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Aus den Brautansprachen Pius' XII. 1945
„So
muß also, liebe Brautpaare und Brüder Jesu, das
Bild des Herzens Jesu, des Herzens, das die Menschen so sehr
geliebt hat, in eurer Wohnung aufgestellt und verehrt werden als das Bild
des allernächsten und meistgeliebten Verwandten. Dieses Bild wird
die Fülle seines Segens auf euch und eure Kinder ergießen.
Aufgestellt und verehrt,
das heißt: dieses Bild darf nicht nur in einem stillen Zimmer
über eure Ruhe wachen, sondern es muß wirklich in Ehren gehalten
werden; über der Eingangstür im Speisezimmer oder an einem anderen
Ort, wo man viel aus- und eingeht, muß es sich befinden. Sagt doch
Jesus: ,Wer immer mich
vor den Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem Vater bekennen,
der im Himmel ist.' Verehrt, das
heißt: Vor der kostbaren Statue
oder dem einfachen Bild des heiligsten Herzens Jesu muß eine sorgliche
Hand wenigstens von Zeit zu Zeit ein paar Blumen hinstellen, eine Kerze
entzünden oder auch die Flamme eines Lichtes wachhalten zum beständigen
Zeichen des Glaubens und der Liebe. Das heißt ferner: Jeden Abend
soll sich die Familie um dieses Bild versammeln, soll es gemeinsam verehren
und um neuen Segen bitten. Mit einem Wort: In dem Hause wird das heiligste
Herz Jesu in rechter Weise verehrt, wo es von allen und von einem jeden
als König der Liebe anerkannt wird."
„Das meint man, wenn man sagt, die Familie sei dem Herzen Jesu geweiht.
Die Weihe bedeutet ja die vollständige Selbsthingabe an eine Sache
oder an eine Person...
Wer sich aber weiht, muß auch die Pflichten erfüllen,
die sich aus einer solchen Hingabe ergeben. Wenn das heiligste Herz Jesu
wirklich in einer Familie herrscht,
und sicher muß es überall herrschen - dann müssen
in dieser gesegneten Wohnung die Personen und Dinge von einer Atmosphäre
des Glaubens und der Frömmigkeit getragen sein.
Weg also aus solch einer Wohnung mit allem,
was das heiligste Herz betrüben könnte: gefährliche Vergnügungen,
Untreue, Unbeherrschtheit, Bücher, Zeitschriften, Bilder, die der
Religion und ihrem Leben Feind sind!
Und in gesellschaftlichen Beziehungen: Weg
mit den heute nur zu oft gemachten Zugeständnissen, die alles miteinander
versöhnen möchten: die Wahrheit mit dem Irrtum, die Ungebundenheit
mit der Moral, die eigensüchtige und habgierige Ungerechtigkeit mit
der Pflicht zu christlicher Liebe! Weg mit den Versuchen, auf halben Wegen
zwischen Tugend und Laster, zwischen Himmel und Hölle zu wandeln!"
„Eure Weihe an das Herz Jesu besiegelt einen
Pakt zwischen ihm und Euren Familien. Er hat hierfür den Anstoß
gegeben durch sein Versprechen: ,lch werde sie segnen', sagte er zur hl.
Margareta Maria. Ihr Eurerseits habt mit der ganzen Feierlichkeit, die
Eure Mittel Euch erlaubten, unter dem Segen des Priesters, seines Stellvertreters,
sein Bild an den Ehrenplatz in Eurem Heim gestellt, zu dessen Herrn Ihr
ihn ausrieft, indem Ihr öffentlich die Verpflichtung übernahmt,
ihn als solchen zu betrachten und durch die Tat anzuerkennen. Er wird von
seinem Worte niemals lassen: ist er doch der getreue Gott. Laßt auch
Ihr nicht von dem Euren! Lasset ihn herrschen bei
Euch und um Euch!
Eure Wohnung ist als geweihte also bestimmungsgemäß
von nun an eine geheiligte Wohnung: nichts darf dort die Augen, die Ohren,
das Herz Jesu beleidigen. Er ist darinnen König: er muß dort
von Eurer Treue eine ununterbrochene Huldigung der Ehrfurcht, der Hochachtung,
der Liebe empfangen. Als über alles gütiger Herr Eures Heimes
ist er innig mit dessen ganzem Leben verbunden, und es kann dort kein Leid,
keine Freude, keine Befürchtung und keine Hoffnung geben, an der Ihr
ihn nicht teilnehmen ließet. Das bedeutet Christi Königreich:
es ist geheiligt."
(Bild: (C) hw. Pfr. Josef Stocker,
"Hauskalender 2008", mit frdl. Genehmigung -
Mediatrix-Verlag
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