass »die Stunde, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit« gekommen ist (Joh 4,23). Als Jesus im Tempel lehrt, bekräftigt der Evangelist dass »seine Stunde noch nicht gekommen ist« (Jon 7,30; 8,20), aber als sich die Passion nähert, dass »die Stunde gekommen ist«. So wird klar, dass Kana den Beginn der Stunde des Sohnes darstellt, und das Symbol des guten, reichlichen Weins bestätigt den messianischen Wert der Mission von Jesus und Maria. Das wahre Ereignis der Hochzeit ist das Geschenk der Liebe, die sich in Christus erfüllt.

WAS ER EUCH SAGT, DAS TUT!
Nachdem die Mutter die Worte des Sohnes gehört und verstanden hat sagt sie zu den Dienern: »Was er euch sagt, das tut!« (Joh 4,5). In diesem Satz, dem letzten, den Maria in den Evangelien spricht, muss das volle „Ja" zum Willen Gottes, in der Mission des Sohnes, erkannt werden. Die Jungfrau fordert nicht nur auf, sich in den Dienst des Willens Jesu zu stellen (»Ich bin die Magd« Lk 1,38), sondern sie geht weiter: Sie will »alles, was Jesus sagt« tun und bei Ihm bleiben, bis sich seine Stunde erfüllen wird. Das geschieht in der Passion, wo die »FRAU« wieder zur »Mutter« des geliebten Jüngers wird und der Jünger zu ihrem Sohn (vgl. Joh 19,25-27). Das Zeichen erfüllt sich. Die vollen Wasserkrüge spenden so hervorragenden Wein, dass sogar der Tischmeister über die Qualität des bis zuletzt »zurückgehaltenen» Weins erstaunt ist. Jesus verwandelt das fade Wasser des Gesetzes in messianischen Wein der Liebe. Zu Kana erfüllt sich das Wunder der berauschenden Neuheit des Glaubens in Christus, erlangt auf die Fürsprache der Jungfrau Maria.

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DER WEIN IN DER BIBEL:
Die biblische Tradition schreibt dem Wein und der Weinrebe einen wesentlichen materiellen und symbolischen Wert zu (vgl. Gen 9,20-21). Der Wein ist eine Gabe Gottes, geschaffen zur Freude der Menschen (vgl. Sir 31,27), aber er darf nicht übermäßig genossen werden (vgl. Spr 23,19-21; Eph 5,18). Er ist ein Zeichen von Wohlstand (vgl. Gen 49, 11; Spr 3,10), der das Herz erfreut (vgl. Ps 104,15) und die eschatologischen Hoffnung verstärkt (vgl. Jes 55,1). Er wird als Opfergabe verwendet (vgl. 7Sam 1,24; Hos 9,4; Ex 29,40) und gehört zu den »Erstlingsgaben", die für den Kult bestimmt sind (vgl Dtn 18,4; Num 18,12). Symbolisch ist der Wein ein Zeichen der Freude (vgl. Ps 23,5) und sein Fehlen drückt einen Mangel an Liebe aus (vgl. Am 5,11; Mi 6,15). Der Becher Wein betäubt die Schlechten (vgl. Jes 51,17; Offb 14.8; 16,19), tröstet aber die Gerechten (vgl. Am 9,14; Jer 31,12). Besonders erinnert der Wein symbolisch auch an die Freundschaft (vgl. Sir 9,10) und an die Süße der ehelichen Liebe (vgl. Hld 1,4; 4,10). Auf den »neuen Wein« wird bei Paulus hingewiesen (vgl. 7Tim 5,23), und er wird von Jesus beim Predigen genannt (vgl. Mk 2,22), beim Wunder von Kana (vgl. Joh 2,1-12), vor allem aber bei der Einsetzung der Eucharistie (vgl. Mt 26,27-29). Der Messias ist es, der den neuen Bund mit seinem vergossenen Blut verwirklicht (vgl. IKor 10,16). Indem die christliche Gemeinde die eucharistische Handlung wiederholt, lebt sie in Einheit mit Christus dem Messias und Heiland (vgl. 1Kor 11,25-26). Wie die gepresste Traube, wie das Weizenkorn in der Erde (vgl. Joh 12,24) bilden Brot und Wein in der Eucharistie den Bund des Lebens, das nicht stirbt.
(Quelle: "Die Stimme Padre Pios", Nr. 3-2016, S. 14-17, San Giovanni Rotondo)

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