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Als
sich für Jesus die Stunde seines Leidens kommen sollte, tröstete
er seine Jünger mit einer besonderen Verheißung: beim Letzten
Abendmahl, wo er Abschied von seinen Jüngern nahm (Joh 14,15-31),
sagte er ihnen ein ganz besonderes Geschenk, einen „Beistand" zu, der für
immer bei ihnen bleiben werde: „Der
Geist der Wahrheit". In der Apostelgeschichte, nach seiner
Auferstehung (Apg 2,4-8), bekommt dieser Tröster den Namen, unter
dem die Christen ihn heute anrufen: Heiliger
Geist. Er ist die göttliche Kraft, die den Aposteln
damals das neue Leben mit Gott ermöglichte und sie zu mutigen Zeugen
des Glaubens werden ließ. Diese Ausgießung des Heiligen Geistes
ist aber kein einmaliges Geschehen. Der Beistand wirkt in den Gläubigen
weiter. Wir Christen empfangen die Kraft des Heiligen Geistes durch das
Sakrament der Taufe und der Firmung. Sie ist, so wie Glaube und Liebe,
ein Geschenk. Durch den Heiligen Geist wird die Liebe in die Herzen der
Menschen ausgegossen, wie der heilige Paulus in Rom 5,5, schreibt.
Welche Gaben führen zu diesen Früchten? Als erstes ist
die Gabe der Weisheit
zu nennen: sie umfasst alle anderen Gaben. Weisheit bedeutet nicht Anhäufung
von Wissen. Es geht darum, die Güte und Liebe Gottes zu erkennen,
seinen Willen zu erkunden und danach zu handeln. Die Gabe
des Verstandes oder der Einsicht befähigt uns, das Wort
Gottes zu hören und es deutlich zu erfassen.
Die Gabe des Rates
setzt voraus, dass man sich beraten lässt und bereit ist, auf andere
zu hören. Als Hilfe von Gott für das eigene Nachdenken könnten
wir diese Gabe auch bezeichnen.
Die Gabe der Erkenntnis
(auch Gabe des Wissens oder der Wissenschaft) befähigt uns, die Gebiete
weltlichen Wissens zu erforschen - immer im Bewusstsein menschlicher Begrenztheit.
In der Schöpfung können wir die Weisheit Gottes entdecken, erkennen.
Die Gabe der Stärke
bewirkt, dass wir uns Herausforderungen stellen. Am Handeln der Apostel
vor und nach der Geistsendung können wir sehr gut erkennen, was sie
bewirkt. Aber auch in der Standhaftigkeit des Herzens und im Erdulden von
Krankheit, Schwäche und Gebrechlichkeit zeigt sich die Gabe der Stärke.
Die Gabe der Frömmigkeit
ist mehr als der bloße äußerliche religiöse Vollzug.
Es geht um die rechte und aufrichtige Gesinnung des Menschen in der Beziehung
zu Gott. Frömmigkeit ist nur dann echt, wenn Glaube und Handeln eine
Einheit bilden.
Gabe der Gottesfurcht: Der
Begriff der „Gottesfurcht" passt für
viele kaum in unsere heutige individualisierte, von Selbstbestimmung geprägte
Zeit. Diese Gabe meint aber keine knechtische Furcht, sondern Ehrfurcht
und Respekt vor Gott, die andere Befürchtungen und Ängste (z.B.
Menschenfurcht) aufhebt, und daher Ursache großer innerer Freiheit
ist. Wer die Gottesfurcht wählt, wählt die Freiheit der Kinder
Gottes, die Einsicht, dass alles andere in dieser Welt zweitrangig, relativ
und vorläufig ist.
Gott will seinen Geist (ein Stück von sich selbst) auch heute
noch in reichem Maß unbegrenzt schenken - es liegt an uns, sein Geschenk
anzunehmen und in der Welt wirksam werden zu lassen. Öffnen
wir ihm unser Herz!
Heilig-Geist-Anrufungen
Komm, Heiliger Geist, erfülle mich. 0
Geist des Vaters, belebe mich. 0 Geist des Sohnes, erlöse mich. 0
ewige Liebe, durchdringe mich. Mit Deinem Feuer entzünde mich. Mit
Deinem Licht erleuchte mich. Lebendige Quelle, tränke mich. Von meinen
Sünden reinige mich. Vom verkehrten Zeitgeist entferne mich. Durch
Deinen Trost erquicke mich. Durch Deine Salbung stärke mich. Durch
Deine Gnade führe mich. Durch Deinen Engel schütze mich. Von
Dir lass nimmer scheiden mich. Gott, Heiliger Geist, erhöre mich.
Dein Gnadenfinger berühre mich. Der Tugend Strom ergieß' in
mich. Mit Deinen Gnaden kräftige mich. Mit Deinen Früchten labe
mich! Vor dem bösen Feind bewahre mich. Zum letzten Kampfe salbe mich.
In der Todesstunde schütze mich. Zu Dir alsdann lass kommen mich.
Auf dass mit allen Heiligen ich lobpreis'
den Vater, Sohn und Dich, o milder Tröster, ewiglich. Amen.
Gebet um die sieben Gaben und
die zwölf Früchte des Heiligen Geistes
0 Heiliger Geist, ich bitte dich durch Maria
unablässig um deine sieben Gaben:
Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissenschaft,
Frömmigkeit und Furcht des Herrn - und um die zwölf Früchte:
Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue,
Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit. Komm, o Heiliger Geist!
(Quelle: "Erneuerung
in Christus", Heft Nr. 4/5 -2016, S. 12f., Gaming)
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