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Hochfest des Heiligsten Herzens
Jesu
Das größte Geheimnis Gottes ist seine Liebe zu seinem
Volk! Das haben schon die Propheten des Alten Bundes erkannt. Gott zeigt
uns das ganze Geheimnis seiner Liebe durch den Sohn. Im Herzen des Sohnes
wohnt die ganze Fülle unermeßlicher göttlicher Liebe. Diese
Liebe ist gekreuzigt worden, und dennoch wartet sie beständig auf
Antwort: die Antwort des Glaubens, der Treue und der reinen Hingabe an
das Herz Jesu. Diese Botschaft von der barmherzigen Liebe ist unsere Erlösung.
Im Mittelpunkt der Herz-Jesu-Verehrung steht das am Kreuz durchbohrte
Herz Jesu, belegt durch die Bibelstelle im Johannesevangelium 19,33: "Als
sie (die Soldaten) aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben
war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß
ihn mit seiner Lanze in die Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus."
Das Herz-Jesu-Fest wird in der Katholischen Kirche gefeiert am Freitag
in der Woche nach Fronleichnam. ...
Nach den Visionen der Ordensschwester und Mystikerin Margareta Maria
Alacoque (1647 -1690) wurde es auf den jetzigen Termin festgelegt. Papst
Leo XIII. weihte zur Jahrhundertwende 1899 die ganze Welt dem heiligen
Herzen Jesu. 1970 wurde das Fest als "Hochfest" im römischen Messbuch
eingetragen.
Papst Benedikt XVI. hatte in seiner ersten Enzyklika "Deus Caritas
est", "Gott ist die Liebe" ausdrücklich auf das durchbohrte Herz Jesu
Bezug genommen. Nach katholischer Lehre wurde die Kirche aus dieser Seitenwunde
Jesu geboren, begründet mit dem Johannesevangelium 7,37-39: ,Am letzten,
dem großen Tag des Festes aber stand Jesus da und sprach: Wenn jemand
Durst hat, komme er zu mir, und trinke! Wer an mich glaubt, aus dessen
Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen."
Damit meinte er den Geist, den jene empfangen sollten, die an ihn glaubten.
Denn der Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war."
Am Kreuz spendete Jesus seinen Geist; das Wasser steht für
die Taufe, das Blut für die Eucharistie. Weil beide Sakramente das
Wesen der Kirche beschreiben, die aus dem Geist geboren ist, sieht die
Theologie die Kirche aus der Seitenwunde Jesu geboren. Im Stich der Lanze
wird die verletzende Kraft der menschlichen Sünde gesehen, das Herz
steht für die Liebe Gottes gegenüber dem Sünder. In der
Verehrung des Herzens betet der Gläubige zum liebenden Christus und
bittet für die, die dieser Liebe bedürfen.
Die Größe seiner Liebe und Barmherzigkeit werden wir
auf Erden nicht erfassen können. Seine Liebe ist Feuer und Glut, das
heißt: Sie ist lebendig und beständig. Alle Menschen aller Generationen
sind nicht fähig, diese Schatztruhe des göttlichen Erbarmens
Jesu auszuschöpfen. Niemals wird die Gnade versiegen, denn Seine Liebe
und Sein Erbarmen sind ohne Grenzen! Wenn wir Menschen jedoch nur eine
Ahnung von der Heiligkeit Gottes hätten, dann würden wir auch
das Danken lernen. „Unruhig ist unser
Herz, bis es ruht in dir, o Gott", beteuerte der heilige
Augustinus. Wir dürfen in diesem gütigen und demütigen Herzen
Gottes Ruhe finden und daraus neue Kraft für unser Leben schöpfen.
(Quelle: "Der Gefährte",
Heft Nr. 3-2014, S. 9f., St. Andrä) - Mediatrix-Verlag
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