Maria Simma - Armenseelenmutter aus dem Großen Walsertal

Maria Simma war eine interessante Persönlichkeit, die vielen Menschen in Zeiten der Liberalisierung des Katholischen Glaubens in- und außerhalb der Kirche wichtige Anstöße für ein vertieftes Glaubensleben gegeben hat. Und dabei war sie sehr klein und kam aus einem abgelegenen Bergdorf auf über 1.000 Meter Seehöhe aus dem hinteren Großen Walsertal in Vorarlberg. Vorarlberg liegt im äußersten Westen Österreichs. Aber Gott erwählt oft sogar das buchstäblich Kleine um das Große zu beschämen.

Eindrücklich an der kleinen Frau waren ihre Geradlinigkeit, ihre Schlichtheit und Unauffälligkeit. Wenn es aber um Anliegen des Glaubens ging, dann fiel ihr energisches Auftreten auf. Den Katholischen Glauben auch in Fragen zu verteidigen, die man lieber nicht hört, forderte sie geradezu heraus. Die Existenz der jenseitigen Welt inklusive der Hölle und des Fegefeuers, die Sünde und die dafür verdienten Strafen, die Ehrfurcht vor Gott und der Glaube an das Altarssakrament, die Treue zur Katholischen Kirche und vieles andere wurden von Maria Simma immer aufs deutlichste verteidigt. Im Auftrag der Armen Seelen forderte sie von den Bischöfen ausdrücklich die Abschaffung der Handkommunion.

Das besondere Charisma von Maria Simma bestand aber darin, den Armen Seelen zu helfen, damit sie bald aus den Leiden des Fegefeuers erlöst werden. Maria Simma hatte in ihrer Kindheit und Jugend schon viel den Armen Seelen geholfen und für sie Ablässe gewonnen. Daß sie aber in dieser Hinsicht besonders begnadet sein sollte, hat sie in keiner Weise gesucht. Als das erstemal eine Arme Seele bei ihr um Hilfe anfragte, hatte sie mit einer fremden Person in ihrem Zimmer gerechnet und wollte sie stellen oder sie anpacken und griff dabei in die Luft.

Die mystische Begabung ist kein Honiglecken.
Maria Simma versuchte ihrem von Gott gegebenen Charisma treu zu sein und ihre Aufgabe so gut wie möglich zu erfüllen. Wer es nicht kennt, für den hat es vielleicht einen besonderen Reiz, sozusagen ein bißchen hinter den Vorhang der anderen Welt zu schauen. Es ist sehr eindrücklich, daß Maria Simma aber einmal die Armen Seelen zu den eigenen Angehörigen senden wollte. Das wurde von der anwesenden Armen Seele knapp und kurz zurückgewiesen. Zeitweise waren die Bitten der Armen Seelen so zahlreich, daß sie sich überfordert fühlte. Man muß berücksichtigen, daß Maria Simma auch körperlich Leiden, um die sie die Armen Seelen baten, auf sich nahm.
Für mich persönlich bedeutete die Wirksamkeit von Maria Simma, daß die Themen Himmel, Hölle, Fegefeuer oder die Frage, was nach dem Tod mit uns geschieht, im Glaubens- und Gebetsleben unserer Familie und Verwandtschaft immer präsent waren. Schon als kleines Kind habe ich öfters die Armen Seelen um ihre Hilfe angerufen. Meine Mutter hat für verschiedene verstorbene Verwandte und Bekannte bei Maria Simma angefragt und hat eigentlich auch immer Antwort bekommen. Auf dem Blatt, auf dem angefragt wurde, standen dann meistens die Anzahl der heiligen Messen, die man lesen lassen sollte. Mehr aber nicht. Aber für uns war die jenseitige Welt zwar verborgen, aber doch real und gegenwärtig.

Ich habe Frau Simma mehrmals persönlich erlebt und konnte auch persönlich mit ihr sprechen. Auffallend war vor allem ihre Bescheidenheit. Erst wenn sie gefragt wurde, hat sie aber dann sehr kurz und direkt eine Antwort gegeben. Sie hat von den Almosen und der Hilfe von ein paar Nachbarn gelebt. Ein paar Hühner nannte sie ihr eigen. Maria Simma rüttelte durch ihr Apostolat viele laue Katholiken auf und erinnerte sie daran, daß es einen Herrgott gibt, daß man ihn lieben soll. Sie erinnerte aber vor allem auch daran, daß unser Tun einmal von Gott geprüft und entweder belohnt aber oft auch schwer bestraft wird. Sie hat vor allem viele dazu bewogen, den Armen Seelen im Fegefeuer zu helfen. Mögen die geistlichen Werke der Barmherzigkeit mehr ernst genommen werden. Denn die Armen Seelen sind eigentlich die ärmeren Beter als jene auf der Straße. Wenn wir wüßten, wie dankbar sie für unsere Hilfe sind, dann würden wir viel mehr heilige Messen für sie lesen lassen, den Rosenkranz oder andere Gebete für sie verrichten, eifrig die vielen möglichen Ablässe gewinnen oder für sie Almosen geben.
(Quelle: Lebendiger Rosenkranz,  Rundbrief Nr. 8, Oktober 2020, S. 5-7, Gossau/CH)



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