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Die heilige Mutter Kirche möchte uns wie eine liebende Mutter
zu einem tieferen Verständnis unserer Erlösung und in eine tiefere
Vereinigung mit ihrem Sohn führen. Denn Christus ist unser Leben,
und wenn wir ihn kennen, dann kennen wir uns selbst. In Jesus Christus,
dem Gottmenschen, finden wir unser eigenes Wesen, denn wir wurden nach
dem Bild Gottes erschaffen. Deshalb können wir nur in ihm, aber nicht
außerhalb von ihm unser Glück finden, für Zeit und Ewigkeit.
Anlässlich der beginnenden Fastenzeit möchte ich Sie,
lieber Leser, auf das neue Buch aufmerksam machen, das im April erscheinen
wird: „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen
Willens". Die Gottesmutter offenbarte Luisa
Piccarreta, wie der Göttliche Wille in ihrem Inneren
gewirkt hatte. Luisa durfte ganz neue Dinge erfahren, die kein Heiliger
vor ihr noch gehört hatte - so konnte sie die Gottesmutter innerlich
nachahmen. Sie schrieb die Lehren der Himmelskönigin nieder, damit
auch wir an der Hand Marias lernen können, im Reich des Göttlichen
Willens auf die vollkommenste Weise zu leben. Sagte nicht Jesus: „Seid
vollkommen wie euer Vater im Himmel vollkommen ist"?
Jesus und Maria wollten freiwillig leiden, und zwar ihr ganzes Leben
lang. Denn sie wussten, wie fruchtbar das Leiden zum Heil der ganzen Menschheit
ist. Dabei waren sie nicht unglücklich, denn sie sahen unzählige
Seelen, die dadurch das ewige Heil erlangen würden. Sie hatten keine
Angst vor dem Leiden. Denn nicht die Leiden sind es, die uns unglücklich
machen, sondern wir sind unglücklich, weil uns etwas in der Liebe
zu Gott fehlt... Die Gottesmutter zeigt uns, wie wir sie nachahmen und
auch unsere Leiden für die ganze Menschheit fruchtbar machen können.
Die Liebe macht uns stark, selbst in den schwierigsten Momenten unseres
Lebens. Maria enthüllt, wie sie die Passion ihres Sohnes miterlebte,
ohne an Gott zu zweifeln oder gar zu verzweifeln. Sie erlebte jeden Augenblick
intensiv mit, anbetend, liebend, leidend - so auch die Geißelung:
„Mein liebstes Kind, ich hörte den Sturm der Schläge, die auf
den nackten Körper meines Sohnes niederprasselten. Ich hörte
den Spott, das satanische Lachen und die Schläge, die sie ihm auf
den Kopf gaben, als sie ihn mit Dornen krönten. Ich sah ihn, als Pilatus
ihn dem Volk zeigte, entstellt und unkenntlich. Meine Ohren wurden betäubt
von dem Geschrei: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!"
Nach dem grausamen Tod ihres Sohnes war sie bei seiner Auferstehung
gegenwärtig: „Mein Kind, o wie wünschte ich, dass du bei der
Auferstehung meines Sohnes dabeigewesen wärst!... Aus seiner Gottheit,
die mit seiner Seele vereint war, gingen Meere von Licht und bezaubernder
Schönheit hervor. ...Als Triumphator, der seine Macht ausübte,
befahl er seiner toten Menschheit, von neuem die Seele zu empfangen und
triumphierend und glorreich zum unsterblichen Leben aufzuerstehen. Welch
ein feierlicher Akt! Mein lieber Jesus triumphierte über den Tod,
indem er sprach: „Tod, du wirst kein Tod mehr sein, sondern Leben! Mit
diesem Akt des Triumphs besiegelte er die Wahrheit, dass er Mensch und
Gott war. Und mit seiner Auferstehung bestätigte er seine Lehre, die
Wunder, das Leben der Sakramente und das ganze Leben der Kirche. ... Gleichzeitig
legte er auch Kraft seiner Auferstehung den Samen zur ewigen Herrlichkeit
in die menschlichen Körper. Mein Kind, die Auferstehung meines Sohnes
umfasst alles. Sie sagt alles. Sie bestätigt alles. Sie ist der feierlichste
Akt, den er aus Liebe zu den Geschöpfen tat."
Mögen auch wir Jesus in seinem Leiden und in seiner Auferstehung
betend, dankend und liebend begleiten! So wünsche ich Ihnen eine gesegnete
Fastenzeit und auch den gnadenreichen Empfang der österlichen Sakramente.
Dr. G. Pflügl
(Quelle: "Erneuerung
in Christus", Heft Nr. 3/4 -2017, S. 5 , Gaming)
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