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Gloria Polo, kolumbianische Zahnärztin, Lebe- und Modefrau,
wird 1995 im Alter von 36 Jahren von einem Blitz getroffen und liegt danach
schwer verletzt mehrere Tage im Koma. Während dieser Zeit findet sie
sich im Jenseits wieder, wo Gott ihr einen Spiegel vorhält. In einem
Lebensrückblick erkennt sie, auf was es wirklich ankommt.
Besonders intensiv war der Lebensrückblick Gloria Polos. Sie
wurde vom Blitz getroffen und hatte schwerste Verbrennungen am Körper.
Beim Lebensrückblick ... wurde ihr offenbart, wie ihr Glaube immer
schwächer geworden und sie nur noch aus Gewohnheit zur Kirche gegangen
war. Anstatt sich von Gott leiten zu lassen, hatte sie sich Modeerscheinungen
und weltlichen Strömungen ausgeliefert. Sie erkannte, dass ihr ihre
„ganze Wissenschaft, Gescheitheit und gesellschaftliche Stellung" nicht
das Geringste gebracht hatten und dass sie mit ihren schlechten Taten auch
die Menschen in ihrer Umgebung negativ beeinflusst und großen Schaden
verursacht hatte ... Sie erfuhr, wie sie sich durch verschiedenste schlechte
Taten mehr und mehr von Gott entfernt hatte und somit selbst schuld daran
war, dass sie ihn am Ende kaum noch spüren konnte. Sie hatte sich
ihr eigenes Gottesbild zurechtgelegt und rief nur dann zu Gott, wenn sie
in Not war. Mit nichts war sie zufrieden, immer wollte sie noch mehr haben.
Ihr Gott war das Geld und bei ihrem Lebensrückblick erkannte sie,
wie sehr ihr dieses geschadet und sie sich damit immer weiter von Gott
entfernt hatte. Ihr wurde vor Augen geführt, wie sie durch ihre aufreizende
Kleidung in anderen Begierde erweckt, wie sie Lebensmittel weggeworfen
hatte, während andere verhungern mussten, wie sie einmal beim Einkaufen
zu viel Geld herausbekommen, es aber aus Bequemlichkeit nicht zurückgegeben
hatte und die Verkäuferin und deren Familie daraufhin einige Tage
lang Hunger leiden mussten. Ihr Leben war egoistisch und nur auf den eigenen
Vorteil bedacht gewesen. Sie hatte selbst ein Kind abtreiben lassen und
mehrere Abtreibungen finanziell unterstützt. Jetzt sah sie, wie sehr
diese Kinder bei der Abtreibung gelitten hatten:„Wenn man so ein Baby tötet,
schreit es so sehr, dass der ganze Himmel erzittert und erbebt." Nach dieser
Tat hatte sie jedes Empfinden dafür verloren, was schlecht ist.
Am Ende ihres Rückblickes wurde sie von Gott gefragt, was sie
aus den Talenten gemacht habe, die er ihr gegeben hatte. Sie erkannte,
dass es ihr Auftrag gewesen wäre, „das,Reich der Liebe', das,Reich
Gottes", zu verteidigen und zu vergrößern", und dass sie dabei
kläglich versagt hatte. Sie erkannte, dass ihr viel gegeben worden
war und nun viel verlangt werden würde ... Immer wieder sprach Gott
sie darauf an, wie sehr sie es an Liebe mangeln lassen hatte und wie sehr
ihre Mitmenschen und auch er selbst darunter litten. Gott zeigte ihr auch,
welche Kraft in den Sakramenten der Kirche liegt und wie sehr ihr diese
hätten helfen können, wenn sie nur daran geglaubt und sie von
Herzen empfangen hätte. Sie erkannte, welch große Macht das
Gebet hat, welche Kraft und Vergebung die Beichte schenkt und wie wertvoll
eine heilige Messe ist. Sie erkannte, dass Jesus selbst in der Messe gegenwärtig
ist, dass Brot und Wein wahrhaft in seinen Leib und sein Blut umgewandelt
werden, dass„die Eucharistie ein offenes Tor zum Himmel ist". Dass sie
trotz all ihrer Vergehen eine zweite Chance bekam und noch einmal ins Leben
zurückkehren durfte, lag, wie ihr kurz vor ihrer Rückkehr gezeigt
wurde, einzig am Gebet der vielen Menschen, die Mitleid mit ihr hatten
und Gott voll ehrlicher Anteilnahme und selbstloser Liebe baten, ihr zu
helfen. Diese Gebete sah sie wie tausend Flammen voller Liebe zum Himmel
emporsteigen. Für Gloria Polo war der Lebensrückblick zu einem
Segen geworden. Sie erkannte, was sie in ihrem Leben falsch gemacht hatte,
und auch, was richtig gewesen wäre. Doch gerade dadurch bekam sie
auch eine große Verantwortung. Ihre zweite Chance muss sie nutzen
und ein besseres Leben führen als zuvor, um dann einst im Himmel ihr
Glück zu finden und beim nächsten Lebensrückblick besser
abzuschneiden.
Aus „Sprosse für Sprosse dem Leben entgegen"
von Regina Maria Stellner
(Quelle: "PUR spezial"
Nr. 4-2016, S. 16f., Kisslegg - LINK: fatima-aktion.de)
Wie hat Sie die Auseinandersetzung mit dem Thema persönlich verändert? Regina Maria Stellner: Ich versuche, mein Leben mehr in der Liebe zu leben. Denn durch Berichte über Nahtoderfahrungen wird einem eines ganz besonders klar: Die gelebte Liebe ist das, was vor Gott von allergrößter Bedeutung ist. Und ich mache mir mehr Gedanken über das, was ich mache, denke und sage, denn mir wurde bewusst, dass nichts ohne Folgen bleibt und dass vor Gott sogar unsere Gedanken eine Rolle spielen.
Hat es Ihren Glauben beeinflusst? Regina Maria Stellner: Ja, auf jeden Fall. Es hat mich bestärkt in der Überzeugung, dass es den Himmel wirklich gibt und dass ich dort die Menschen wiedersehe, die ich liebe. Und ich erkannte, dass sich im Endeffekt alles darum dreht, dass wir einmal dorthin kommen: in den Himmel, wo wir uns in der Gegenwart Gottes unendlich geliebt fühlen und für immer glücklich sind. Außerdem wurde mir bewusst, dass jeder Mensch nur eine gewisse Lebensspanne hat, in der er eine Aufgabe zu erfüllen hat. Bei manchen ist diese sehr kurz, bei anderen sehr lang. Aber jeder sollte aus der Zeit, die er hat, das Beste machen.
Wie beeinflussen Nahtoderlebnisse in der Regel
das religiöse Denken von Menschen, denen solche Erlebnisse widerfahren
sind?
Regina Maria Stellner:
Das kommt immer darauf an, was sie gesehen haben, denn jede Nahtoderfahrung
ist ein wenig anders. Manche Menschen hatten „nur" eine sogenannte Außerkörperlichkeitserfahrung,
bei der sie sich selbst von außen sahen, andere begegneten Jesus,
ihrem Schutzengel, Verstorbenen und „dem Licht". Aber in einem sind sich
so gut wie alle einig: Nach dem Tod geht es weiter. Die allermeisten glauben
nach einer solchen Erfahrung an Gott, die, die Jesus sahen, glauben natürlich
an Jesus und alle, die Verstorbene trafen, sind sich sicher, dass diese
im Jenseits auf sie warten. Manche Menschen haben auch einen sogenannten
Lebensrückblick. Ihnen wird dabei gezeigt, dass die Liebe der Maßstab
ist, an dem alles gemessen wird. Folglich bemühen sie sich nach der
Nahtoderfahrung darum, ihr Leben in der Liebe zu Gott und den Mitmenschen
zu leben.
Wie Sie gerade erwähnt haben, berichten
Menschen auch von Begegnungen mit Jesus im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen.
Wie beurteilen Sie das? Regina Maria Stellner:
Ich denke, dass sie wirklich Jesus gesehen haben. Warum auch nicht?
Besonders überzeugend finde ich es, wenn
gerade Angehörige anderer Religionen, wie zum Beispiel Juden oder
auch Muslime, von einer Begegnung mit Jesus berichten. Warum sollten sie
so etwas erfinden? Ich glaube nicht, dass sie ausgerechnet Jesus im Jenseits
begegnen wollen.
Trotzdem hört man immer wieder den Vorwurf,
die Beschäftigung mit der Thematik Nahtoderfahrung sei esoterisches
Treiben. Ist da was dran? Regina Maria Stellner:
Meiner Meinung nach nicht. Eine Nahtoderfahrung überkommt Menschen
plötzlich, sie wird nicht bewusst herbeigeführt. Und das, was
die Menschen dabei erleben, hat nichts mit Esoterik zu tun. Ich denke,
solche Erfahrungen sind Geschenke Gottes an uns Menschen, die uns im Glauben
stärken, uns Zuversicht und Trost schenken und uns dazu auffordern
sollen, bewusster zu leben.
Andere Kritiker behaupten, Nahtoderfahrungen
seien neurologische Vorgänge oder Inszenierungen des Gehirns, die
mit der Realität nichts zu tun hätten. Was sagen Sie dazu?
Regina Maria Stellner:
Im Rahmen der Nahtoderfahrungen passieren viele ungewöhnliche Dinge,
die nicht als „neurologische Vorgänge" abzutun sind. So können
blinde Menschen während einer solchen Erfahrung sehen. Andere verlassen
mit ihrem spirituellen Körper den Raum, in dem sich ihr lebloser Körper
befindet und begeben sich an weiter entfernte Orte. Später berichten
sie dann detailgetreu, was sich dort ereignet hat.
Es gibt auch Berichte von Menschen, die vor
der Nahtoderfahrung an einer unheilbaren Krankheit litten und danach von
dieser geheilt waren. Meiner Meinung nach ist es unglaubwürdig, das
alles auf eine „Inszenierungen des Gehirns" zurückzuführen.
Warum fallen Nahtoderfahrungen zum Teil so unterschiedlich aus? Die meisten haben dabei eine äußerst positive Wahrnehmung, aber es gibt auch Menschen, die schreckliche Dinge erleben. Regina Maria Stellner: Warum manche nur Positives, andere hingegen nur Negatives oder auch beides erleben, kann ich nicht genau sagen. Ich denke, dass Gott schon weiß, was für den Einzelnen wichtig ist und ihm am meisten bringt. Tatsache ist, dass es bei denen, die etwas Negatives sehen, zu den größten Veränderungen kommt. Diese Menschen setzen sich danach mit mehr Leidenschaft für die Mitmenschen ein als andere und bemühen sich auch in anderen Bereichen mehr darum, ein „gutes Leben" zu führen.
Nach der Tradition der Katholischen Kirche
gibt es Himmel, Hölle und Fegefeuer. Lässt sich dieser Glaube
aufgrund von Nahtoderfahrungen begründen? Regina
Maria Stellner: Auf jeden Fall! Es gibt Menschen,
die berichten, eine himmlische Landschaft gesehen zu haben, in der eine
Atmosphäre tiefen Friedens herrschte. Andere sind sich sicher, in
der Hölle gewesen zu sein und berichten vom Teufel und weiteren dämonischen
Wesen.
Und auch die Verstorbenen, die während
Nahtoderfahrungen gesehen werden, werden unterschiedlich beschrieben: Manche
sagen, dass sie wunderschön sind und vor Glück strahlen, andere
beschreiben sie als leidend und hässlich. Wieder andere berichten
von Verstorbenen, die ziellos umherirren und den Weg noch nicht gefunden
haben. Das entspricht durchaus der Lehre der Kirche, die vom Himmel, der
Hölle und dem Fegefeuer spricht.
Seit Jahrhunderten gibt es viele Berichte von
heiligen, seligen oder frommen Menschen, die von Begegnungen mit Verstorbenen
aus dem Fegefeuer berichten. Sehen Sie da einen Zusammenhang mit den Erfahrungen,
die manche bei Nahtoderlebnissen mit verstorbenen Angehörigen machen?
Regina Maria Stellner:
Ein Unterschied ist, dass Menschen sich während einer Nahtoderfahrung
in einem „außergewöhnlichen Bewusstseinszustand" befinden, wohingegen
der Bewusstseinszustand anderer Menschen, denen Verstorbene begegnen, sozusagen
„normal" ist.
Dazu kommt, dass heilige, selige und andere
fromme Menschen in der Regel dazu von Verstorbenen aufgesucht werden, dass
sie für diese beten. Das heißt die Verstorbenen dürfen
sich eigens zu diesem Zweck zeigen. Menschen, die eine Nahtoderfahrung
haben, berichten nur selten davon, von den Verstorbenen ums Gebet gebeten
worden zu sein - wobei auch das vorkommt.
Kann man sagen, es ist grundsätzlich gut
für einen Menschen, wenn er eine Nahtoderfahrung macht, oder können
wir froh sein, wenn uns das erspart bleibt? Regina
Maria Stellner: Ich denke schon, dass es grundsätzlich
gut ist, eine solche Erfahrung zu machen. Man sieht das Leben danach mit
anderen Augen und man hat eine Ahnung davon, was einen im Jenseits erwartet.
Manche werden durch eine solche Erfahrung sogar richtig „wachgerüttelt"
und ändern danach vieles in ihrem Leben.
Ich muss aber auch sagen, dass ich von einigen
gelesen habe, die es im Nachhinein nicht gerade leicht hatten - manche
litten auch sehr darunter, dass sie weiterleben mussten und nicht im Jenseits
bleiben durften, wo sie so glücklich waren wie nie zuvor.
Welcher Bericht über Nahtoderlebnisse
war für Sie der beeindruckendste? Regina
Maria Stellner: Das ist gar nicht so leicht
zu beantworten, denn mich haben viele sehr beeindruckt. Am deutlichsten
blieb mir der Bericht einer Frau in Erinnerung, die kurz nach der Nahtoderfahrung
ihr neugeborenes Kind verloren hatte. Ein paar Jahre später starben
auch noch ihr Mann und ihr ältester Sohn. Trotzdem verzweifelte sie
nicht, sie machte Gott auch keine Vorwürfe, da sie sich sicher war,
sie alle im Jenseits wiederzusehen. Für sie war die Zeit der Trennung
nur von sehr kurzer Dauer, gemessen an der Ewigkeit, die sie mit ihren
Liebsten verbringen würde. Der Glaube dieser Frau, der mit Sicherheit
ihrer Nahtoderfahrung zu verdanken ist, hat mich sehr bewegt. (Quelle:
"PUR spezial" Nr. 4-2016, S. 9-13f., Kisslegg -
LINK: fatima-aktion.de)