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Gott wird als Kind zu Bethlehem geboren 

Christentum - das ist Jesus Christus, der wahre Gott, der wahrer Mensch wurde, um uns vom Tod ins Leben zu führen, aus der Hölle der Sünde zur Fülle des Glücks im Himmel.

Pater Mieczystaw Piotrowski SChr

Gott wird im Stall von Bethlehem als wehrloses Kind geboren, Er wird einer von uns, ein sterblicher Mensch. Auf diese Weise kam Gott in seiner ganzen Fülle in die menschliche Realität der Sünde und des Todes hinein, und als wahrer Mensch durchschritt Er alle Etappen des menschlichen Lebens: von der Empfängnis im Schoß Mariens bis zum Tod am Kreuz. Da es in Gott keine Vergangenheit und keine Zukunft gibt, sondern ein ewiges „Jetzt", hat sich der Sohn Gottes durch seine Fleischwerdung mit jedem Menschen verbunden. Er nahm aus der Lebensgeschichte jedes Menschen alle Sünden und Leiden auf sich, um in seinem Tod und seiner Auferstehung den Satan, den Tod und die Sünde endgültig zu besiegen. „Er hat unsere Krankheit getragen,... unsere Schmerzen auf sich geladen", Er hat die Schuld aller auf sich genommen (vgl. Jes 53,4-6), um uns zu erlösen. Dies tat Er aus reiner, selbstloser Liebe. Welch großen Wert und welche Würde muss jeder Mensch haben, da Gott selbst sich mit ihm im Geheimnis der Menschwerdung verbunden hat, da Er für ihn gestorben und auferstanden ist! Es ist Christus, der unaufhörlich daran erinnert, dass jeder Mensch in jeder Phase seines irdischen Lebens den gleichen Wert und die gleiche Würde hat - vom Moment der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Über die Würde des Menschen entscheidet diese seine Menschheit, mit der sich Christus verbunden hat, und nicht sein Intelligenzquotient, das Alter, die Hautfarbe, die gesellschaftliche Position oder die körperliche Leistungsfähigkeit. Jeder Mensch hat ein von Gott garantiertes Recht auf Leben sowie auf Gewissensfreiheit. Kein Parlament und kein Mensch kann dieses Göttliche Recht infragestellen. Es gibt also keine Rechtfertigung für Schwangerschaftsabbrüche oder Euthanasie. In diesen Fragen gibt es keine Ausnahmen - das menschliche Leben ist heilig. Die Tötung von Ungeborenen durch Abtreibung oder während der Invitro-Fertilisation, die Tötung von unheilbar Kranken durch Euthanasie, all das sind himmelschreiende Verbrechen. Der heilige Johannes Paul II. schrieb: „Abtreibung und Euthanasie sind also Verbrechen, die für rechtmäßig zu erklären sich kein menschliches Gesetz anmaßen kann. Gesetze dieser Art rufen nicht nur keine Verpflichtung für das Gewissen hervor, sondern erheben vielmehr die schwere und klare Verpflichtung, sich ihnen mit Hilfe des Einspruchs aus Gewissensgründen zu widersetzen" (Evangelium Vitae, 73).
Gott wird als wahrer Mensch in Bethlehem geboren und zerstört „die Werke des Teufels" (1 Joh 3,8), Er demaskiert die dämonische Lüge, man könne ohne Gott glücklich sein, indem man gegen seine Gebote und gegen sein Gesetz der Liebe lebt. Der fleischgewordene Gott sucht unaufhörlich nach in Sünden gefangenen Menschen, wie der gute Hirte nach dem verlorenen Schaf (vgl. Lk 15,1-7). Dies ist ein Bedürfnis seines liebenden väterlichen Göttlichen Herzens, denn jeder Mensch ist sein besonderes Eigentum, sein teuerstes, geliebtes Kind.

In der Wahrheit über Gottes Geburt leben
Wenn Jesus Christus in Bethlehem geboren wird, wenn Er „in sein Eigentum" kommt, dann wollen viele Ihn nicht aufnehmen (vgl. Joh 1,11). Sie sagen zu Jesus, Josef und Maria: „Es ist kein Platz da, ich will niemanden hereinlassen." Von Geburt an, sein ganzes irdisches Leben hindurch bis zu seinem Tod am Kreuz begegnen Jesus die Feindschaft und der Hass vieler Menschen. Jesus sagt: „Ohne Grund haben sie mich gehasst" (Joh 15,25). Auch heute wird Jesus Christus von vielen mit Gleichgültigkeit, Verachtung, Ablehnung oder geradezu mit Hass empfangen.
Wenn jemand das Gebet und die Sakramente geringschätzt, Schwangerschaftsabbrüche, In-Vitro-Zeugung, vorehelichen Geschlechtsverkehr, Ehebruch, Verhütung und Pornografie akzeptiert, dann lehnt er Jesus und seine Liebe dadurch ab und wählt die Hölle. Eine solche Haltung ist auch die Quelle der größten Unglücke und Tragödien schon hier auf Erden, sowohl auf individueller Ebene, als auch für ganze Völker. Jesus sagte zu Schwester Faustine: „Ehe die Zeit der Gerechtigkeit kommt, gebe ich der Menschheit eine Zeit der Barmherzigkeit", also eine Zeit der Umkehr. Wir wissen, dass nur Christus einen Sünder aus der entsetzlichen Sklaverei des Bösen befreien kann. Dieser muss sich jedoch durch den Glauben öffnen und das Geschenk der Barmherzigkeit Gottes annehmen. Er muss Jesus erlauben, ihn im Sakrament der Buße aus der Gefangenschaft der Sünden zu befreien und fähig zu machen, den Weg des Evangeliums zu gehen. Um im irdischen Leben den Weg der Bekehrung hin zur Fülle des Glücks im Himmel zu gehen, muss man folgende Bedingungen erfüllen:
1. Jeden Tag sein ganzes Leben Jesus durch Maria weihen. Mit Ihm im Gebet persönlichen Kontakt aufnehmen. Die Konsequenz dessen wird ein radikaler Bruch mit der Sünde sein, die Lossagung von allen Abhängigkeiten und Süchten: von Pornografie, sexueller Unzucht, Verhütung, jeglicher Art okkultistischer Praktiken, Alkoholismus, Drogensucht, Nikotinsucht, Fresssucht, vom Anschauen christenfeindlicher Fernsehsender, sowie vom Lesen von Boulevardblättern und Schundliteratur. Nach jedem schweren Sündenfall muss man sofort zur Beichte gehen, um immer in der heilig- machenden Gnade zu leben.
2. Wer das Gebet vernachlässigt, der verliert den Schatz des Glaubens. Daher muss man sich das Programm seiner täglichen Pflichten so einrichten, dass an erster Stelle immer das Gebet steht, am besten zu stets gleichen Tageszeiten: Ein Teil vom Rosenkranz, der Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit, die Lektüre und Meditation von Texten der Hl. Schrift, die regelmäßige Beichte (mindestens einmal im Monat) und die möglichst häufige Eucharistie.
3. Man muss immer allen alles verzeihen, niemandem gegenüber Groll hegen, für seine Feinde beten. Man muss den Leidenden, Kranken, Alten und Armen helfen und den in ihnen gegenwärtigen Christus sehen.
4. Seine Pflichten in der Arbeit, in der Schule und zu Hause so gut wie möglich erfüllen. Wenn es die Gesundheit und die Pflichten zulassen, dann sollte man Gott mittwochs und freitags ein Fasten bei Wasser und Brot aufopfern.
Nur in einem Menschen, der die Mühe eines Lebens nach den Grundsätzen des Evangeliums auf sich nimmt, der sich täglich dem Gebet widmet, der sich von jedem Sündenfall im Sakrament der Beichte erhebt und Jesus in der Eucharistie „als sein täglich Brot empfängt, (...) in dem erfüllt sich das Geheimnis von Gottes Geburt, das Wunder des Wortes Gottes, das Fleisch wird" (hl. Edith Stein).

(Quelle: "Liebet einander!" Nr. 4-2014, S. 4-6, Altenbergen)



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