Die sieben Geheimnisse des Göttlichen Herzens Jesu
Impressum
JESUS zu Sr. M. Margaretha: "Seht das Herz, das die Menschheit so sehr liebt, aber von den meisten nur Kälte, Undank und Gleichgültigkeit erfährt. Schöpfet doch aus dieser nie versiegenden Gnadenquelle zu euerer und aller Menschen Heil und Rettung."

        Die Wunde des Göttlichen Herzens Jesus
Ich bete Dich an, für mich verwundetes Herz Jesu, mit allen Dich liebenden Seelen und opfere Dir auf alle Leiden, die alle Menschenherzen je erduldet haben und noch erdulden werden, sowie auch die Leiden meines armen Herzens, und ich bitte Dich, verwunde auch mein Herz und alle Menschenherzen mit dem flammenden Strahl Deiner göttlichen Liebe, auf daß wir uns selbst und der Welt abgestorben, nur für Dich leben und einst vom Feuer Deiner Liebe erfüllt sterben mögen. Amen
           Vater unser . . . Gegrüßet seist Du Maria . . . Ehre sei ...

         Hochgelobt und gegrüßt und geliebt sei jeder Engel und Heilige des Himmels, durch das Göttliche Herz Jesu! Amen

         Das Blut des Göttlichen Herzens Jesu
Ich bete Dich an, für die ganze Welt blutendes und verblutendes Herz Jesu, und danke Dir im Namen aller Menschen für das Übermaß Deiner Liebe, mit welcher Du Deinen letzten Blutstropfen für uns hinopfern wolltest. Ich opfere Dir dafür jeden Atemzug, jeden Pulsschlag, jede Bewegung des Leibes, jede Regung der Seele, wenn es Dir gefällt, zur Danksagung auf und bitte Dich um die große Gnade, daß in mir nichts übrig bleibe, was Dir nicht ganz und für immer geweiht wäre. Amen

         Vaterunser... Gegrüßet... Ehre...

         Hochgelobt und gegrüßt und geliebt sei jeder Engel und Heilige des Himmels durch das Göttliche Herz Jesu. Amen

         Das Wasser des Göttlichen Herzens Jesus
Ich bete Dich an, für mich auch den letzten Wassertropfen opferndes Herz Jesu! Ich danke Dir dafür, und alle Kreaturen sollen Dich dafür loben und preisen ohne End; ich opfere dafür auch alle Ehre und Verherrlichung auf, welche Dir die ganze unbelebte und vernunftlose Schöpfung durch ihr Dasein, Leben und Fühlen ohne Unterlaß darbringt, und bitte Dich demütig, Du wollest diesen Quell des ewigen Lebens über mich ausgießen, mich von allen meinen Sünden und Sündenstrafen, Mängeln und Unvollkommenheiten reinwaschen und heiligen, auf daß ich Dir immer ähnlicher werde. Amen

         Vater unser . . . Gegrüßet . . . Ehre sei . . . Hochgelobt ...
 

         Die Feuerflammen des Göttlichen Herzens Jesu
Ich bete Dich an, in den Flammen der Liebe brennendes Herz Jesu, und danke Dir mit Maria, mit allen Engeln und lieben Heiligen für die unermeßliche Liebe, mit welcher Du uns von Ewigkeit her geliebt hast, in alle Ewigkeit lieben willst und alle Menschenherzen zur Gegenliebe zu entzünden verlangst. Ich opfere Dir dafür die Liebe aller Dir treuen Geschöpfe und diejenige meines eigenen, armseligen Herzens auf und bitte Dich demütig, sende die Gluten Deiner Liebe auch in alle Herzen, die Dich nicht lieben und entzünde unser Herz in Liebe zu Dir. Amen

         Vater unser . . . Gegrüßet . . . Ehre sei . . . Hochgelobt ...
 

       Die Dornenkrone des Göttlichen Herzens Jesu
Ich bete Dich an, mit den Dornen unaussprechlicher Schmerzen umwundenes Herz Jesu! Ich bitte Dir ab den geistigen Hochmut, alle bösen Gedanken, Begierden, Worte und Werke, durch welche Du von mir und von anderen betrübt, gekränkt und beleidigt worden bist, und opfere Dir zum Ersatz dafür, was immer von Dir selbst und von allen Seelen im Himmel und Erden Gutes und Dir Wohlgefälliges geschehen ist und noch geschehen wird mit der Bitte, Du wollest die Unschuldigen erhalten, die Sünder bekehren, die Sterbenden erretten, die Armen Seelen erlösen und uns allen die Gnade verleihen, daß wir Dich niemals mehr beleidigen, sondern Dir ganz wohlgefällig werden. Amen

         Vater unser . . . Gegrüßet . . . Ehre sei . . . Hochgelobt ...

           Das Kreuz des Göttlichen Herzens Jesu
Ich bete Dich an, mit dem heiligen Kreuz geschmücktes Herz Jesu, und bitte Dir ab die tiefste Schmach und Verachtung, die Du am Kreuz erduldet, und danke Dir für die unermeßlichen Opfer, welche Du an demselben für mich und für die ganze Welt dem himmlischen Vater dargebracht hast, ich opfere Dir auf alle Opfer, die Maria, die Mutter der Schmerzen und alle Heiligen und alle Menschen Dir jemals dargebracht haben und noch darbringen werden, und auch alle meine eigenen Opfer und bitte Dich demütig, Du wollest mir die Gnade verleihen, alle unsere Kreuze mit Mut, mit Standhaftigkeit und mit Freude zu tragen bis ans Ende unseres Lebens, damit wir mit Dir leben, mit Dir sterben und mit Dir in der Ewigkeit verherrlicht werden. Amen

         Vater unser . . . Gegrüßet . . . Ehre sei . . . Hochgelobt ...
 

        Das Bildnis des Göttlichen Herzens Jesu
Ich bete Dich an, o Göttliches Herz Jesu, daß Du die Flammen Deiner unermeßlichen Liebe nicht mehr in Dir verschließen noch verborgen halten kannst, sondern Dich selbst der ganzen Welt offenbaren willst und darum vor aller Augen im Bilde erscheinst. Ich danke Dir dafür und wünsche aus Dankbarkeit und Liebe, Dich der ganzen Welt bekannt zu machen, alle Herzen an Dich zu ziehen, alle Seelen mit Liebe zu Dir zu entflammen und so Deine heißeste Sehnsucht zu befriedigen. Verleihe uns doch allen die Gnade, daß diese wunderbaren Geheimnisse, die Du den Kleinen und Demütigen geoffenbart hast, allen bekannt, von allen gesucht und verehrt werden, damit alle in demselben ihr Heil und Rettung finden. Amen.

         Vater unser . . . Gegrüßet . . . Ehre sei . . . Hochgelobt ...
                       Imprimatur

Verheißungen unseres Herrn Jesus Christus an die hl. Margaretha Alacoque für die Verehrer seines Göttlichen Herzens
1. Alle werden mittels dieser liebenswürdigen Andacht alle für ihren Stand notwendige Hilfe finden.
Als übernatürliche Hilfe ist die Gnade ein Geschenk, das seinen Ursprung in der Güte Gottes hat. Sie läßt in unserer Seele eine zweite Natur entstehen. Der heilige Thomas von Aquin lehrt uns, daß „die Gnade eine gewisse Ähnlichkeit mit Gott schafft, an der der Mensch teilhat". Und an anderer Stelle: „Die erste Auswirkung der Gnade besteht darin, daß sie eine gewisse göttliche Form verleiht". Die Gnade macht uns Jesus
Christus ähnlich, und das kommt in der ganzen Persönlichkeit, in Gedanken, Worten und Werken zum Ausdruck. Stets im Stand der Gnade zu leben, wird durch die Andacht zum Heiligsten Herzen leicht gemacht. Die Gnaden sind nicht alle gleich. Sie sind jedem einzelnen in seinen Lebensumständen auf besondere Weise förderlich. Das Herz Jesu steht jedem bei. Das bedeutet Stand hier. Es gibt verschiedene Stände: Man ist verheiratet, man ist Priester, man ist Laie. Wir könnten auch von Lage sprechen, dann wird dies leichter verständlich: Das Heiligste Herz paßt seine Hilfe an die Lage an, in der sich ein jeder befindet. Seine Verehrer werden die Gnaden empfangen, die notwendig sind, um die Pflichten ihres jeweiligen Standes dort, wo sie sich gerade befinden, und gemäß der Form, in der sie leben, mit Vollkommenheit erfüllen zu können.

Jesus, sanft und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach Deinem Herzen.
2. Er wird ihren Familien den Frieden schenken. Er wird die getrennten Familien wieder vereinigen.
Wie viele Familienmütter haben schon erbittert ausgerufen: „Was ich mir auf dieser Welt am meisten wünsche, ist Friede für meine Familie. Dafür würde ich alles hergeben." Eine friedlose Familie ist eines der größten Übel. Sie wird von allen gemieden. Sie stellt das Gegenteil der natürlichen Ordnung dar, denn das Heim sollte eine Oase der Ruhe, ein Ort der Unterhaltung und der Erholung sein, von dem nur gutes Beispiel ausgeht. Hier erstrahlen die Worte des Heiligsten Herzens: Es verspricht Frieden, seine Wiederherstellung und Wahrung. Es sind vor allem die Leidenschaften (und nicht Krankheit und Unglück), die den Krieg in die Familien tragen. Und das beste (besser gesagt, das einzig wirksame) Mittel gegen seine sittlichen Ursachen ist die Tugend. Diese aber liegt im Gebet, im Vertrauen, in einer rechten Lebensweise. Und in der beständigen Zuflucht zum Herzen Jesu. Er hat versprochen, in den Familien seiner Verehrer den Frieden herzustellen und zu wahren. Das Heiligste Herz Jesu verspricht ihnen Gnaden, damit die Tugend im Hause regieren kann. Und das ist eine Voraussetzung für den Frieden. Und es wird ihn mit Hilfe von Gnaden bewahren, die die zerstörerischen Auswirkungen der schlechten Sitten verhindern.
Herz Jesu, König und Mitte aller Herzen, erbarme Dich unser!
3. In ihrer Not wird er sie trösten.
In unseren Tagen gehören Einsamkeit und Hilflosigkeit zu den schmerzlichsten Problemen. Wer kennt nicht Menschen, die allein in ihrer
Hilflosigkeit leben? Die umsonst um die Wärme einer Freundschaft, des menschlichen Kontakts, eines mitleidvollen Lächelns oder auch nur einer Geste der Sympathie betteln? Niemand nimmt sie zu sich. Angesichts dieser Lage gewinnt das vor so vielen Jahrzehnten gemachte Versprechen des Heiligsten Herzens heute eine ganz besondere Bedeutung. „Mein Sohn, du wirst nicht schutzlos sein." „Meine Tochter, in den schönsten und den schlimmsten Stunden deines Lebens werde ich an deiner Seite sein." Ihr, meine Kinder, werdet immer einen Platz haben, wo ihr in den Stürmen des Lebens Unterschlupf finden könnt. Versteckt euch in meinem Herzen." Diese Verheißung wirft eine Frage auf: „Wer ist ein Verehrer des Heiligsten Herzens?" Den Verehrer des Heiligsten Herzens erkennt man daran, daß er wirklich bereit ist, Jesus zu lieben. Er will das tun, was das Herz Jesu wünscht. Die Verehrung setzt sich aus inneren Akten und äußeren Werken zusammen. Die Mitte der wahren Verehrung aber liegt in der Seele.
Herz Jesu, Quelle allen Trostes, erbarme Dich unser!
4. Sie werden in diesem Herzen ihre Zuflucht im Leben, besonders aber in der Stunde des Todes finden. Wie süß ist das Sterben, nachdem man eine beständige Andacht zum Herzen dessen unterhalten hat, der uns richten wird. Die, welche dieses heilige Herz verehren, werden nie verloren gehen.
Diese Verheißung ist äußerst aktuell und nützlich. Sie bedenkt vor allem unseren Alltag. Die Verehrer des Herzens Jesu können bei Berufstätigkeit, Familienunterhalt, Erfolg im Studium und Kampf gegen Krankheiten mit dem reichen Segen des Herzens Jesu rechnen. Das
bedeutet, daß auf allen ihren Tätigkeiten das wohlwollende, väterliche Auge des Herzens Jesu ruhen wird. Doch die Verheißung geht noch darüber hinaus. Es gibt Familienväter, Berufstätige, Lehrer, die sich beharrlich darum bemühen, ihrer Berufung gerecht zu werden. Und doch
müssen sie einsehen, daß es ihnen nicht gelingt. Wenn sie sich jedoch vertrauensvoll an das Herz Jesu wenden, werden sie es schaffen. Für einen eiligen, oberflächlichen Blick mögen wir frei scheinen, und doch sind wir im Grunde nichts als Sklaven von Launen und Lastern, die uns Tag
und Nacht quälen. Wie gern möchten wir anders sein! Aber wir schaffen es nicht. Wenden wir uns an das Herz Jesu, auf daß es uns beistehe und Kraft gebe, damit wir den Berg abtragen können, der sich zwischen uns und unserem wahren Glück erhebt. Das Herz Jesu hat es uns versprochen. Und es wird uns zu Hilfe kommen.
Herz Jesu, reich für alle, die Dich anrufen, erbarme Dich unser!
5. Über alle ihre Unternehmungen wird er Segnungen ausgießen. Er wird sie in allen ihren Arbeiten unterstützen.
Diese Verheißung ist äußerst aktuell und nützlich. Sie bedenkt vor allem unseren Alltag. Die Verehrer des Herzens Jesu können bei
Berufstätigkeit, Familienunterhalt, Erfolg im Studium und Kampf gegen Krankheiten mit dem reichen Segen des Herzens Jesu rechnen. Das
bedeutet, daß auf allen ihren Tätigkeiten das wohlwollende, väterliche Auge des Herzens Jesu ruhen wird. Doch die Verheißung geht noch darüber hinaus. Es gibt Familienväter, Berufstätige, Lehrer, die sich beharrlich darum bemühen, ihrer Berufung gerecht zu werden. Und doch
müssen sie einsehen, daß es ihnen nicht gelingt. Wenn sie sich jedoch vertrauensvoll an das Herz Jesu wenden, werden sie es schaffen. Für einen eiligen, oberflächlichen Blick mögen wir frei scheinen, und doch sind wir im Grunde nichts als Sklaven von Launen und Lastern, die uns Tag
und Nacht quälen. Wie gern möchten wir anders sein! Aber wir schaffen es nicht. Wenden wir uns an das Herz Jesu, auf daß es uns beistehe und Kraft gebe, damit wir den Berg abtragen können, der sich zwischen uns und unserem wahren Glück erhebt. Das Herz Jesu hat es uns versprochen. Und es wird uns zu Hilfe kommen.
Herz Jesu, reich für alle, die Dich anrufen, erbarme Dich unser!
6. Ich hoffe, daß dieses göttliche Herz eine überfließende und unerschöpfliche Quelle von Barmherzigkeit und Gnaden werde..., um den gerechten Zorn Gottes für so viele Verbrechen zu besänftigen..., Gott wird im Hinblick auf die Liebe, die er zu diesem heiligen Herzen trägt, den Sündern verzeihen. Das heilige Herz ist wie eine Feste und ein sicherer Zufluchtsort für alle armen Sünder, die sich dorthin flüchten wollen, um der göttlichen Gerechtigkeit zu entgehen. Das heilige Herz ist allmächtig, um Barmherzigkeit zu erlangen.
Für einen Sünder (und wir alle sind Sünder) kann es keine tröstlicheren Worte geben. Das göttliche Herz ist wie eine reine Quelle, aus der
fortdauernd der Wunsch zu helfen, Verständnis, Barmherzigkeit und Verzeihung quellen. Und das gilt sogar für die schlimmsten Sünder, wenn
sie bereuen und sich demütigen. Der Evangelist Johannes ermahnt uns: „Meine Kindlein, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Hat
aber einer gesündigt, so haben wir einen Fürsprecher vor dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Er ist die Versöhnung für unsere
Sünden; doch nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt" (1 Joh 2,1-2). Wir dürfen nie vergessen, daß die Barmherzigkeit des Herzens Jesu ganz besonders im Bußsakrament ausgeübt wird, dessen wir uns möglichst oft bedienen sollten. Durch den
Priester, der mit der ihm von Christus verliehenen Kraft verzeiht, erweist das Herz Jesu jedem reuigen Sünder seine Liebe.
Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung, erbarme Dich unser!
7. Er hat mir versprochen..., die süße Salbung seiner brennenden Liebe über alle Gemeinden auszugießen, welche ihn verehren und sich unter seinen besonderen Schutz stellen werden: er wird die Züchtigungen seiner göttlichen Gerechtigkeit entfernen, um sie wieder eifrig zu machen,
wenn sie lau geworden sein sollten.
Dieser Punkt ist nicht nur für jeden persönlich von Bedeutung. Er ist auch für das Apostolat der Kirche von größter Wichtigkeit. Da die Kirche
unsere Mutter ist, sollte alles, was sie betrifft, auch uns ganz besonders angehen. Die Lauheit ist nicht allein eine Krankheit der Bösen oder
derer, die sich außerhalb der Kirche befinden und ihre Feinde sind. Sie befällt auch die Nächsten. Welche Krankheit ist für eine Mutter
wichtiger? Die Krankheit ihrer Kinder oder die von entfernteren Menschen? Die Lauheit bedroht auch die Eifrigen, denn es ist die Krankheit derer, die gern tugendhaft sein möchten, deren Wille jedoch schwach ist. Jeder Katholik sollte sorgfältigst den Gedanken vermeiden, daß er schon vollkommen genug sei. Nach den Worten des heiligen Alfons Maria de Liguori gibt es hauptsächlich fünf Mittel gegen die Lauheit: 1. den Wunsch, vollkommen zu sein; 2. den Beschluß, vollkommen zu werden; 3. die Meditation; 4. die häufige Kommunion; 5. das Gebet. Hier nun verspricht das Herz Jesu etwas Außerordentliches: Die Andacht zu ihm läßt die lauen Seelen eifrig werden. Damit werden sie die Stimmung in der Kirche verändern und die ganze Welt beeinflussen.
Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung, erbarme Dich unser!
8. Ich kenne keine andere Übung der Frömmigkeit, die imstande wäre, in kurzer Zeit eine Seele zur höchsten Vollkommenheit emporzuführen.
Diese Verheißung ist die Fortsetzung der vorherigen und ihre logische Ergänzung. Die eifrigen Seelen streben danach, in der Tugend zu wachsen. Der Rat des Evangeliums ist eindeutig: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist" (Mt 5,48). Die Heiligen streben mit Inbrunst nach höchster Vollkommenheit. Keine Anstrengung ist ihnen zu viel, wenn es darum geht, die sittliche Vollkommenheit, d. h. die
Heiligkeit, zu erreichen. Es liegt in der Natur des Menschen, vollkommen werden zu wollen. Wir könnten auch sagen: Der Mensch strebt seiner
Natur gemäß nach dem Glück. Der Wille kann aber auch falsche Güter erstreben, wie etwa Drogen, Ausschweifung, Verbrechen. Die Heiligkeit aber ist Tugend auf höchstem Niveau. Und sie bringt unschätzbare Güter mit sich. Sie bewahrt die Seele im Zustand der heiligmachenden Gnade und des inneren Friedens. Sie nährt den Menschen mit dem wahren Glück. Sie bringt unerschöpfliche Weisheit und inneren Reichtum
mit sich. Und das Herz Jesu verspricht jedem von uns seine besondere Hilfe, wenn wir uns auf diesen strahlenden Weg zur Heiligkeit, der
höchsten Form menschlicher Verwirklichung begeben wollen.
Herz Jesu, unser Friede und unsere Versöhnung, erbarme Dich unser!
9. Mein göttlicher Erlöser gab mir zu verstehen, daß alle, welche am Heile der Seelen arbeiten, die Gabe haben werden, auch die verhär- tetsten Herzen zu rühren; sie werden, falls sie nur selber eine zarte Andacht zu seinem heiligen Herzen pflegen, mit wunderbarem Erfolg arbeiten. Es genügt, das göttliche Herz bekannt zu machen und dann ihm die Sorge zu überlassen, die Herzen, die er sich vorbehalten hat, mit der Salbung seiner Gnade zu durchdringen: glücklich, wer zu dieser Zahl gehört!
Dies ist eine der tröstlichsten Verheißungen des Herzens Jesu. Die Statue des Heiligsten Herzens Jesu (für Abbildungen gilt dasselbe) nimmt in den Wünschen und Verheißungen unseres Herrn an die heilige Margaretha Maria einen ganz besonderen Platz ein. Jesus hat all denen große
Gnaden versprochen, die sein Bild im Geldbeutel oder in der Tasche mit sich tragen oder es in ihren Wohnungen, Büros, Klassenzimmern aufstellen oder aufhängen. In Schulen und Krankenhäusern können auch kleine Schreine aufgestellt werden. Das so ausgestellte und verehrte Bild wird für die Familie stets ein Zeichen des Schutzes und Quelle der Gnaden sein. Wenn in einem Haus das Herz Jesu steht, ist dies ein
spürbares Zeichen dafür, daß sein Reich in dieser kleinen Gesellschaftszelle zugegen ist. Und es wird sie gegen Angriffe von innen oder außen
verteidigen. Das Bild sollte in der Wohnung (oder wo auch immer ) eine Art Thron innehaben, von dem aus die jeweilige Gemeinschaft regiert wird. Seine Inthronisierung ist eine wichtige Etappe auf dem Wege zur Königsherrschaft Jesu Christi, die von der Familie ausgehen soll. Sie ist ein Schritt hin zur Herrschaft des Herzens Jesu in den Herzen der Menschen, in der Familie und in der ganzen Gesellschaft.
Herz Jesu. würdig allen Lobes, erbarme Dich unser!
10. Da er die Quelle allen Segens ist, so wird er diesen reichlich über alle Orte ausgießen, an denen das Bild dieses liebenswürdigen Herzens zur Liebe und Verehrung aufgestellt ist.
Für den gewöhnlichen Gläubigen feiert der Priester die Heilige Messe, predigt, hört Beichte, tauft, zelebriert Hochzeiten, begleitet zum Grab
und ist der Ratgeber in Stunden der Enttäuschung, des Zweifels und der Bedrängnis. Unter dem Gesichtspunkt seiner Bedeutung in der Kirche befindet sich der Priester im Herzen Jesu. Jean-Baptist Marie Vianney, der heilige Pfarrer von Ars und Schutzpatron der Pfarrer, hat
wahrhaft ergreifende Worte über den Priester geschrieben: „Was ist der Priester? Ein Mensch, der die Stelle Gottes einnimmt und die Macht
Gottes besitzt. Der Herr hat zu den Priestern gesagt, gehet hin, wie mein Vater mich gesandt hat, so sende ich euch. Wer euch hört, hört mich. Wer euch verachtet, verachtet mich. Ohne das Sakrament der Priesterweihe hätten wir nicht unseren Herrn in unserer Mitte. Der Priester verkörpert die Liebe Gottes." Diese Worte und ihre Lehre dürfen wir niemals aus den Augen verlieren. Sie werden uns auf dem rechten Weg halten und uns immer mehr für diese geliebten Söhne des Heiligen Herzens beten lassen.
Herz Jesu, Quell des Lebens und der Heiligkeit, erbarme Dich unser!
11. Er ließ mich viele Namen schauen, die darin (im heiligen Herzen) eingeschrieben waren wegen ihres Verlangens, seine Ehre zu fördern, darum wird er es nie gestatten, daß sie daraus getilgt werden. Er entdeckte mir Schätze von Liebe und Gnaden für die Personen, welche sich ihm weihen und hinopfern, damit sie ihm alle Ehre, Liebe und Verherrlichung verschaffen, die nur in ihrer Macht steht.
Wer auf Erden möchte nicht seinen Namen im Herzen eines mächtigen und wohlwollenden Freundes eingeschrieben wissen, nachdem er getan
hat, was jener am meisten wünschte? Das Herz Jesu ist unser Freund, der uns nahesteht und grenzenlos barmherzig ist. Er ist der Gottmensch, dessen Macht unendlich ist und der uns seine Dankbarkeit verspricht. Christus läßt sich nie an Großherzigkeit übertreffen. Die Einschreibung in das göttliche Herz bedeutet, daß er uns besonders liebt und für all unsere Bedürfnisse Sorge trägt, seien diese materieller oder geistiger Natur. Tun wir also, um was er uns bittet! Wir können seine Andacht verbreiten, indem wir zu Freunden, Freundinnen, Verwandten, im Klassenzimmer, bei der Arbeit oder in der Freizeit, kurz bei jeder Gelegenheit über sie sprechen. Wir können sein Bild verteilen, damit es die Menschen in ihren Geldbeuteln und ihren Taschen tragen oder zu Hause aufhängen. Doch sollten wir achtgeben, daß unser Einsatz für die Andacht zum Herzen Jesu nicht Gefahr läuft, oberflächlich zu werden. Damit unsere Bemühungen reiche Früchte tragen, sind nämlich unbedingt zwei Voraussetzungen erforderlich: 1. Unseren Verhältnissen entsprechend sollten wir gute Kenntnisse der dieser Andacht zu Grunde liegenden Lehre besitzen. 2. Wir müssen sie selbst mit Eifer üben.
Herz Jesu, voll Güte und Liebe, erbarme Dich unser!
12. Unser Herr spricht: „Im Übermaß meiner Barmherzigkeit verspreche ich dir, daß meine allmächtige Liebe all denen, welche neun Monate nacheinander am ersten Freitag kommunizieren, die Gnade der endlichen Bußfertigkeit gewähren wird; sie werden nicht in meiner Ungnade, noch ohne Sakramentenempfang sterben und mein Herz wird für sie eine sichere Zuflucht in dieser Stunde sein."
Diese Verheißung hat die heilige Margaretha Maria von unserem Herrn erhalten. Man nennt sie die „Große Verheißung". Und sie ist wirklich die größte von allen. Jesus hat zur heiligen Margaretha wörtlich gesagt: „Im Übermaß der Barmherzigkeit meines Herzens verspreche ich dir, daß ich allen, die an den ersten Freitagen von neun aufeinanderfolgenden Monaten würdig die heilige Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewähren werde. Sie werden nicht in Ungnade und ohne den Empfang der heiligen Sakramente sterben und in dieser letzten Stunde wird ihnen mein Herz eine sichere Zufluchtsstätte sein." Drei Elemente gehören also zur „Großen Verheißung": der Gegenstand, der Grund und die Bedingung. Der Hauptgegenstand der „Großen Verheißung" ist die Gnade eines bußfertigen Endes, das heißt, eines Todes im Stande der Gnade, und des ewigen Heils. Der Grund dafür ist die Barmherzigkeit des Herzens Jesu. Die Bedingung dafür ist die Übung des ununterbrochenen Kommunionempfangs an neun ersten Freitagen während neun aufeinanderfolgenden Monaten. Das aber setzt die Absicht voraus, beständig nach den Geboten Gottes zu leben. Die Gnade der Ausdauer bis zum Ende ist dennoch nicht Gegenstand des Verdienstes, sondern muß immer wieder in unseren Gebeten erfleht werden.
Herz Jesu. unser Leben und unsere Auferstehung, erbarme Dich unser!
Imprimatur

Gebet der hl. Gertrud von Helfta

Der Herr sagte der heiligen Gertrud, daß das folgende Gebet, jedesmal, wenn es gesprochen wird, tausend Seelen aus dem Fegefeuer befreit. Dieses Gebet wurde erweitert, um die lebenden Sünder einzuschließen und um entstandene Schulden schon zu Lebzeiten zu mindern:

Ewiger Vater, ich opfere Dir das höchst Kostbare Blut Deines Göttlichen Sohnes JESUS auf, zusammen mit allen heiligen Messen, die heute auf der ganzen Erde gefeiert werden, für alle Armen Seelen im Fegefeuer, für alle Sünder überall, für alle Sünder in der Weltkirche und diejenigen in meinem Hause und in meiner Familie. Amen.

IMPRIMATUR: Genehmigt und empfohlen, gez.: M. Kardinal Pahiarca, Lissabon, Portugal, dem 4. März 1936.
Barmherziger Jesus, wir vertrauen auf Dich, hab Erbarmen mit uns und der ganzen Welt.


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