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Die Berichte über die Auferstehung Jesu
in den Evangelien und in den Briefen des hl. Paulus ergänzen sich
gegenseitig und widersprechen sich nicht. In Anlehnung an diese Schilderungen
erhalten wir eine authentische Überlieferung der Wahrheit über
die Auferstehung Christi und Seine Begegnungen mit den Aposteln und Jüngern.
Die Überlieferung der Wahrheit über
die Auferstehung Christi ist klar und einfach: Jesus starb unter schrecklichen
Leiden am Kreuz, wurde ins Grab gelegt und ist am dritten Tag auferstanden.
Nach Seiner Auferstehung erschien Er vielen Menschen, die zu Zeugen davon
wurden, dass Er lebt.
Zeugen des Auferstandenen
Die Apostel und Jünger Jesu waren zunächst Zeugen seines
grausamen Leidens und Todes am Kreuz. Dies war eine schockierende Erfahrung
für sie, die bewirkte, dass sie jegliche Hoffnung verloren. Vor dem
Begräbnis wurde der Leib Jesu einbalsamiert und in Leinentücher
gewickelt. Wir wissen, dass zum Einbalsamieren etwa 30 kg Myrrhe und Aloe
verwendet wurden (Joh 19,29-40). Danach wurde der wie ein Kokon eingewickelte
Leib Jesu in ein neues, in Felsen gehauenes Grab gelegt (Mt 27,60). Der
Eingang zum Grab Jesu wurde mit einem mächtigen Stein verschlossen
(Mk 16,4), der an die zwei Tonnen gewogen haben dürfte, und dann mit
dem Siegel der römischen Machthaber verplombt. Zusätzlich sandte
Pilatus auf Wunsch der jüdischen Anführer einen Trupp Soldaten,
damit sie das Grab bewachten.
Die außergewöhnliche, übernatürliche Auferstehung
geschah mitten in der Nacht; niemand sah, wie sie passierte. Der mächtige
Felsen wurde weggeschoben, die Siegel gebrochen, und die entsetzten Soldaten
flohen. Als am frühen Morgen des ersten Wochentages die Frauen am
Grab ankamen, sahen sie, dass das Grab leer war. Erschrocken machten sie
kehrt und berichteten alles den Aposteln. Petrus und Johannes liefen sofort
zum Grab, in dem sie aber nur die Grabtücher Jesu erblickten. Als
Johannes sah, dass die Leinentücher unversehrt, aber innen leer waren,
glaubte er bereits an die Auferstehung Jesu. Selbst schrieb er viele Jahre
später darüber: „Er sah und glaubte" (Joh
20,8). Die unversehrte und gleichzeitig flache Form der Tücher
ließ den logischen Schluss zu: Niemand hat den Leib Jesu dort herausgeholt,
sondern er musste auf geheimnisvolle Weise das ihn umschließende
Linnen durchdrungen haben, und dies konnte nur im Moment der Auferstehung
geschehen sein. Auf dem Grabtuch, das bis in unsere Zeit erhalten geblieben
ist, hinterließ Jesus einen Abdruck Seines ganzen Leibes. Es ist
dies ein fotografisches Negativ; der Abdruck ist dreidimensional und -
so sagen die Wissenschaftler - durch die Ausstrahlung einer gewaltigen
Energie aus dem Inneren entstanden. Auch die Blutgerinnsel auf dem Grabtuch
sind intakt, es gibt also keinerlei Spuren eines Abreißens des Körpers
vom Leinentuch. Der Körper muss das ihn umgebende Grabtuch durchdrungen
haben.
Die im Dezember 2011 abgeschlossenen wissenschaftlichen Untersuchungen,
die fünf Jahre lang im Atomforschungszentrum in Frascati bei Rom durchgeführt
wurden, haben ergeben, dass die moderne Wissenschaft nicht imstande ist,
ein solches Abbild zu schaffen, wie es sich auf dem Grabruch von Turin
befindet. Die Forscher errechneten, dass der geheimnisvolle Energieblitz,
der zur Entstehung des Bildes auf dem Grabtuch geführt hat, eine Kraft
von nahezu 34 Billionen Watt ultravioletter Vakuumstrahlung gehabt haben
muss.
...
Im Moment der Auferstehung hinterließ Jesus auch ein Abbild
seines auferstehenden Antlitzes auf dem Byssustuch, das im Grab auf Seinen
Kopf gelegt worden war. Dieses wunderbare Abbild des Antlitzes Christi
befindet sich, wie wir bereits früher berichtet haben, in Manopello
(vgl. „Liebt einander!" Nr. 2-2008).
Der auferstandene Herr ist nur seinen Freunden erschienen. Er ist
nicht den Peinigern erschienen, die Ihn zum Tode verurteilt hatten, noch
der Menge, die vor Pilatus geschrien hatte, Er solle gekreuzigt werden.
Jesus wollte niemanden demütigen. Er offenbarte sich so, dass die
Menschen guten Willens sich davon überzeugen konnten, dass Er in demselben
Körper lebte, der nach dem Tod in Leinentücher gewickelt und
ins Grab gelegt worden war. Wenn Christus erscheint, zwingt Er niemanden,
sondern Er appelliert nur an den freien Willen jedes Menschen, an die Tatsache
Seiner Auferstehung zu glauben, das Geschenk Seiner barmherzigen Liebe
anzunehmen, die alle Sünden hinweg nimmt, und definitiv mit allem
Bösen zu brechen.
Die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus war für die Apostel
und Jünger etwas absolut Unerwartetes. Sie waren geschockt, als sie
Ihn nach der Auferstehung sahen, aber sie überzeugten sich schnell
davon, dass dies der gleiche Jesus war, den man gekreuzigt und ins Grab
gelegt hatte. Als sie mit Ihm sprachen, Ihn berührten, mit Ihm aßen,
als Er trotz verschlossener Türen zu ihnen hereinkam, als Er erschien
und verschwand, da erhielten sie die Gewissheit, dass dies immer noch ihr
Meister und Lehrer ist, aber bereits in verherrlichtem Leibe, in einer
anderen Dimension der Wirklichkeit; dass Er nicht der irdischen Welt angehört
und ein Leben lebt, das nicht dem Tod unterworfen ist.
„Seine Auferstehung bestätigt die wahre
Gottheit Jesu. Er hatte gesagt: »Wenn
ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich
bin« (Joh 8,28). Die Auferstehung
des Gekreuzigten beweist, dass er wirklich der »Ich bin«, der
Sohn Gottes, ja Gott selber ist" (KKK 653). Erst im Umgang mit dem auferstandenen
Jesus begriffen die Apostel und Jünger, dass Er Gott ist, der verheißene
Messias, in dem sich alle messianischen Verheißungen des Alten Testaments
erfüllten. Deshalb verkündeten sie mit außergewöhnlicher
Kraft und Mut und trotz grausamer Verfolgungen die freudige Wahrheit von
der Auferstehung Christi. Sie lehrten, dass Jesus wahrer Gott ist, der
in Seinem Leiden, Seinem Tod und Seiner Auferstehung unsere Erlösung
vollzogen hat. Jene, die dem auferstandenen Jesus begegnet waren, waren
sich der Tatsache seiner dermaßen sicher, dass kaum einer zögerte,
für die Verteidigung dieser Wahrheit den Märtyrertod zu sterben.
Elf Apostel haben ihr Leben für die Verkündigung dieser Wahrheit
hingegeben. Sie starben den Märtyrertod durch Kreuzigung, wie etwa
Petrus, Andreas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Philippus, Simon und
Bartholomäus. Matthäus und Jakobus, der Sohn des Zebedäus,
hingegen wurden durch das Schwert hingerichtet. Thomas wurde von einer
Lanze durchbohrt, Judas Thaddäus mit Pfeil und Bogen erschossen, und
Jakobus, ein Cousin Jesu, wurde gesteinigt. Nur der Apostel Johannes starb
eines natürlichen Todes in der Verbannung.
Es ist ein unfassbares Phänomen der Menschheitsgeschichte:
Trotz dauernder blutiger Verfolgungen verbreitete sich das Christentum
mit so unerhörter Kraft unter allen Gesellschaftsschichten, dass es
im Jahre 313 zur offiziell von den römischen Machthabern anerkannten
Religion wurde.
Was ist die Auferstehung Jesu?
Durch seine Auferstehung offenbarte Jesus, dass Er nicht nur der
durch Jahrhunderte hindurch angekündigte und von den Juden erwartete
Messias ist, sondern auch, dass Er wahrer Gott ist, der Sohn Gottes, der
„für uns Menschen und zu unserem Heil vom Himmel gekommen" ist, „Fleisch
angenommen" hat „durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria" und „Mensch
geworden" ist. Als wahrer Mensch und wahrer Gott hat Er alle Sünden
und Leiden aus der Geschichte der gesamten Menschheit hinweggenommen. In
Seinem Leiden, Seinem Tod und Seiner Auferstehung hat Er alles Böse
besiegt und dem menschlichen Leben, Leiden und Tod einen endgültigen
Sinn verliehen.
Durch die Auferstehung Christi wird das menschliche Leben auf Erden
zu einem Weg zum Himmel, nämlich immer dann, wenn der Mensch sich
selbst ganz Christus anvertraut und vollständig mit jedweder Sünde
bricht. Der auferstandene Christus eröffnet jedem Menschen die Perspektive
des ewigen Lebens, der Teilnahme an der Natur Gottes selbst, Er bietet
also eine völlig neue Art der Zukunft an. Der hl. Petrus schreibt:
„Durch sie [seine göttliche Macht] wurden uns
die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt,
damit ihr der verderblichen Begierde, die in der Welt herrscht, entflieht
und an der göttlichen Natur Anteil erhaltet" (2 Petr 1,4).
Im Augenblick der Auferstehung wurde die Menschheit Jesu, also Sein
wahrhaft menschlicher Leib und Seine menschliche Seele, die im Tod getrennt
worden waren, wieder vereint, und die Menschheit Jesu trat in eine vollkommen
neue, unsterbliche Dimension des Daseins ein. Die Zeugen, die dem Auferstandenen
begegnet sind, waren sich darüber im Klaren, dass dies eine gänzlich
neue Realität ist, die sie absolut übersteigt. Die Auferstehung
ist nicht die Wiederbelebung einer Leiche, so wie dies im Fall des Lazarus
gewesen war (Joh 11,1-44), oder bei der Tochter des Jairus (Mk 5,25-43),
und auch bei dem Jüngling aus Naim (Lk 7,11- 7). Das Leben des Lazarus
und der anderen Menschen, die von Jesus auferweckt wurden, endete eines
Tages definitiv mit dem Tod. Das Leben nach der Auferstehung hingegen dauert
ewig an. Nach Seiner Auferstehung hat Jesus einen echten Leib, „Fleisch
und Blut" (s. Lk 24,36-43), aber dieser Leib ist verherrlicht und
unterliegt nicht dem Gesetz des Todes. Der auferstandene Christus in Seinem
verherrlichten Leib ist außerhalb von Raum und Zeit, Er unterliegt
nicht den Beschränkungen der Materie, Er ist allgegenwärtig und
für alle Menschen als einzige Quelle der Göttlichen Barmherzigkeit
und des ewigen Lebens erreichbar. Der auferstandene Christus eröffnet
jedem Menschen eine wunderbare Zukunft, gibt uns allen die Möglichkeit,
an Seiner Auferstehung
teilzuhaben, an Seinem endgültigen Sieg über den Satan,
die Sünde und den Tod.
„Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt
worden als der Erste der Entschlafenen" (1 Kor 15,20), so schreibt
der hl. Paulus. Die Auferstehung Christi ist also ein Ereignis, das jeden
Menschen betrifft, denn es eröffnet allen die Möglichkeit, die
Vergebung der Sünden, das ewige Leben und die Auferstehung des Leibes
zu erlangen. „Jesus bindet den Glauben an die Auferstehung an Seine Person:
»Ich bin die Auferstehung und das Leben«
(Joh 11,25). Jesus selbst wird am Letzten Tag jene auferwecken,
die an ihn geglaubt [Joh 5,24-25], die seinen Leib gegessen und sein Blut
getrunken haben (Joh 6,54)" (KKK 994).
Wenn du glaubst, wirst du erlöst
werden
Die Auferstehung Christi ist eine Tatsache, durch die die Gemeinschaft
der Kirche entstanden ist; sie ist das Fundament, aus dem das Bauwerk des
ganzen christlichen Glaubens hervorgeht. Jesus Christus ist auferstanden
und ist bei uns „alle Tage bis zum Ende der Welt"
(Mt 28,20), in der Gemeinschaft Seiner Kirche, die Er selbst ins
Dasein rief. Es ist der auferstandene Jesus, der die Gemeinschaft der Katholischen
Kirche schafft, denn Er selbst ist das „Haupt [...]
über die Kirche [...]. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt,
der das All ganz und gar beherrscht" (Eph 1,22-23).
Die Katholische Kirche ist also
der größte Schatz für die ganze Menschheit
Kirche, das ist Christus und das sind wir alle: Sünder, die
Er, der auferstandene Herr, von den Fesseln der Sünde befreit und
heiligt, also reif macht für die Liebe und den Himmel.
„Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: »Jesus
ist der Herr« und in deinem Herzen glaubst: »Gott hat ihn von
den Toten auferweckt«, so wirst du gerettet werden" (Rom 10,9).
Jeder, der an Christus glaubt und Ihm vertraut, erfährt die Macht
Seiner Auferstehung in seinem Leben. Er erfährt das Wunder der Vergebung
aller seiner Sünden und erhält das Geschenk des ewigen Lebens
in den Sakramenten der Buße und der Eucharistie. Er wird zu einem
neuen Geschöpf in Christus (2 Kor 5,17).
Pater M. Piotrowski SChr
(Quelle: Auszug aus: "liebt einander",Nr. 1-2014, S. 6-9, Leinatal)