. Buchvorstellung:
Bekehrung: Wie ich eine Verehrerin der Muttergottes von Fatima wurde

Wie ich eine Verehrerin der Muttergottes von Fatima wurde
(Von Käthe Machado de Faria e Maia (Ponta Delgado)

Nach dem Tode meines Mannes, der Portugiese war, wurde ich mit meinem fünfjährigen Töchterchen von meinen Portugiesischen Verwandten aufgefordert, nach Portugal zu kommen, damit das Kind die Sprache des Vaters erlernen könne. Ich folgte der Einladung und lebte nun in der Familie des Viscomte de Careiro in einem schönen Palais im Dourogebiet. Die Kusine meines Mannes hatte vier Kinder -fast im gleichen Alter wie mein Kind. Wir führten ein schönes Familienleben, und meine Margarida erlernte die portugiesische Sprache spielend leicht. In dieses harmonische Zusammenleben kam nun auch plötzlich ein großes Leid. Im ganzen Dourogebiet brach eine Typhusepidemie aus. Es war entsetzlich, wie der Tod die Menschen dahinraffte. Unser Palais schien verschont zu bleiben, bis eines Tages auch mein Kind von dieser schrecklichen Krankheit befallen wurde. Es mußte natürlich sofort isoliert werden und kam in ein abseits gelegenes Zimmer, das gleich neben der Hauskapelle lag. Krankenpfleger waren nicht mehr aufzutreiben, alle fürchteten die Ansteckung. So mußte ich mein Kind alleine pflegen; Tag und Nacht, aber Gott stärkte mich und ich hielt aus. Margaridas Zustand wurde immer schlimmer, und der Arzt gab sie auf.
In meiner Angst, das Kind zu verlieren, ließ ich einen Arzt aus Paris kommen. Es war ein junger aber berühmter Arzt. Meine Kusine sagte mir, sie halte eine neuntägige Andacht zur Fatima-Muttergottes mit den Kindern, die noch verschont geblieben waren. Sie empfahl mir mitzubeten. Ich antwortete, daß die Fatima-Mutter nicht bekannt sei, ich wolle aber mitbeten in der kleinen Hauskapelle neben dem Krankenzimmer, wo eine schöne Statue der „Nossa Senhora de Fatima" stand. Mit meinem Kind ging es zu Ende; die Fingernägelchen waren schon blau, es nahm keine Flüssigkeit mehr zu sich und bewegte sich nicht mehr. Die beiden Ärzte hatten eine Aussprache mit mir und sagten, ich müsse mich fassen, sie wollten am anderen Morgen früh bei mir sein, sie glaubten kaum, daß das Kind noch die Nacht überstehe. In welcher Verfassung ich war, können Sie sich vorstellen. Meinen herzensguten Mann hatte ich schon verloren und nun auch noch mein einziges Kind, das Pfand seiner Liebe, hergeben? Nein, nein! In meiner Herzensnot lief ich in die anliegende Kapelle. Es war eine kalte Winternacht. Mit bloßen Knien warf ich mich auf die kalten Steinstufen des Altares und flehte: „Mutter von Fatima, alle sagen, daß du immer hilfst; zeige mir, daß es wahr ist, was die Menschen hier in Portugal von den Fatima-Wundern sagen, wirke auch ein Wunder an meinem Kinde; wenn es gesund wird, will ich es dir aufopfern und in die Cova von Iria bringen. Hilf, hilf, erhöre mein Gebet!" Lange lag ich noch auf den Knien, ich konnte nicht mehr, der Rücken schmerzte, die Müdigkeit übermannte mich. Ich öffnete die Tür zum Krankenzimmer - was sehe ich? Mein Kind tanzend im Bettchen und fragend: „Aber Mutti, wo warst du so lange? Ich habe Hunger, gib mir deutsche Blutwurst!" Ich wollte das Kind ins Bett legen, da ich dachte, es sei das Delirium, das meistens am Ende eintritt, aber die Kleine sagte: „Mutti, ich bin gesund, die Fatima-Mutter hat es mir doch gesagt." Ich bat meine Kusine, die beiden Ärzte zu benachrichtigen. Ich schwieg über das, was über Nacht geschehen war.
Die Ärzte waren schon unterwegs und brachten die Papiere für die Todesbestätigung mit, die sie mir später zeigten. Als sie ins Krankenzimmer kamen, begrüßte sie Margridchen freudig, und zum Hausarzt, der Freund des Hauses war, sagte sie: „Onkel Doktor, nun bekomme ich auch die Puppe, die Sie mir versprochen haben, wenn ich gesund würde. Ich will aufstehen und mit den Kindern spielen gehen. Ich bin ganz gesund, und die Muttergottes von Fatima hat es mir gesagt, als Mutti mich so lange allein gelassen hat." Die Ärzte schauten mich an, sahen zu dem Kinde und wußten nicht, was sie zu alledem sagen sollten. Der alte Hausarzt sagte scharf: „Sie müssen sprechen, was ist diese Nacht hier geschehen? Haben Sie eine Zauberhexe kommen lassen?" Ich war entrüstet über diese Frage und antwortete: Herr Doktor, wie können Sie von einer Deutschen so etwas erwarten! Ihre Landsleute sind ja dumm genug, daran zu glauben." Er bat mich jetzt energisch um Aufschluß, was die Nacht im Krankenzimmer vorgegangen sei. Ich sagte: „Wenn Sie ein gläubiger Katholik sind, will ich alles erzählen." Erst aber legte er dem Kind den Fiebermesser an, zog ihn hervor und zeigte das Thermometer dem Pariser Arzt: 36,5 - normal; sie wiederholten das Messen -tatsächlich normal. „Ihr Kind, das für menschliche Begriffe dem Tode nahe war, ist vollkommen gesund, und sein Heißhunger darf gestillt werden." Aber deutsche Blutwurst konnte ich j a nun nicht herzaubern.
Ich mußte nun alles erzählen. Der alte Arzt schluchzte in einem fort und rief: „Ein großes Wunder ist hier geschehen." Er kniete am Bettchen des Kindes nieder, nahm seine Hände in die seinen und sagte: „Laßt uns ein Dankgebet zur Muttergottes von Fatima sprechen." Der Pariser Arzt blieb steif im Hintergrund stehen. Der alte Arzt wandte sich an ihn und sagte: „Herr Kollege, äußern Sie sich! Was sagen
Sie dazu?" Er entgegnete kalt und nüchtern: „Ich glaube nicht an Wunder!" „Dann bitte geben Sie eine Erklärung für diesen außergewöhnlichen Fall und die plötzliche Heilung des todkranken Kindes." Er blieb noch eine Weile stumm. Dann stürzte er an das Kinderbettchen, nahm mein Kind laut schluchzend in seine Arme und sagte: „Mein Kind, die Muttergottes von Fatima hat hier zwei Wunder gewirkt: Sie hat dich vom leiblichen Tode errettet und mich vom Tode der Seele, denn ich war ein Atheist - und kein geringer. Nun bin ich ein Gläubiger und werde in Paris über Fatima sprechen und auch schreiben." Der alte Arzt ließ diese Begebenheit in der Fatimazeitung mit Unterschrift der beiden Ärzte veröffentlichen.
Wie versprochen brachte ich Margarida nach Fatima. Es war an einem Wintertag. Wir fuhren per Auto von Leiria aus dorthin. Die Fahrt war sehr beschwerlich, da in dem strömenden Regen die sandigen Wege aufgeweicht waren. Es gab zu dieser Zeit noch keine Autostraße dorthin. Zum Schluß mußten wir ohne Weg über den rasenbedeckten Berggipfel fahren. Ich zweifelte, ob wir an unserem Ziel ankommen würden, aber der Chauffeur wußte Bescheid, da er schon des öfteren Wallfahrer dorthin gefahren hatte. Wir waren die einzigen Pilger, was ich sehr begrüßte. So konnte ich meiner Ergriffenheit freien Lauf lassen und brauchte meine Tränen nicht zu verbergen, als ich mein Kind in tiefster Dankbarkeit vor der wunderbaren Muttergottes-Statue niederknien ließ, die an dem Gnadenort steht, wo Unsere Liebe Frau auf einer Steineiche den Kindern erschienen ist. Jetzt erhebt sich ja die große Kathedrale weithin sichtbar in der Mulde von Iria. Ich war nun schon dreimal in Fatima und immer war es ein tiefes mystisches Erlebnis für mich. Jeden 13. des Monats ist ein besonderer Feiertag für mich.
Mein Kind heiratete einen Portugiesen, der ein großer Verehrer der Senhora von Fatima ist. Drei meiner Enkelkinder sind jeweils an einem 13. des Monats geboren. In Deutschland hielt ich an jedem 13. des Monats eine Fatima-Andacht in meinem Hause, an der viele Verwandte und Bekannte teilnahmen und so auch die Muttergottes von Fatima kennen lernten. Selbst Protestanten erschienen regelmäßig zur Andacht, bis der letzte Krieg ausbrach, und ich mit meinem Kinde in die Heimat meines verstorbenen Mannes reiste, hierher nach Ponta Delgada auf die Azoren, wo ich noch Länderbesitz habe. Meine Tochter lebt glücklich verheiratet in Brasilien, Sao Paulo, und hat vier Kinder.
Mein Haus in Deutschland wurde durch Brandbomben ganz zerstört. In den Ruinen fand eine arme Nachbarin die Statue der Muttergottes vollkommen heil und brachte sie meinen Verwandten. Ein portugiesischer Priester sagte mir einmal: „Wenn die Muttergottes in Deutschland erscheinen würde, müßte sie ihre Visitenkarte mitbringen, damit sie empfangen würde." Sehr bezeichnend für meine allzu kritischen, stets angriffslustigen Landsleute! Es wäre besser, die Kritiker stellten ihre Einwände über Fatima ein und benutzten ihre Intelligenz nicht zum Angriff gegen Fatima, sondern zur demütigen Annahme der von vielen Nationen anerkannten großen Weltmission Unserer Lieben Frau von Fatima! K.M.
Aus dem Buch „Seine Mutter meine Mutter" von Pfarrer A.M. Weigl, Sankt Grignon Verlag, 8262 Altötting, dzt. leider vergriffen.
(Quelle: St. Athansius Bote Nr. 35/Dez. 2018, S. 15-17, Mainburg)
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