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Liebe Brüder und Schwestern,
Am
31. Mai 2002 wurde der Welt eine außergewöhnlich freudvolle
Neuigkeit bekannt. Der Bischof von Haarlem-Amsterdam, Exzellenz Josef Maria
Punt, bestätigte in einem Schreiben die Authentizität der Amsterdamer
Botschaften. Viele marianische Bischöfe, Priester und Gläubige
der ganzen Welt dankten ihm dafür. Bischof Punt sagte in seiner Erklärung:
„In
Anbetracht all dieser Gutachten, Zeugnisse und Entwicklungen und nachdem
ich alles im Gebet und in theologischer Reflexion erwogen habe, führt
mich dies zur Feststellung, daß in den Erscheinungen von Amsterdam
ein übernatürlicher Ursprung vorliegt. ... Im Gegensatz zur Heiligen
Schrift ist eine Privatoffenbarung für das Gewissen des Gläubigen
nie bindend. Sie ist ein Hilfsmittel um die Zeichen der Zeit zu verstehen
und um das Evangelium in seiner Aktualität vollkommener zu leben (vgl.
Lk. 12.56; Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 67). Und die Zeichen
unserer Zeit sind dramatisch. Ich bin aufrichtig davon überzeugt,
daß die Verehrung der Frau aller Völker uns helfen kann, in
der Dramatik unserer Zeit den rechten Weg zu finden, den Weg hin zu einem
neuen besonderen Kommen des Heiligen Geistes, der allein die großen
Wunden unserer Zeit zu heilen vermag.“
Die Dringlichkeit der Botschaften von Amsterdam
In
Anbetracht der sehr dramatischen Situation, ... sieht man die unvergleichliche
Dringlichkeit und Bedeutsamkeit der Botschaften von Amsterdam. Die Mutter
aller Völker äußerte viele eindringliche Bitten. Als Katholiken
sollten wir diese Bitten in die Praxis unseres täglichen Lebens umsetzen
und so mithelfen eine neue Welt aufzubauen. Das wichtigste dabei ist unsere
eigene persönliche Bekehrung. Dies ist der einzige Weg dem Unheil,
welches uns alle bedroht, vorzubeugen. Schon vor 50 Jahren flehte die Mutter
uns an, „Hört doch auf meine Worte, die ich in dieser angstvollen
Zeit geben darf! ... Ihr wißt nicht, wie ernst und wie schwer diese
Zeit ist“ (8. Dezember 1952).
„Du
weißt nicht, was die Zukunft bringt“ (15. April 1951). „Wie mächtig
Satan regiert, weiß Gott allein“ (31. Mai 1955). „Alle Völker
seufzen unter dem Joch Satans“ (31. Dezember 1951). „Ihr
Völker, ich flehe euch an … die Frau fleht euch an, hört das
gut! Niemals hat die Mutter Gottes euch angefleht...“ (31. Mai 1955).
Maria
sagte uns dies schon vor 50 Jahren! Und wie viel mehr treffen diese Worte
auf unsere Zeit zu! Wir brauchen nur auf die alarmierende Verschlechterung
der Situation in Kirche und Welt zu blicken.
Echtheitsbeweise
Um
den übernatürlichen Ursprung der Botschaften von Amsterdam zu
zeigen, gab Gott zahllose faszinierende Echtheitsbeweise.
Die
Frau aller Völker sagte: „Die Zeichen liegen in meinen Worten“ (31.
Mai 1955 und 31. Mai 1957). „Es wird sich mit den Jahren herausstellen“
(3. Dezember 1949). Das heißt, daß sie Zeichen der Echtheit
gab, indem sie Ereignisse offenbarte, die sich oft erst viele Jahre später
erfüllen.
Gott
erlaubte der Seherin, auch Katastrophen zu sehen. Diese wurden aber nur
gegeben, damit das drohende Unheil um jeden Preis verhindert wird. Der
folgende Abschnitt aus der Amsterdamer Botschaften vom 26. Dezember 1947
nimmt Bezug auf die große drohende Gefahr eines Terroranschlages
mit chemischen oder biologischen Waffen, für Amerika und Europa. Die
Seherin Ida Peerdeman erzählt:
„Ich
sehe Amerika und Europa nebeneinander liegen. Dann sehe ich geschrieben
stehen: 'Wirtschaftskrieg, Boykott, Währungskrisen, Katastrophen.‘
Dann sehe ich abscheuliche Bilder von Menschen vor mir. Ich sehe Gesichter,
breite Gesichter, voll von gräßlichen Geschwüren. Es ist
wie eine Art Aussatz. Dann empfinde ich schreckliche, tödliche Krankheiten:
Cholera, Aussatz, alles, was diese Menschen durchmachen müssen.
Dann
ist das wieder weg und ich sehe um mich herum ganz kleine, schwarze Dinge
schweben. Ich versuche zu erfühlen was es ist, aber es geht nicht.
Es scheint mir ein sehr feiner Stoff zu sein. Ich kann mit den Augen nicht
unterscheiden, was es ist. Es ist, als müsse ich durch etwas durchblicken.
Darunter sehe ich jetzt sehr schöne, weiße Sichtfelder. Auf
diesen Feldern sehe ich die kleinen schwarzen Dinge, dann aber vergrößert
und es scheint, als würden sie leben. Ich kann es nicht gut beschreiben.
Ich frage die Frau: ,Sind es Bazillen?‘ Sie erwidert sehr ernst: ,Es ist
höllisch.‘
Dann
fühle ich mein Gesicht und meinen ganzen Leib anschwellen. Ich bekomme
meinem Gefühl nach ein ganz dickes Gesicht, und alles ist ganz steif
und geschwollen. Ich kann mich nicht bewegen. Ich höre die Frau sagen:
,Und sie sind dabei, das zu erfinden‘, und dann ganz leise: ,Der Russe,
aber auch die anderen.‘ Dann sagt sie mit Nachdruck: ,Völker, seid
gewarnt!‘“
Diese
Botschaft, die vor 56 Jahren gegeben wurde, hat heute mit Sicherheit eine
Bedeutung wie nie zuvor!
Das Gebet
Um
uns vor einem drohenden unheilvollen Krieg zu bewahren, gab die Frau aller
Völker ein mächtiges Gebet, das sie „ihr
Gebet“ nannte (31. Mai 1955).
Es ist ein Gebet für den Frieden in der Welt, ein Gebet um das Kommen
des Hl. Geistes, der allein der Welt den wahren Frieden geben kann.
Nur
einige Versprechen der Frau aller Völker für diejenigen, die
ihr Gebet beten: „Durch dieses Gebet wird
die Frau die Welt retten.“ (10. Mai 1953)
„Durch
dieses Gebet werden Verfall, Unheil und Krieg von dieser Welt abgewendet!“
(11. Oktober 1953) „Ihr wißt nicht, wie mächtig und wie bedeutsam
dieses Gebet bei Gott ist. Er wird seine Mutter erhören, weil sie
eure Fürsprecherin sein will.“ (31. Mai 1955) „Du kannst nicht ermessen,
welch großen Wert das haben wird. Du weißt nicht, was die Zukunft
bringt.“ (15. April 1951)
„....weil
sie von ihrem Herrn und Schöpfer gesandt ist, um unter diesem Titel
und durch dieses Gebet die Welt von einer großen Weltkatastrophe
befreien zu dürfen... Durch dieses Gebet wird die Frau die Welt retten.
Ich wiederhole dieses Versprechen nochmals!“ (10. Mai 1953) Welch wunderbares
Versprechen, daß sie die Welt von einer Weltkatastrophe befreien
wird. Heute verstehen wir vielleicht ein wenig besser, was diese große
Weltkatastrophe sein könnte.
Die weltweite Aktion
Das
Bild und das Gebet von Amsterdam sollen mit unserem ganzen pastoralen Einsatz
verbreitet werden, weil es die Herzen aller Nationen in friedvoller Weise
auf das dreifache Dogma vorbereitet. Deshalb sagt die Frau aller Völker,
„Dieses Bild soll vorausgehen. Dieses Bild muß in der ganzen Welt
verbreitet werden. Es ist die Deutung und die bildliche Darstellung des
neuen Dogmas.“ (8. Dezember 1952).
Aus
diesem Grund wünscht die Frau aller Völker, dass ihr Gebet in
vielen Sprachen und durch die modernen Mittel verbreitet werde. Die Frau
aller Völker bittet, ihr Bild und ihr Gebet als Geschenk allen Leuten
anzubieten ohne Ausnahme – Gläubigen sowie Ungläubigen - und
ihnen zu erklären, daß Maria auch ihre Mutter ist. Und die Mutter
aller Völker bittet uns, „Sorge dafür, dass es in der Welt, unter
allen Völkern, verbreitet wird! Sie alle haben ein Recht darauf. Ich
gebe dir die Versicherung, daß die Welt sich ändern wird.“ (29.
April 1951).
„Versteht
dies gut: Auch der Herr hatte Seine Mutter nötig, um zum Leben zu
kommen. Durch die Mutter kommt das Leben. Darum muß sie wieder in
eure Kirchen und unter die Völker zurückgebracht werden, und
ihr werdet das Aufblühen erleben.“ (Eucharistisches Erlebnis vom 25.
März 1973). „Geht mit großem Feuereifer an dieses Erlösungs-
und Friedenswerk, und ihr werdet das Wunder sehen!“ (1. April 1951)
Wenn
wir tun, um was Maria uns bittet, dann wird ein neues Pfingsten über
die Kirche und die ganze Welt kommen. Das versprach die Frau aller Völker
und die Nationen werden aufs Neue erleichtert aufatmen und in vollständigem
Frieden miteinander leben.
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KARDINÄLE
STARTEN WELTWEITEN DIALOG ÜBER MARIA
Am
1. Januar 2008 hat eine Gruppe von Kardinälen zur Überraschung
vieler Menschen das Startsignal für einen weltweiten Dialog gegeben,
um die Devotion an Maria in theologischer Hinsicht zu vertiefen. Sie bitten
alle Bischöfe der Welt, sich auszusprechen über den Platz Mariens
in Gottes Heilsplan und ob in ihren Augen ein fünftes Marianisches
Dogma wünschenswert wäre.
Der
Vorstand der Stiftung “Frau aller Völker” hat auch dem Bischof von
Haarlem-Amsterdam, S.E. Msgr. Jozef Maria Punt, diesbezüglich einige
Fragen vorgelegt.
INTERVIEW MIT BISCHOF JOZEF PUNT ÜBER AKTION DER KARDINÄLE
Monseigneur, Sie haben von einigen Kardinälen einen Brief empfangen an alle Bischöfe der Kirche, um sich über den Platz Mariens in Gottes Heilsplan auszusprechen. Sie plädieren für die offizielle kirchliche Proklamation Mariens als “die spirituelle Mutter aller Völker, Miterlöserin...Vermittlerin aller Gnaden...und Fürsprecherin... Unterstützen Sie diese Aktion?
Dem stehe ich sicherlich positiv gegenüber. Ihr Aufruf ist übrigens nicht neu, sondern baut weiter auf einer Überzeugung, die bereits sehr lange in der Kirche lebt. Alle diese Marianischen Titel, auch der Titel Miterlöserin, haben einen festen Platz in der kirchlichen Tradition. Wir finden sie bei Päpsten, Heiligen und Mystikern. Die heutige Aktion geht jedoch einen Schritt weiter, denn es geht um ein fünftes Marianisches Dogma. Bei manchen Leuten hat dieser Aufruf Verwunderung hervorgerufen. Dennoch ist ein solcher Dialog vollkommen legitim und normal in der Kirche. Wichtige Lehrsätze sind nie auf andere Art und Weise zustande gekommen. Beim Papst allein liegt letztendlich die Kompetenz, um über deren Bedeutung und Opportunität zu urteilen.
Es geht in diesem Dialog übrigens nicht um theologische Haarspalterei, sondern um die aktuelle Frage, welche Bedeutung Maria für unsere Zeit und unsere Welt hat. Zusammen mit den Kardinälen und den Hunderten von Bischöfen, die sich diesbezüglich schon früher positiv geäußert haben, teile ich die Inspiration, daß der Herr unsere Zeit in besonderer Weise Seiner Mutter anvertraut hat. Daß es Sein Wille ist, daß die Kirche sich in dieser Zeit noch mehr um Maria schart, wie einst die Apostel im Abendmahlsaal, um ein neues Pfingsten über unsere verletzte Welt zu erflehen.
Aber warum ist dazu ein Dogma notwendig und warum gerade dieses spezielle Dogma?
Vielleicht zunächst etwas über das Letzte, den Inhalt. Ich bin mir der Tatsache bewußt, daß vor allem Mitchristen aus der Reformation in allen diesen Marianischen Titeln oftmals eine Verdunkelung der Einzigartigkeit und Größe Christi sehen. Diese Sorge kann ich gut nachempfinden. Dennoch denke ich, daß es eher umgekehrt ist. Gerade die Größe Mariens und die vielen Titel, die die Tradition ihr zuschreibt, so hat schon Kardinal Newman geschrieben, verweisen auf das vollständig Einzigartige des Kindes, das aus ihr geboren wurde, “Er ist die Göttliche Weisheit, sie deshalb der Thron der Weisheit. Er ist die unendliche Barmherzigkeit, sie deshalb die Mutter der Barmherzigkeit …” Wenn man sie mit den Worten der Kirchenväter schon ‘Mutter Gottes, neue Eva, Morgenstern …’ nennt, so schreibt er in einem Dialog mit einem anglikanischen Geistlichen, “wie kann man dann Bedenken gegen die Tatsache äußern, daß sie auch ‘Miterlöserin’ genannt wird?” Das ‘mit’ bedeutet natürlich nicht ‘gleich...’, sondern ‘verbunden mit’.
Haben Sie keine Angst, daß dieser Titel dennoch etwas Verwirrung hervorruft und somit unbeabsichtigt der universellen Mittlerrolle Christi Abbruch tut?
Es
braucht natürlich eine Erklärung, wie nahezu alle Glaubensformulierungen,
aber es verdeutlicht gerade etwas anderes. Christus, so möchte ich
betonen, ist der einzige Mittler zwischen Gott und dem Menschen. Er allein
vereinigt beide in Seiner eigenen Person. Er allein erlöst den Menschen,
aber nicht ohne den Menschen. Er läßt uns teilhaben an unserer
eigenen Erlösung. Es ist eine Erkenntnis, die wir schon bei Paulus
finden und später bei Augustinus. Die Universalität der Erlösung
durch Christus “schließt die Mitwirkung von Menschen nicht aus, sondern
erweckt sie”, stellt auch das Zweite Vatikanische Konzil fest.(LG 60,62).
Auch unser Leiden, Beten, Arbeiten wird erlösend für uns selber
und für andere in dem Maße, in dem wir mit Christus verbunden
sind, durch unseren Glauben und durch unser Leben. Auch das ist eine wesentliche
Erkenntnis, die unsere Zeit meiner Meinung nach dringend braucht.
Auf
eminente Art und Weise gilt dies natürlich für Maria, Seine Mutter,
die den ganzen Weg mit Ihm gegangen ist, von vor Seiner Geburt bis nach
Seinem Tode. Untrennbar damals, untrennbar jetzt. Mit Seele und Leib im
Himmel lebend, wie Er. Verherrlicht, wie Er.
Sie
ist ‘die Unbefleckte Empfängnis’, durch Gottes Gnade geschaffen in
der ursprünglichen Reinheit und Freiheit. Dies gibt ihrem menschlichen
Mitwirken an der Erlösung eine absolut einzigartige Qualität
und Dimension, in der sie alle anderen Menschen bei weitem übertrifft,
so schreiben die Konzilväter. Dies erfordert dann auch eine eigene
offizielle theologische Formulierung. Bis jetzt gibt es diese noch nicht.
Aber auch wenn sich der Inhalt auf einer Linie mit der katholischen theologischen Tradition befindet, bleibt die Frage: Warum soll dies in einem Dogma festgelegt werden? Was fügt das hinzu?
Dies ist eine sehr berechtigte Frage. Etwa wie ein guter Priester mir sagte: Es ist auch wahr, wenn es nicht offiziell als feste Wahrheit formuliert wird. Er hat natürlich Recht, übersieht aber meiner Meinung nach dennoch etwas Wesentliches. Für Gott ist es nicht egal, ob der Mensch die volle Wirklichkeit Seines Heilsplans explizit anerkennt oder nicht. Es geht hierbei nicht nur um Wahrheit, sondern primär um Glauben. In der Heiligen Schrift sucht Christus ständig nach dem Glauben der Menschen und belohnt durch Wunder der Heilung und Rettung. Auf das öffentliche Glaubenszeugnis von Petrus baut Er Seine Kirche. Die Heilige Schrift verdeutlicht es immer wieder, wie sehr Gott Sein rettendes Handeln abhängig macht vom Glauben und vom freien Mitwirken der Menschen. Er bat um das Jawort Mariens, um Sein Heilswerk zu beginnen. Er bittet um das Jawort Seiner Kirche, um es zu vollenden und um in unserer Zeit Großes zu vollbringen.
Ein ‘ja’ zu Gott ist in dieser Zeit mehr denn je auch ein ‘ja’ zu Maria, so glauben die Kardinäle und so glaube auch ich. Der ‘totus tuus’ Papst, Johannes Paul II., hat dies vorgelebt. Als Antwort auf Fatima weihte er die ganze Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens. Und dann, kurz vor seinem Tode, bittet er auf rührende Art und Weise zum letzten Mal unsere himmlische Mutter: “Erlange noch einmal Frieden und Rettung für alle Menschen. Der ewige Vater hat dich auserwählt als Mutter des Erlösers. Erneuere unsere Zeit durch deine Vermittlung, Wunder Seiner erbarmenden Liebe”. Der Himmel hört besonders gut zu, wenn ein Hirte, und sicher der Oberhirte, für sein Volk fleht, und verlängerte aufs Neue die Zeit der Barmherzigkeit.
Sie sehen in einem neuen Marianischen Dogma ein Zeichen des Glaubens an Gott und an Seinen Heilsplan, das nicht unbeantwortet bleiben wird. Können Sie die Früchte, die Sie erwarten, mehr spezifisch beschreiben?
*
Es würde meiner Meinung nach zuallererst Jesus Christus, ‘den vergessenen
Erlöser’, den einzigen Mittler zwischen Gott und dem Menschen, wieder
in den Mittelpunkt stellen in der geistigen Entwicklung von Mensch und
Welt. Die Rolle Mariens kann schließlich nur verstanden werden in
Ihm und aus Ihm.
*
Es würde ein neues und aktuelles Licht auf die biblische Idee des
menschlichen Mitwirkens an der eigenen Erlösung werfen, sowie auch
auf die einzigartige Rolle der Frau in Schöpfung und Erlösung.
Es würde der Frau somit die so notwendige neue Identifikation für
ihren eigenen Platz in Gottes Heilsplan bieten.
*
Aber vor allem würde es Maria, der Immakulata, der “spirituellen Mutter
der ganzen Menschheit”, wie Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sie nennen,
den Platz geben, den Gott für sie bestimmt hat, und somit die Schleusen
der Gnade öffnen. Die ersten vier Marianischen Dogmen handeln vor
allem von Maria selber. Dieses handelt von uns. Von ihrer mütterlichen,
miterlösenden, vermittelnden und fürsprechenden Rolle für
diese Zeit und diese Welt.
Aber auch wenn ein Dogma theologisch gesehen möglich und vielleicht in spiritueller Hinsicht fruchtbar ist, bleibt noch die Frage bezüglich der Opportunität: Warum jetzt? Ist die Zeit reif?
Letztlich
ist das für mich eine Frage des Glaubens. Es geht um viel mehr als
um die Erwägung von möglichen Vor- und Nachteilen. Im Tiefsten
geht es darum, zu versuchen zu verstehen, was Gottes Plan für diese
Zeit ist. Er allein kennt die Zukunft. Er allein weiß, wie dringend
unsere Zeit die Vermittlung der himmlischen Mutter braucht. Wir können
nur die Gefahren sehen, die die Menschheit bedrohen. Wir können die
Zerbrechlichkeit unserer eigenen menschlichen Lösungen erkennen. Wir
können den geistigen und moralischen Verfall fühlen und zu der
Überzeugung kommen, daß wir es ohne Gott und ohne Seinen Heiligen
Geist nicht schaffen. Auf diesem Niveau wird die Frage bezüglich der
Opportunität entschieden.
Ich
bin zutiefst davon überzeugt, daß der Vater und der Sohn es
so wollen, daß Maria der Anker der Hoffnung für diese Zeit sein
soll, in der bei so vielen Menschen der Erlöser aus dem Kopf und aus
dem Herzen verschwunden ist. Daß sie allein Christus und Sein Kreuz
in die Herzen zurückbringen kann. Dass sie allein der Weg ist zu einem
neuen Kommen des Heiligen Geistes. Schließlich ist es ihre Mission
und die Mission der Kirche, die durch Christus am Kreuz erlangte Erlösung
in Zeit und Geschichte an der Schöpfung wirksam werden zu lassen.
Papst
Benedikt benutzt für diese Rolle Mariens das wunderbare Bild ‘aquaductus’:
durch ihr Herz und ihre Hände strömen die Gnade, die Erlösung
und der Friede Christi in die Welt.
Letztendlich
ist Maria kein theologisches Konzept, sondern eine wirkliche spirituelle
Mutter. “Ganz Mutter der Glieder”, schrieb schon Augustinus, “wie sie auch
Mutter des Hauptes ist”.
Sie
wurde es unter dem Kreuz. Ihr Wort hat Macht, so glaubt die Kirche.
Wo ihre Kinder leiden oder zugrunde gehen, geht eine Mutter quer durch
alle Hindernisse. Wievielen Drohungen ist doch unsere Welt ausgesetzt?
Wieviel wird hier nicht gelitten? Wieviel auch gesündigt?
“Wo
jedoch die Sünde mächtig wurde”, so sagt die Heilige Schrift,
“da ist die Gnade übergroß geworden”. Maria erschließt
uns diese Gnade, die Liebe, die Rettung, die Vergebung Gottes. Aber stets
voller Respekt vor der Freiheit des Menschen. Die volle Anerkennung ihrer
großartigen Rolle in Gottes Heilsplan bahnt hierfür den Weg.
Das ist zutiefst die Inspiration, die ich im Aufruf der Kardinäle
lese.
Im Aufruf der Kardinäle schimmert auch ein wenig die Devotion von Amsterdam durch. Welche Rolle spielen private Offenbarungen in dieser Sache und ist das nicht problematisch?
Private
Offenbarungen sind eine normale Sache in der Kirche. Wir finden sie überall
in der Heiligen Schrift sowie auch in der ganzen Kirchengeschichte. Die
Kirche prüft sie mit großer Vorsicht, aber negiert sie vom Grundsatz
her nicht. Auch in diesen Offenbarungen kann der Himmel sprechen, unseren
Glauben vertiefen und uns für die Zeichen der Zeit sensibilisieren.
Manchmal beinhalten sie die Bitte nach einer besonderen Andacht oder nach
einem kirchlichen Fest.
In
den vergangenen 200 Jahren bekamen die Erscheinungen Mariens einen zunehmend
prophetischen Charakter.
Wie
einst der Prophet Jona bei den Einwohnern von Ninivé, der großen
Stadt, wo so viel Gleichgültigkeit und Sünde herrschte, einen
Geist von Umschwung und Demut aufzuwecken imstande war, so versucht Maria
dies mit zunehmender Dringlichkeit an vielen Orten auf der ganzen Welt.
In Amsterdam verweist sie auf den Ernst der Zeit. Eine Zeit, die gekennzeichnet
wird durch ‘Verfall, Unheil und Krieg’, und auf eine ‘Weltkatastrophe’
zuzusteuern droht. Sie bittet deswegen darum, ihre miterlösende Rolle
in Gottes Heilsplan offiziell anzuerkennen. Ob die Menschen aber den Glauben
an diese spezifische Erscheinung mit mir teilen oder nicht, ist hier nicht
wesentlich. Der Aufruf der Kardinäle hat vor allem theologische und
historische Quellen.
Können Sie das etwas konkreter erläutern?
Ein Dogma basiert nie auf einer privaten Offenbarung, sondern auf einer langen und konstanten Überzeugung der Kirche. Diese ist hier evident vorhanden. Eigentlich ist die ganze Theologie der ‘Miterlöserin’ bereits geschrieben. Theologen und Heilige haben diesen Titel benutzt und verteidigt. Im 20. Jahrhundert z.B. allein schon Edith Stein, Maximilian Kolbe, Pater Pio, José Maria Escrivà, Mutter Theresa, Schwester Lucia und viele andere. 1913 hat die Kongregation für die Glaubenslehre die theologische Korrektheit des Titels bestätigt. In der Tradition des kirchlichen Lehramtes ist dieser Gedanke reichlich vorhanden. Was den Inhalt betrifft ganz stark bei den Päpsten Benedikt XV. und Pius XII. Explizit ist der Titel von Pius XI. und Johannes Paul II. benutzt worden. Seine Enzyklika ‘Redemptoris Mater’ legt im Grunde das theologische Fundament. Mitten im Krieg, im Jahre 1943, haben die niederländischen Bischöfe Land und Volk ‘Maria Miterlöserin’ geweiht.Das Zweite Vatikanische Konzil hat über das Mitwirken Mariens an der Erlösung wunderbare Sachen geschrieben, hat aber angegeben, “keine vollständige Lehre über Maria” präsentieren zu wollen und läßt ausdrücklich freien Raum für weitere Entwicklungen (LG 54).
Auch die Bitte um ein Dogma ist schon alt. Schon 1923 plädierte der belgische Kardinal Mercier, unterstützt von Maximilian Kolbe und vielen anderen, für die dogmatische Definition der Rolle Mariens in der Erlösung. Papst Benedikt XV. hatte diesbezüglich ein offenes Ohr und benannte drei Kommissionen um dies zu untersuchen. Die Bewegung blieb stark bis in die sechziger Jahre. Danach ging sie in der beginnenden Glaubenskrise unter. Es scheint so, als wäre die Zeit jetzt wieder reif. Diskussion und Meinungsverschiedenheit werden bleiben. Es ist nie anders gewesen. Es ist interessant, diesbezüglich die Zeitungen und Zeitschriften zur Zeit der Verkündigung des Dogma der Aufnahme Mariens in den Himmel im Jahre 1950 nachzuschlagen. Die damalige Diskussion über Theologie, Opportunität und Ökumene ist nahezu dieselbe wie heute.
Aber,
wie die Kardinäle zurecht betonen, es ist die allein dem Papst zukommende
unveräußerliche Verantwortung, dies alles abzuwägen, und
unsere Verantwortung, ihm in dieser Sache zu folgen. Die Person Mariens
ist ein Mysterium der Liebe, in das die Kirche im Laufe der Jahrhunderte
immer tiefer eingedrungen ist.
Ein
Mysterium, über welches das letzte Wort noch nicht gesprochen worden
ist.
11.
Februar 2008
Vorstand
der Stiftung “Frau aller Völker”
Impressum
Deutsche
Übersetzung des Interviews der Stiftung "Frau aller Völker"
mit
S.E. Msgr. Josef Maria Punt, Bischof von Haarlem, Niederlande.
http://www.de-vrouwe.net/deutsch/petitions.htm
Versenden Sie eine Petition an die Frau aller Völker!
http://www.de-vrouwe.net/deutsch/index.html